May 16, 2020 22:15 Europe/Berlin

Von Robert Inlakesh Entgegen den Behauptungen des israelischen Regimes hat Israels „Unabhängigkeitstag“ wenig mit Unabhängigkeit und wenig mit einem einfachen Gefühl von „Nationalstolz“ zu tun. Stattdessen ist der Unabhängigkeitstag Israels in Wahrheit ein Tag der Schönmalerei der ethnischen Säuberung Palästinas. Zu dieser Liste gehört nun auch die Schönmalerei des Massakers an Zivilisten in Gaza, das am selben Tag verübt wurde.

Am 14. Mai 2018 haben israelische Besatzungstruppen, die am Rande des illegal belagerten Gazastreifens stationiert sind, mindestens 61 unbewaffnete palästinensische Zivilisten massakriert und Tausende weitere verletzt. An diesem Tag wurde kein einziger Israeli getötet, nur ein Soldat soll einen kleinen Kratzer erlitten haben.

Trotzdem berichteten die westlichen Mainstream-Medien über das Ereignis als "feindliche Grenzauseinandersetzungen" und versuchten das Massaker, das später vom UNHRC, Amnesty International, Human Rights Watch sowie Ärzte ohne Grenzen und vielen anderen führenden NGOs und internationalen Vertretungsorganen verurteilt wurde, zu vertuschen.

Internationale Verurteilung der Eröffnung der US-Botschaft in al-Quds (Jerusalem)

Der beschämende Mangel an wahrheitsgemäßer Berichterstattung über das Massaker führte zu weiteren Massakern mit geringerem Volumen, als israelische Scharfschützen weiterhin weitgehend friedliche Demonstranten mit tödlicher Gewalt in einem Feld aus Stacheldraht und elektrifizierten Zäunen angriffen. Die Proteste gegen Israel begannen ursprünglich am 30. März 2018 und führten zur Ermordung von mehr als 330 unbewaffneten Palästinensern in Gaza sowie zur Verletzung von mindestens 40.000 weiteren. Auf israelischer Seite kein einziger Toter und keine einzige schwere Verletzung, nicht einmal eine Verletzung, über die die israelischen Medien berichten könnten.

Der Grund, warum dieses Massaker, das seit zwei Jahren an Zivilisten in Gaza begangen wird, so bedeutend ist, liegt darin, dass die Geschichte, die Israel zur Rechtfertigung seines Massakers von 2018 verwendet, perfekt mit der Geschichte, die Israel zur Rechtfertigung der Feier seiner sogenannten Unabhängigkeit verwendet, parallelisiert werden kann.

Zwischen 1947 und 1949 verstießen zionistische Milizen, namentlich Irgun, Haganah und Stern Gang, gegen den UN-Teilungsplan zur Schaffung eines jüdischen Staates in 55% des historischen Palästina, obwohl damals nur 33% der Bevölkerung jüdische Siedler waren. Dieser Verstoß gegen die Parameter des UN-Teilungsplans, dem der zionistische Führer David Ben-Gurion öffentlich zugestimmt hatte, hatte die Annexion von rund 78% des historischen Palästina sowie die ethnische Säuberung von 800.000 einheimischen Palästinensern aus ihrem Land zur Folge.

Diese ethnische Säuberung wird am 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe) bezeichnet, nur einen Tag nach Israels Feier seiner Erbsünde. Wie beim Massaker im Gazastreifen 2018 behaupten die westliche Mainstream-Medien, Staatsmänner und Israel selbst, das Israel 1948 das Opfer gewesen sei. Dies bestreiten natürlich die gesamte internationale Gemeinschaft, mehrere UN-Resolutionen, Berichte von Palästinensern, die gelitten haben, israelische Dokumente, die auf die Wahrheit dessen hinweisen, was vor sich ging, und im Wesentlichen jeder aufrichtige Gelehrte und jede Menschenrechtsorganisation.

Obwohl die Wahrheit gut dokumentiert, schwarz auf weiß und extrem leicht zu verdauen ist, belügen die westlichen Mainstream-Medien weiterhin ihre Zuschauer. Die BBC wird weder über den palästinensischen Nakba-Tag noch über das Massaker von 2018 berichten, über das sie schändlicherweise versucht haben, zu lügen und Israels Verbrechen zu vertuschen. 

Nakba-Tag - Iran lädt freiheitsliebende Länder und Völker zur Unterstützung für Palästinenser ein

Jetzt ist es an der übrigen Welt, die Menschen dazu zu bringen, sich anzusehen, was Israel gerade vor Ort tut, während US-Außenminister Mike Pompeo gerade Israel besucht hat, um über die Annexion von noch mehr palästinensischem Land zu diskutieren. Sicherlich wird es im Zuge dieses Landraubes weitere unvermeidliche Massaker an noch mehr palästinensischen Zivilisten geben.

Es ist an der Zeit, dass wir unsere Medien in westlichen Ländern auf die rassistische Sauerei aufmerksam machen, den sie im Zusammenhang mit dem Thema Palästina-Israel verursachen. Wir müssen die BBC für ihre offensichtliche Doppelmoral zur Rechenschaft ziehen und dafür, dass sie hinsichtlich der Fakten vor Ort, ständig israelische Institutionen als Quelle nehmen, anstelle unabhängiger Menschenrechtsgruppen, wie die UNO und anderen maßgeblichen Stellen.

 

Robert Inlakesh ist ein Journalist, Schriftsteller und politischer Analyst, der im besetzten palästinensischen Westjordanland gelebt und berichtet hat. Er hat für Publikationen wie Mint Press, Mondoweiss, MEMO und viele Andere geschrieben. Er ist spezialisiert auf die Analyse des Nahen Ostens, insbesondere Palästina und Israel. Er arbeitet auch als europäischer Korrespondent für Press TV.

(Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten von ParsToday wider.)

Tags

Kommentar