Oct 12, 2019 12:59 Europe/Berlin
  • US-Truppen unter Beschuss türkischer Artillerie geraten: USA droht mit Verteidigungsreaktion

Washington (ParsToday) - Die Vereinigten Staaten haben gedroht, eine Verteidigungsmaßnahme zu ergreifen, nachdem ein Kontingent ihrer Streitkräfte in türkischem Beschuss in Nordsyrien geraten war.

Im Streit über den Einmarsch der Türkei in Syrien haben die USA ihrem NATO-Partner den Beschuss amerikanischer Truppen vorgeworfen. Die Einheiten seien am gestrigen Tag im syrischen Grenzgebiet unter Artilleriebeschuss geraten, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Wenige hundert Meter entfernt sei es zu einer Explosion gekommen. Der Vorfall habe sich aber in einer Gegend ereignet, von der die Türken wissen, dass dort US-Streitkräfte präsent sind, teilte das Pentagon mit. „Die US-Streitkräfte haben sich nicht aus Kobane zurückgezogen“, stellte ein Pentagon-Sprecher klar. Die Vereinigten Staaten seien weiterhin entschieden gegen die türkische Militäroffensive in Syrien und ganz besonders gegen türkische Operationen in solchen Gebieten, wo sich mit Wissen der Türken US-Soldaten aufhalten.

Das türkische Verteidigungsministerium wies Vorwürfe zurück, wonach sie auf Truppen der Amerikaner oder des Militärbündnisses gegen die IS-Terrormiliz geschossen haben sollen. Vielmehr seien türkische Grenzposten von Hügeln aus unter Beschuss genommen worden, die etwa einen Kilometer von einem US-Beobachtungsposten entfernt lägen. Als Akt der Selbstverteidigung sei das Gegenfeuer auf die Stellungen der Terroristen eröffnet worden. Dabei seien aber alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und keine US-Kräfte beschossen worden. Nach Rückmeldungen seitens der USA sei das Feuer schließlich vorsichtshalber eingestellt worden.

Die USA dringen auf einen Abbruch der Offensive und drohen der Regierung in Ankara harte Strafmaßnahmen an. „Wenn wir müssen, können wir die türkische Wirtschaft stilllegen“, warnte US-Finanzminister Steven Mnuchin. Ihm zufolge würden die USA sehr harte Sanktionen vorbereiten, die jede Person mit Verbindungen zur türkischen Regierung und auch Finanzinstitute treffen könnten.

 

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