Nov 14, 2019 12:39 Europe/Berlin
  • Feuerpause in Gaza - Israel akzeptiert Forderungen des Islamischen Widerstands

Gaza (ParsToday/Reuters) – Nach Angaben der palästinensischen Widerstandsbewegung „Islamischer Dschihad“ im Gazastreifen haben palästinensische Widerstandsgruppen ihre Vergeltungsangriffe eingestellt.

Unter Vermittlung Ägyptens haben palästinensische Widerstandbewegungen den Waffenstillstand akzeptiert, nachdem das israelische Regime ihre Forderungen akzeptiert hat. Dies bestätigte der Sprecher des Islamischen Dschihad, Musab al-Braim, am Donnerstagmorgen und gab an, dass die Waffenruhe um 5.30 Uhr Ortszeit (3.30 Uhr GMT) in Kraft getreten sei. Braim sagte, Tel Aviv habe zugestimmt, sowohl die gezielten Morde an palästinensische Widerstandskämpfer als auch die tödlichen Schießereien auf die palästinensischen Zivilisten bei ihren wöchentlichen Demonstrationen zu beenden. Diese Demonstrationen erfolgen wöchentlich als Protest auf die Besatzung der palästinensischen Gebiete durch die Israelis in der Nähe des Zauns, der den Gazastreifen von den durch die Zionisten besetzten Gebiete trennt.

Proteste palästinensischer Zivilisten in Gaza an der Grenze zu den besetzten Gebieten

Am Mittwochabend erklärte Ziad al-Nakhala, Generalsekretär des Islamischen Dschihad, die Widerstandsgruppe habe ägyptischen Unterhändlern eine Liste mit Forderungen für den Waffenstillstand mit Israel übermittelt. "Wir haben bestimmte Bedingungen für einen Waffenstillstand festgelegt", sagte er gegenüber dem Fernsehsender Al Mayadeen mit Hauptsitz in Beirut. "Wenn Israel diese akzeptiert, akzeptieren wir einen Waffenstillstand. Wenn Israel sie nicht akzeptiert, werden wir für eine offene Zeitspanne weiter kämpfen", warnte er.

Zu den selbstverständlichen Forderungen des Islamischen Dschihad gehört die Beendigung von Morden an Palästinensern im Gazastreifen und im Westjordanland. Laut Nakhala sollen israelische Streitkräfte aufhören während der Gaza-Proteste auf unschuldige Zivilisten zu schießen, und Tel Aviv solle die in Kairo bei früheren Waffenstillstandsverhandlungen getroffenen Vereinbarungen in Bezug auf Gaza einhalten.

Ein israelischer Armeevertreter hatte zuvor erklärt, das Militär werde seine Angriffe auf Ziele im Gazastreifen einstellen, falls der Islamischen Dschihad seinerseits keine Raketen mehr auf Israel abfeuere. Dennoch kamen kurz nach dem Waffenstillstand südlich der besetzten Gebiete erneut Sirenen zum Heulen.

Die massiven Auseinandersetzungen zwischen dem israelischen Militär und den palästinensischen Widerstandsgruppen brachen am Dienstag früh aus, als Israel den hochrangigen islamischen Dschihad-Kommandeur Baha Abu al-Ata zusammen mit seiner Frau in einem gezielten Angriff auf ihr Wohnhaus im Gazastreifen ermordete. Ein ähnlicher Angriff traf am Dienstag das Haus eines anderen Kommandanten des Islamischen Dschihad in Syrien, verfehlte jedoch das Ziel. Die Ermordung von Ata löste schließlich palästinensische Vergeltungsmaßnahmen in den besetzten Gebieten aus. Es wird geschätzt, dass insgesamt 300 Raketen aus Gaza abgefeuert wurden, die bis nach Tel Aviv reichten.

190 Raketen von Gaza Richtung zionistische Siedlungen abgefeuert

Israel setzte seine tödlichen Luftangriffe auf den belagerten Küstenstreifen fort und tötete in den vergangenen zwei Tagen mindestens 30 Palästinenser und verletzte 97 weitere. Dabei wurden sechs Mitglieder einer palästinensischen Familie bei den Angriffen am Donnerstag in der Gegend von Deir al-Balah im Gazastreifen getötet.

Die Palästinenser in der Stadt Ramallah haben die Angriffe der zionistischen Besatzer auf den Gazastreifen verurteilt und internationale Organisationen aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um diese Aggressionen zu stoppen. Gleichzeitig verurteilten Dutzende palästinensischer Bürger die israelische Aggression im Gazastreifen auf dem al-Shohada-Platz in der Innenstadt von Nablus.

Der Gazastreifen steht seit 2006 unter israelischer Land-, Luft- und Seebelagerung und seine Bewohner sind mit großen Problemen konfrontiert. Bei den ständigen Angriffen der Zionisten auf den Gazastreifen sind bislang tausende Palästinenser getötet oder verletzt worden.

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