Dez 07, 2019 17:41 Europe/Berlin
  • Israel testet nuklearfähiges Raketensystem gegen Iran

Das israelische Militär hat ein Raketentriebwerk für den Transport von nuklearen und anderen Raketen getestet, wobei die Medien der Besatzungsmacht dies als "Machtdemonstration gegen Iran" bezeichneten.

Der Test wurde am Freitag auf der Palmachim Airbase südlich von Tel Aviv durchgeführt, berichtete der israelische Fernsehsender i24 News.

Das Militär "führte vor einigen Minuten einen Starttest für ein Raketenantriebssystem durch", teilte das israelische Militärministerium in einer Erklärung mit. „Der Test war im Voraus geplant und wurde planmäßig durchgeführt“, heißt es weiter.

Das beteiligte System könne zur Transportierung von, Abfangraketen wie die Arrow 3, oder Angriffsraketen wie die Jericho 3 mit einer Reichweite von 2.000 Kilometern, die Atomsprengköpfe transportieren können, eingesetzt werden, hieß es in dem Fernsehbericht weiter.

Von i24 ausgestrahltes Filmmaterial zeigte eine weiße Spur, die nach dem mutmaßlichen Test über dem Großraum Tel Aviv in die Höhe schoss. Dem Sender zufolge waren die Bewohner nicht „im Voraus gewarnt“ worden. Der gemeldete Test störte auch das normale Muster von Abflügen und Landungen am Flughafen Ben Gurion. Der Fernsehkorrespondent Jonathan Regev sagte, das Antriebssystem könne die Projektile, mit denen es ausgestattet ist, "sogar über der Atmosphäre" transportieren.

Israel ist der einzige Besitzer von Atomwaffen im Nahen Osten, aber seine Politik besteht darin, seinen Atomwaffenbesitz weder zu bestätigen noch zu leugnen. Der frühere US-Präsident Jimmy Carter und verschiedene prominente Zeitungen und Medien haben jedoch bestätigt, dass das Regime diese nichtkonventionellen Waffen im Besitz hat. Schätzungen zufolge verfügt das israelische Regime derzeit über 200 bis 400 Atomsprengköpfe.

Es wird auch angenommen, dass das Regime über die Fähigkeit verfügt, seine nuklearen Sprengköpfe mit einer Reihe von Methoden, wie mit Flugzeugen, auf von U-Booten abgefeuerten Marschflugkörpern und auf den ballistischen Jericho-Raketen mit mittlerer bis interkontinentaler Reichweite zu transportieren.

Die Vereinigten Staaten, als engagierteste und größte Verbündete Israels, haben ausnahmslos Veto gegen die Maßnahmen der Vereinten Nationen eingelegt, mit denen das Regime für seine verschiedenen schwerwiegenden Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden musste, einschließlich seinem Widerstand, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten.

Im November mieden sowohl Washington als auch Tel Aviv die erste Sitzung der Konferenz zur Errichtung einer von Kernwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen freien Zone im Nahen Osten im UN-Hauptquartier in New York. Während der Konferenz bezeichnete der iranische UN-Gesandte Majid Takht-Ravanchi das Duo als Haupthindernis für die Beseitigung der Atomwaffen. "Ihre unverantwortlichen Strategien und Maßnahmen zur Verbreitung von Massenvernichtungswaffen sollten für die internationale Gemeinschaft nicht akzeptabel sein", fügte er hinzu.

Reaktion des iranischen Außenministers auf israelischen Test

Später am Freitag reagierte der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif auf Twitter auf den Bericht über den israelischen Test.

"E3 (Großbritannien, Frankreich und Deutschland) und die USA beschweren sich nie über das einzige Atomwaffenarsenal in Westasien, das mit Raketen bewaffnet ist, die speziell für den Transport von Atomwaffen entworfen sind", twitterte er mit Bezug auf das israelische Regime. Doch „gegenüber unseren konventionellen Waffen, die zur Verteidigung des Landes dienen“, zeigten diese vier Staaten dermaßen heftige Reaktionen, fügte Zarif hinzu.

Das Quartett war stets bemüht, die Islamische Republik zu Gesprächen über ihre defensive Raketenfähigkeit zu bewegen. Teheran hat jedoch eine solche Aussicht strikt abgelehnt und betont, dass seine Verteidigungskraft nicht verhandelbar sei. Die Islamische Republik Iran hat auch mehrmals erklärt, dass ihr Raketenarsenal Projektile enthält, die das israelische Besatzerregime erreichen können, und dass Teheran nicht zögern würde, sie einzusetzen, falls Tel Aviv einen Fehler begehen sollte.

Tags

Kommentar