Oct 12, 2019 11:14 Europe/Berlin
  • Erdogan: Wir werden Militäroperation gegen syrische Kurden nicht stoppen

Ankara (ParsToday) - Nach Angaben des türkischen Präsidenten werde Ankara seine Militäroperation gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien fortführen.

Dies erklärte Recep Tayyip Erdogan am 10. Oktober 2019 während eines Treffens mit den Spitzen der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit in Ankara. Einen Tag zuvor hatte er gedroht, Europa mit Millionen von Flüchtlingen zu überschwemmen, sollte die Europäische Union die Offensive als Invasion darstellen.

Der türkische Staatschef unterstrich, dass die Militäroperation Friedensfrühling, die er "Friedensquelle" getauft hat, so lange andauern werde, bis sich alle YPG-Kämpfer aus Nordsyrien zurückgezogen hätten. „Unser Kampf wird fortgesetzt, bis alle Terroristen weiter südlich der 32 Kilometer langen Grenze sind, die Herr Trump erwähnt hat. Sie werden dieses Gebiet aufgeben “, sagte Erdogan und bezog sich auf den US-Präsidenten und das Gebiet, in dem die kurdischen Militanten zurzeit operieren. 

Das türkische Verteidigungsministerium teilte am Freitag mit, dass 399 Terroristen, wie es die Kämpfer der kurdischen Milizen nennt, seit Beginn der Operation "neutralisiert" worden seien. Das türkische Militär verwendet den Begriff "Neutralisieren" im Allgemeinen, um anzuzeigen, dass die Militanten kapituliert haben, getötet oder gefangen genommen wurden.

Türkische Streitkräfte und Kämpfer der von der Türkei unterstützten Freien Syrischen Armee (FSA) starteten am Mittwoch eine lange angedrohte grenzüberschreitende Invasion in Nordost-Syrien, um die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) von den Grenzgebieten zurück zu drängen.

Ankara betrachtet die von den USA unterstützte YPG als eine terroristische Organisation, die der militanten Gruppe der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) nahe steht. Die PKK strebt schon seit 1984 nach einer autonomen kurdische Region in der Türkei.

Die YPG, die ihrerseits der militärische Flügel der Partei Demokratische Einheit (PYD) ist, bildet das Rückgrat der Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF), einer Kurdenmiliz, die von den USA unterstützt wird und in Opposition zur syrischen Regierung steht. 

Seit Beginn der Offensive sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) rund 100.000 Menschen auf der Flucht , und es gibt Tote auf beiden Seiten.

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