Feb 17, 2020 11:24 Europe/Berlin
  • US-Militär lehnt irakische Forderung ab und bietet teilweisen Rückzug an

Bagdad (ParsToday/PressTV) - Das US-Militär hat hochrangigen irakischen Sicherheitsbeamten zufolge Pläne für einen teilweisen Abzug der Truppen aus dem Irak angeboten, wobei ein früheres Versprechen, das arabische Land vollständig zu verlassen, nicht eingehalten wurde, berichtet die Online-Nachrichten-Website Middle East Eye (MEE).

Sie zitierte ungenannte Quellen mit der Aussage, dass letzte Woche ein geheimes Treffen zwischen den beiden Seiten in der privaten Residenz des kanadischen Botschafters in Jordanien in Amman stattgefunden habe. Ein Vertreter des US-Militärs habe den Irakern erklärt, Washington sei bereit, Positionen in oder in der Nähe von Gebieten mit schiitischer Mehrheit zu verlassen, beispielsweise den Luftwaffenstützpunkt Balad etwa 80 Kilometer nördlich von Bagdad, auf dem US-Personal untergebracht ist.

Den Irakern wurde gesagt, Washington könne sogar in Betracht ziehen, seine Truppen in der Hauptstadt Bagdad zu reduzieren, heißt es in dem Bericht. Die US-Seite lehnte jedoch den Rückzug aus Ain al-Asad, dem größten US-Luftwaffenstützpunkt in der Provinz Anbar, grundsätzlich ab. „Wir können nicht einmal beginnen darüber zu reden, uns [von Ain al-Asad] zurückzuziehen. Ein Abzug kommt nicht in Frage“, sagte der US-Vertreter.

Der Luftwaffenstützpunkt Ain al-Asad wurde letzten Monat von Iran als Reaktion auf die Ermordung des iranischen Oberbefehlshabers General Qassem Soleimani und des Stellvertreters der irakischen Volksmobilisierungseinheiten (Haschd al-Schaabi) Abu Mahdi al-Muhandis durch US-Militärs, unter Raketenbeschuss gebracht.

Video: Warum sollen die Amerikaner den Irak verlassen?

Ungefähr 5.300 amerikanische Streitkräfte sind im ganzen Irak stationiert. Zwei Tage nach dem Attentat genehmigte das irakische Parlament einen Antrag, in dem der Abzug aller amerikanischen Streitkräfte aus dem Land gefordert wurde.

Verärgert über die Abstimmung des irakischen Parlaments am 5. Januar drohte US-Präsident Donald Trump den Irakern mit "Sanktionen, wie sie sie noch nie gesehen haben", wenn amerikanische Truppen aufgefordert würden, das Land zu verlassen. Am 10. Januar schlug er vor, etwa 35 Milliarden US-Dollar irakischen Geldes in den Vereinigten Staaten zu blockieren. 

Iraks Parlament stimmt für Abzug der US-Truppen

Letzte Woche wiederholten die beiden führenden schiitischen Parlamentskoalitionen des Irak, Sairoon (Marsch auf dem Weg zur Reform) und al-Fatah (Eroberung), ihre Forderungen nach dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus dem arabischen Land.

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