Feb 12, 2020 12:02 Europe/Berlin
  • Dritter Whistleblower enthüllt Bericht der OPCW über syrisches Duma

Neue Enthüller haben erneut ergeben, dass die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) den Bericht über einen mutmaßlichen chemischen Angriff in Syrien im Jahr 2018 manipuliert hat.

Ein dritter Whistleblower, der sich den Beschwerden von zwei ehemaligen OPCW-Mitarbeitern anschloss, sagte am Dienstag, dass die Organisation, die den Verdacht eines „chemischen Angriffs“ auf das syrische Duma untersuchen sollte, hochrangige Verantwortliche vom Verfahren nach der Mission ausgeschlossen, wichtige Beweise verzerrt und Ergebnisse ignoriert habe.

Der Enthüller, der in Wikileaks-Dokumenten als ehemaliger leitender Funktionsträger bei der OPCW bezeichnet wurde, schloss sich den beiden Mitarbeitern an und sagte, seine Zeit bei der Organisation sei "die stressigste und unangenehmste" in seinem Leben gewesen.

Die unbekannte Person machte Druck von außen und mögliche Bedrohungen für ihre Familie dafür verantwortlich, dass sie nicht über die Verfälschung der Duma-Ermittlungen gesprochen hatte. Der ehemalige leitende Beamte der OPCW erklärte, dass Mitglieder des ursprünglichen Ermittlungsteams in Syrien "aus dem Entscheidungsprozess und der Leitung der kritischsten Operationen" entfernt wurden.

Ian Henderson, einer der beiden ehemaligen OPCW-Mitarbeiter, sprach kürzlich auf einer Sondersitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen über seine Besorgnis über die Fact Finding Mission (FFM) der OPCW in Duma.

Henderson teilte den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats mit, dass die OPCW wichtige Ergebnisse ihres eigenen Inspektionsteams weggelassen habe, die ernsthafte Zweifel daran aufkommen ließen, ob überhaupt ein chemischer Angriff stattgefunden habe.

Seit November 2019 hat die Entüllungsplattform WikiLeaks mehrere OPCW-Dokumente und interne E-Mails veröffentlicht, die nicht nur Hendersons Behauptungen bestätigten, sondern auch Unstimmigkeiten bei den im Bereich des mutmaßlichen Angriffs festgestellten Chlorwerten beseitigen.

Syrien fordert Untersuchungen über Fälschung des Berichts über chemische Angriffe in Duma

Der angebliche Chemieangriff auf Duma ereignete sich im April 2018, als die syrische Armee dabei war den Kampf gegen von Ausländern unterstützte Milizen zu gewinnen.  Die USA und ihre Verbündeten machten Damaskus für den Angriff verantwortlich, ein Vorwurf, den die syrische Regierung nachdrücklich zurückwies.

Die vom Ausland unterstützten Milizen haben den chemischen Angriff mit den vom Westen unterstützten Weißhelmen inszeniert, um gegen Damaskus vorgehen zu können. Die USA, Großbritannien und Frankreich leiteten jedoch eine Woche später einen koordinierten Raketenangriff gegen Standorte und Forschungseinrichtungen in der Nähe von Damaskus und Homs ein, ohne auf einen Beweis für den Einsatz von chemischen Waffen zu warten.

Syrien hat 2013 seinen gesamten Chemikalienvorrat an ein Organ übergeben, die von der OPCW und den Vereinten Nationen geleitet wurde. Mehrere Berichte haben zuvor den Einsatz von Chlor gegen Zivilisten durch Anti-Damaskus-Kämpfer als wahrscheinlich bezeichnet.

Kommentar