Jan 16, 2020 10:32 Europe/Berlin
  • Ägyptische Polizei verhaftet Anadolu-Mitarbeiter in Kairo

Kairo (IRNA) - Die ägyptische Polizei hat das Büro der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu in Kairo durchsucht und vier ihrer Mitarbeiter festgenommen.

Es handle sich um einen türkischen Staatsbürger und drei Ägypter. Die Festgenommenen seien an einen unbekannten Ort gebracht worden. Die Mitarbeiter würden zum Vorwurf befragt, Falschnachrichten verbreitet zu haben, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Die ägyptische Polizei hätte die Sicherheitskameras und die Internetverbindung abgeschnitten und das Büro am frühen Mittwoch durchsucht. Die Polizisten beschlagnahmten demnach die Pässe, Handys und Computer des Personals. Die ägyptische Polizei hätte sich zudem geweigert, einem Anwalt der Nachrichtenagentur Anadolu den Grund für die Razzia zu nennen.

Die Türkei verurteilte die Durchsuchung laut Anadolu auf das Schärfste und forderte die Freilassung der Mitarbeiter. Der türkische Geschäftsträger in Kairo Kemalettin Eruygur kontaktierte indes das ägyptische Außenministerium zu diesem Thema, während der ägyptische Geschäftsträger in Ankara vom türkischen Außenministerium vorgeladen wurde. Das türkische Außenministerium verurteilte das Vorgehen der ägyptischen Polizei und sagte in einer Erklärung, die Festnahmen seien ohne Grund erfolgt und stellten einen Akt der Schikane und Einschüchterung gegen die türkischen Medien dar.  Der Anadolu-Generaldirektor Şenol Kazancı sagte auch, ein solches Vorgehen gegen die Medien sei inakzeptabel und forderte die sofortige Freilassung der Mitarbeiter.

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Ankara und Kairo unterstützen in den Konflikten in Libyen unterschiedliche Konfliktparteien. Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien unterstützen die Truppen von Chalifa Haftar. Die Türkei unterstützt dagegen die von der UNO anerkannte Regierung vom libyschen Ministerpräsidenten Fayez al-Sarraj. Die Türkei und Libyen hatten am 27. November ein Abkommen über Seegrenzen im Mittelmeer unterzeichnet, das international auf Kritik stieß, einschließlich durch Ägypten. 

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