Jan 23, 2020 13:23 Europe/Berlin
  • Salih und Trump sprachen über Reduzierung von US-Soldaten

Davos (Press TV) - Der irakische Präsident Barham Salih und US-Präsident Donald Trump haben sich über eine Verringerung der Anzahl amerikanischer Soldaten ausgesprochen, wenige Wochen nachdem das irakische Parlament den Abzug aller US-Truppen aus diesem Land gefordert hatte.

"Während des Treffens wurde über die Verringerung der Truppen und die Bedeutung des Willens des irakischen Volkes zur Wahrung der Souveränität geredet", hieß es in einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung des irakischen Präsidialamtes. Beide hatten sich am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos getroffen.

"Wir haben nur noch eine sehr geringe Anzahl an Soldaten hier. Wir sind auf 5.000 reduziert. Also sind die Truppen auf einen sehr geringe Anzahl gesunken. Wie sind also auf einen sehr niedrigen – historisch niedrigen Zahl gesunken. Und wir werden sehen, was passiert", sagte Trump gestern nach einem Treffen mit Salih vor den Reportern am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Zur Einführung möglicher Sanktionen gegen den Irak, mit denen Trump früher gedroht hatte, sagte er jedoch nichts Konkretes: "Wir werden sehen, was passiert, weil wir alles nach unseren Bedingungen tun werden."

Salih und Trump diskutierten zudem, wie wichtig es ist, die Forderungen des irakischen Volkes nach Wahrung der Souveränität des Landes zu respektieren. "Wir haben viele gemeinsame Interessen wie den Kampf gegen Extremismus, die Herstellung der Stabilität in der Nachbarschaft und einen stabilen souveränen Irak, der Freund der Nachbarn und Freund der Vereinigten Staaten ist", sagte der irakische Präsident beim Treffen mit Trump.

Iraks Parlament stimmt für Abzug der US-Truppen

Das irakische Parlament hatte die Regierung Anfang Januar in einem nicht bindenden Entschluss aufgefordert, die Anwesenheit ausländischer Truppen im Land zu beenden. Dem war die gezielte Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimani am Flughafen von Bagdad durch die USA vorausgegangen. 

Am 9. Januar hatte der irakische Ministerpräsident Adel Abdul-Mahdi die USA aufgefordert, Mechanismen für den Abzug der US-Truppen aus diesem Land festzulegen. Abdul-Mahdi hat den amerikanischen Außenminister Mike Pompeo in einem Telefonat gebeten, dafür Gesandte in den Irak zu schicken. Der irakische Ministerpräsident habe Pompeo zudem erklärt, dass es amerikanische Truppen gebe, die ohne Erlaubnis der Regierung ins Land gekommen seien. Auch amerikanische Drohnen seien ohne Zustimmung der Regierung im Irak aktiv. Das stelle einen Verstoß gegen die Abkommen dar. Das US-Außenministerium lehnte den Antrag am folgenden Tag unverblümt ab.

Iraker demonstrieren am Freitag gegen USA

Die Iraker sind gegen weitere US-Militärpräsenz in ihrem Land. Sie demonstrierten am Freitag letzter Woche gegen die USA und forderten einen sofortigen Abzug von US-Truppen. Ein hochrangiger Beamter der irakischen Volksmobilmachungseinheiten (Haschd al-Schaabi) Qais al-Khazali sagte, der Marsch gegen die Anwesenheit der US-Truppen im Land werde eine neue Seite in der Geschichte des Irak aufschlagen.

"Unser geliebtes Land ist besonderen und außergewöhnlichen Umständen ausgesetzt. Nachdem die US-Aggression die Söhne von Haschd al-Schaabi und Anführer der Terrorbekämpfung ins Visier genommen hatte, wurde schließlich die Wahrheit über die US-Militärpräsenz ans Licht gebracht und es wurde deutlich, dass die amerikanischen Truppen nicht eingesetzt wurden, um dem Irak zu helfen, und werden nicht zurückziehen, wenn die irakische Regierung sie dazu auffordert", sagte al-Khazali in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung.

Er fügte hinzu: "Unser Land lebt jetzt in einer Besatzungsphase…. Das irakische Volk lehnt Demütigung, Besatzung und Aggression ab. Trump hat gesagt, er wolle das irakische Öl kontrollieren. Das irakische Volk hat das US-Szenario für die Verstärkung der IS-Terrormiliz vereitelt".

"Wir werden die Vereinigten Staaten zwingen, sich aus unserem Land zurückzuziehen, und wir werden unser Land säubern", betonte er.

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