Jan 22, 2020 12:25 Europe/Berlin
  • Bin Salman soll Handy von Amazon-Gründer gehackt haben

Riad (IRNA/Reuters) - Der saudische Kronprinz Mohammad bin Salman soll 2018 laut der britischen Zeitung The Guardian das Handy von Amazon-Gründer und Besitzer der Washington Post, Jeff Bezos, gehackt haben.

The Guardian schrieb gestern, Bezos habe im Mai 2018 eine verschlüsselte WhatsApp-Nachricht erhalten, die offenbar vom persönlichen Konto des saudischen Kronprinzen gesendet worden sei. Den Ergebnissen einer digitalen forensischen Analyse zufolge habe eine schadhafte Videodatei das Handy von Bezos infiziert. Innerhalb weniger Stunden seien von Bezos’ Handy große Datenmengen heruntergeladen worden. Man habe aber keine Kenntnisse, um welche Inhalte genau es sich handelt, schreibt der Guardian. Laut informierten Quellen hatten Bezos und bin Salman zuvor  freundlichen Kontakt auf WhatsApp.

Die persönliche Einmischung bin Salmans bei Aktentransfers sowie seine Bemühungen westliche Investoren in die saudi-arabische Wirtschaft zu locken, wird weiter diskutiert.

Der saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi ist am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet worden 

Wenige Monate nach dem mutmaßlichen Hack wurde der saudi-arabische Journalist und Regimekritiker Jamal Khashoggi im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Er lebte die letzten Jahre seines Lebens im US-Exil und schrieb für die "Washington Post." 

Als die US-Boulevardzeitung National Enquirer Anfang des Jahres 2019 Details über das Privatleben von Bezos veröffentlichte, hat das Sicherheitsteam von Bezos erklärt, dass die Saudis einen Zugang zu seinem Handy und seinen Informationen hatten. Saudi-Arabien wies die Vorwürfe zurück.

US-Medien zufolge bestand eine "enge Beziehung" des saudischen Kronprinzen mit dem CEO der American Media INC (AMI), David Pecker. Dem Medienunternehmen gehört unter anderem der "National Enquirer". 

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