Jan 21, 2020 12:50 Europe/Berlin
  • Reuters: Südkorea schickt Marineeinheit in den Persischen Golf

Seoul (IRIB/IRNA) - Die südkoreanische Armee hat am Dienstag bekannt gegeben, ihre Anti-Piraterie-Marineeinheit in der Straße von Hormus im Nahen Osten einzusetzen.

Auf Druck der Vereinigten Staaten entsendet Südkorea für den Schutz des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus einen Zerstörer und rund 300 Soldaten in die strategisch wichtige Meerenge von Hormus, teilte Reuters mit. Die USA hatten nach dem Angriff auf mehrere Tanker in der Straße von Hormus, ihre Verbündeten aufgerufen, sich an der von ihr geführten Marinemission in dieser wichtigen Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel zu beteiligen. Das südkoreanische Verteidigungsministerium kündigte an, einen Teil der Anti-Piraterie-Marineeinheit vor Ostafrika künftig auch im Persischen Golf einzusetzen, aber sich nicht an der von den USA geführten Marine-Mission zu beteiligen. Grund dafür soll die gute Beziehung zwischen Seoul und Teheran sein, teilte die iranische Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap mit. 

Die südkoreanische Regierung habe angesichts der gegenwärtigen Situation im Nahen Osten beschlossen, den Einsatz der Cheonghae-Militäreinheit vorübergehend zu verlängern, sagte ein hochrangiger Vertreter des Ministeriums gegenüber Reuters und fügte hinzu, dass diese Maßnahme die Sicherheit der Bürger und die freie Schifffahrt der südkoreanischen Schiffe gewährleisten werde.

Die Cheonghae-Einheit ist seit 2009 im Golf von Aden stationiert und kooperiert gemeinsam mit afrikanischen Ländern, den USA und der Europäischen Union bei der Bekämpfung der Piraterie. Die 302 Mann starke Einheit betreibt einen 4.500 Tonnen schweren Zerstörer, einen Lynx U-Jagd-Hubschrauber und drei Schnellboote.

Südkorea, der fünftgrößte Rohölimporteur der Welt und einer der größten Öl-Kunden Irans, hat die Einfuhr vom iranischen Rohöl ab Mai 2019 eingestellt, nachdem das US-Außenministerium seine Ausnahmegenehmigungen für Ölimporte einstellte. 

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