Nov 24, 2022 17:16 Europe/Berlin
  • Irak: Gespräche zwischen Iran und Saudi-Arabien gehen in die diplomatische Phase über

Bagdad (ParsToday) - Der Sprecher des irakischen Außenministeriums sagte, die von Bagdad vermittelten Gespräche zur Entspannung zwischen Iran und Saudi-Arabien hätten greifbare Fortschritte gemacht und seien von der Sicherheits- in die diplomatische Phase übergegangen.

In einer am Mittwoch von der offiziellen irakischen Nachrichtenagentur veröffentlichten Bemerkung sagte Ahmed al-Sahhaf, Bagdad vermittle die Gespräche zwischen den Vertretern der beiden Nachbarn am Persischen Golf, die seit April letzten Jahres im Gange seien.

„Das irakische Außenministerium arbeitet daran, mehrere strategische Partnerschaftsabkommen zu schmieden“, sagte Sahhaf.

„Die Abkommen zielen darauf ab, die Sicherheit und Stabilität der Region zu gewährleisten. Regionale Stabilität wird nur durch konzertierte Bemühungen zur Durchsetzung gemeinsamer Interessen erreicht.“

Der Sprecher betonte „die Bedeutung der Stärkung der Dialogmechanismen zwischen regionalen Parteien“ und stellte fest, dass das irakische Außenministerium zu diesem Zweck alle verfügbaren diplomatischen Kanäle nutzt.

Sahhaf bemerkte, dass Bagdad versuche, die Positionen Irans und Saudi-Arabiens einander näher zu bringen und anhaltende Probleme zwischen den beiden Ländern so zu lösen, dass die Interessen jeder Seite gewahrt würden.

Die Äußerungen kamen nachdem der neue irakische Premierminister Mohammed Shia al-Sudani auf seiner ersten Pressekonferenz am 2. November sagte, er hoffe, weiterhin Gespräche zwischen Iran und Saudi-Arabien zu veranstalten, die auf eine Annäherung abzielen.

Sudani sagte, seine Regierung habe Anzeichen von Interesse an der Fortsetzung des Dialogs zwischen den beiden Ländern im Irak erhalten.

„Wir wurden gebeten, weiterzumachen“, sagte er damals, ohne weitere Angaben zu machen.

Bereits im Juli lobte der iranische Außenminister Hossein Amir-Abdollahian die „konstruktive“ Rolle des Irak bei der Förderung des regionalen Dialogs und sagte, dass es in den letzten fünf Gesprächsrunden mit Saudi-Arabien „Fortschritte“ gegeben habe.

Der Außenminister Saudi-Arabiens sagte auch, sein Land beabsichtige, enge und freundschaftliche Beziehungen zu Iran aufzubauen.

„Wir haben sicherlich die Absicht, eine positive Beziehung zu unseren Nachbarn in Iran aufzubauen“, sagte Prinz Faisal bin Farhan Al Saud dem englischsprachigen Fernsehnachrichtensender France 24 in einem Interview am Rande der 77. UN-Generalversammlung in New York.

Er fügte jedoch hinzu, dass es immer noch Differenzen mit Teheran gebe, die derzeit sein Treffen mit Amir-Abdollahian verhinderten.

Saudi-Arabien brach im Januar 2016 die diplomatischen Beziehungen zu Iran ab, nachdem iranische Demonstranten, wütend über die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen Sheikh Nimr Baqir al-Nimr durch das saudische Regime, seine Botschaft in Teheran stürmten.

Das Königreich verfolgte daraufhin eine konfrontative Außenpolitik gegenüber der Islamischen Republik, insbesondere während der Amtszeit des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, mit dem die saudischen Machthaber enge Beziehungen unterhielten.

Saudi-Arabien scheint kürzlich seinen antagonistischen Kurs geändert zu haben und zeigt über diplomatische Kanäle und Dritte Bereitschaft, die bilateralen Beziehungen wieder aufzunehmen.

Die beiden Nachbarn sind nach wie vor tief gespalten über eine Reihe regionaler Probleme, hauptsächlich den zerstörerischen und langwierigen saudischen Krieg gegen den Jemen.

Amir-Abdollahian: Saudi-Arabien hat bilaterale Abkommen noch nicht eingehalten

Unterdessen sagte der iranische Außenminister am Mittwoch Reportern auf einer Pressekonferenz in der iranischen Hauptstadt Teheran, dass die Islamische Republik ihre Verpflichtungen im Rahmen der bei den Gesprächen in Bagdad ausgehandelten Vereinbarungen bereits erfüllt habe, die saudische Seite ihren Verpflichtungen jedoch noch nachkommen müsse.

„Wir halten den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Teheran und Riad für sinnvoll, geeignet und wirksam für Frieden und Sicherheit in der Region.“

„Dennoch hat ein saudisches Medienunternehmen in den letzten acht Wochen Terror provoziert und die Unruhen in Iran angefacht. Wir haben unsere Beschwerde und Kritik an die saudischen Behörden gerichtet. Die Islamische Republik Iran betrachtet die Medienkampagne als unkonstruktiv und als Verstoß gegen die Vereinbarungen, die zwischen iranischen und saudischen Delegationen in Bagdad getroffen wurden“, betonte Amir-Abdollahian.

„Wir erwarten, dass Saudi-Arabien seine Verpflichtungen im Rahmen der fünften Gesprächsrunde in Bagdad einhält. Die beiden Länder würden dann Schritte unternehmen, um zum normalen Verhandlungsverlauf zurückzukehren."

 

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