Feb 13, 2020 12:55 Europe/Berlin
  • Syriens UN-Gesandter: Waffenstillstand in Idlib unter gegenwärtigen Umständen unwahrscheinlich

New York (ParsToday/PressTV) - Syriens UN-Botschafter Bashar al-Jaafari sagt, es sei derzeit unmöglich, einen Waffenstillstand in der Deeskalationszone der umkämpften nordwestlichen syrischen Provinz Idlib einzuführen, die militante Gruppen als Ausgangspunkt für Angriffe auf syrische Streitkräfte und Zivilisten genutzt haben.

Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage in Syrien am Mittwoch sagte Jaafari, die westlichen Länder und die USA seien wegen ihren politischen Auseinandersetzungen mit Russland, bemüht, dass die Türkei in Syrien Fuß fasst.

"Politische Rivalitäten haben zu militärischen Spannungen geführt, und es besteht derzeit keine Möglichkeit eines Waffenstillstands in Idlib", sagte Jaafari mit Bezug auf die Eskalation der Spannungen zwischen Russland und der Türkei über den langwierigen Konflikt im arabischen Land.

Laut dem syrischen Gesandten würden die westlichen Länder die Bedingungen der Abkommen von Astana und Sotschi in Bezug auf die Deeskalationszone in Idlib nicht begrüßen und Washington versuche  diesen Prozess zu behindern, indem es den Verlauf der Entwicklungen in Idlib beeinflusst.

Das Gebiet wurde im Rahmen der Abkommen zwischen Moskau und Ankara zur entmilitarisierten Zone erklärt, die Angriffe nahmen jedoch nur zu.

Im Rahmen eines Abkommens mit Russland, das Iran im Jahr 2018 unter der Bezeichnung Sotschi-Abkommen geschlossen hatte, wurde einer kleinen Anzahl türkischer Streitkräfte gestattet, Beobachtungsposten auf syrischem Territorium zu erstellen, um bestimmte Deeskalationszonen zu überwachen.

Die syrischen Streitkräfte bestehen jedoch darauf, die Kontrolle über das Hoheitsgebiet in Idlib wiederherzustellen, da die Terroristen von dort aus Angriffe auf militärische und zivile Ziele in Syrien starten.

Unterdessen hat die Türkei Verstärkungen in den Nordwesten Syriens geschickt und besteht auf eine türkisch kontrollierte Zone in dieser Regierung, ein provokativer Schritt, der der syrischen Regierung trotzt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, das türkische Militär würde syrische Streitkräfte überall in Syrien auf dem Luftweg oder auf dem Boden angreifen, wenn ein anderer türkischer Soldat verletzt würde, da syrische Regierungstruppen weiterhin erhebliche Gewinne bei den Kämpfen gegen von Ausländern unterstützte Terroristen in Idlib erzielen.

Erdogan sagte am Mittwoch, die Türkei sei entschlossen, die syrischen Regierungstruppen bis zum Ende dieses Monats aus den türkischen Kontrollgebieten in Idlib zu verteiben. Er forderte die verbündeten Milizen der Türkei auf, den Regierungstruppen keinen Vorwand für einen Angriff zu geben.

In den vergangenen vier Jahren hat das türkische Militär mindestens zwei illegale Angriffe in Nordsyrien unternommen, um gegen kurdische Milizen vorzugehen, die Ankara beschuldigt, staatsfeindliche Absichten gegen die türkische Regierung zu hegen. Syrien hat die Angriffe verurteilt und erklärt, dass es bei Bedarf angemessen darauf reagieren werde.

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