Nov 12, 2019 07:52 Europe/Berlin
  • EU beschließt Sanktionen gegen Türkei

Brüssel (ParsToday/Reuters) - Die EU-Außenminister haben Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei wegen der Gas-Bohrungen vor der Küste Zyperns beschlossen.

Die EU-Außenminister stimmten gestern in einer Sitzung in Brüssel den Sanktionen für türkische Verantwortungsträger, wie einem Reiseverbot und dem Einfrieren von Vermögenswerten, zu. "Der Beschluss wird es ermöglichen, Personen oder Einrichtungen zu bestrafen, die für nicht genehmigte Bohraktivitäten im östlichen Mittelmeerraum verantwortlich oder daran beteiligt sind", hieß es aus Brüssel. Die Sanktionen dürften vorrangig türkische Militärs und Kapitäne der Bohrschiffe treffen, sagten EU-Diplomaten.

Diese Entscheidung zeigt die Verschlechterung der Beziehungen zwischen EU und Türkei. Die EU hatte zuvor schon aus diesem Grund Waffenlieferungen an die Türkei gestoppt.

Ankara argumentiert dagegen, dass die Bohrungen in den von Türken bewohnten Gebieten vor der Küste Zyperns durchgeführt werden.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bezeichnete die EU-Sanktionen als nutzlos und bekräftigte den Willen Ankaras zur Fortsetzung der Bohrungen im Mittelmeer.

Im letzten Monat drohte die EU außerdem mit weiteren Sanktionen gegen die Türkei.

Die Türkei hat vor Kurzem das zweite Bohrschiff an die Küste Zyperns geschickt. 

Die Insel Zypern ist seit 1974 in einen griechischen Süden und einen türkischen Norden geteilt. Damals hatte die türkische Armee nach einem Militärputsch der griechischen Zyprer den Nordteil der Insel besetzt. Die Türkische Republik Nordzypern wird allerdings nur von Ankara anerkannt. Die Differenzen zwischen der Türkei und der Europäischen Union beziehen sich neben Bohrungen und Explorationen an der Küste Zyperns auch auf das Existenzrecht Nordzyperns.

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