Feb 07, 2020 09:59 Europe/Berlin
  • Russischer Airbus mit 172 Passagieren beinahe unter Beschuss israelischer Attacke geraten

Damaskus (Sputnik/PressTV) - Ein einfliegendes Flugzeug mit 172 Passagieren an Bord wäre beinahe unter Beschuss der syrischen Flugabwehr geraten, die eine israelische Attacke bei Damaskus abwehrte.

Die Maschine konnte auf die russische Luftbasis Hmeimim umgelenkt werden. Dies erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow.

Demnach führten nach zwei Uhr in der Nacht am Donnerstag vier Jagdflugzeuge F-16 der israelischen Luftstreitkräfte ohne Anflug in den syrischen Luftraum plötzliche Schläge mit „Luft-Boden“-Raketen gegen die Vororte von Damaskus aus.

Bei der Abwehr der israelischen Attacke setzten die syrischen Regierungstruppen laut Konaschenkow aktiv die Flugabwehrsysteme ein.

Zeitgleich war am internationalen Flughafen Damaskus ein aus Teheran ankommender Airbus 320 mit 172 Fluggästen an Bord im Landeanflug.

Nur dank den operativen Handlungen der Flugberater des Hauptstadtflughafens und der effektiven Arbeit des automatisierten Systems der Flugbetriebslenkung konnte die Maschine aus der Wirkungszone der syrischen Luftabwehr umgelenkt werden. Sie konnte anschließend auf dem nächstliegenden Ersatzflugplatz, der Basis Hmeimim, landen.

Konaschenkow betonte, dass die Bewegung von Passagierflugzeugen in aller Welt auf bewussten Flughöhen erfolge, die die Radargeräte Israels deutlich sähen. Er fügte hinzu, dass die israelischen Radargeräte genauso deutlich das Luftlagebild beim Flughafen Damaskus beobachten könnten.

„Somit wird die Durchführung der Kampfeinsätze durch den israelischen Generalstab mit Einsatz von Zivilflugzeugen mit Passagieren für die Beschirmung oder Blockierung von Gegenhandlungen der syrischen Flugabwehrkräfte zu einem Charakterzug der israelischen Luftstreitkräfte“, so der General.

Er zeigte Bedauern, dass solche „Einsätze von israelischen Strategen“ das Leben von Hunderten unschuldigen Zivilisten aufs Spiel setzen würden.

Die israelischen Luftangriffe fanden statt, während syrische Truppen in die von Terroristen kontrollierte Stadt Saraqib einmarschierten, die an der Kreuzung zweier wichtiger Autobahnen in der Provinz Idlib liegt, der letzten großen terroristischen Bastion in Syrien. Die Stadt wurde derzeit vollständig von syrischen Streitkräften befreit.

Damaskus hat hervorgehoben, dass der israelische Luftangriff am Donnerstag zu der Zeit stattfand, als das türkische Militär eine Militärkarawane in Idlib stationierte, um "die Terroristen zu schützen" und den syrischen militärischen Vormarsch in der Provinz zu stoppen.

 

Il-20-Tragödie

Ein russischer Seefernaufklärer des Typs Il-20 war zuvor in Syrien in der Nacht zum 18. September 2018 abgeschossen worden. Dabei waren 15 russische Militärs ums Leben gekommen. Laut Angaben des Verteidigungsministeriums Russlands hatten sich israelische Piloten absichtlich hinter dem russischen Flugzeug versteckt und es damit dem Angriff der syrischen Luftabwehr ausgeliefert, so dass die Il-20 von einem Luftabwehrsystem S-200 abgeschossen wurde. Die israelische Armee beschuldigte damals die libanesische Bewegung „Hisbollah“ des Vorfalls.

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