Jun 01, 2020 11:25 Europe/Berlin
  • Weltbank warnt vor Verdoppelung der Armut im Westjordanland durch Coronavirus-Pandemie

Washington (ParsToday) - Die Weltbank hat vor den verheerenden Auswirkungen des neuen Coronavirus auf die Wirtschaft in den besetzten Palästinensergebieten gewarnt.

In einem Bericht warnte die Weltbank am Montag, dass sich die Armut im besetzten Westjordanland verdoppeln könnte, da die Palästinenser vor den wirtschaftlichen Folgen des Ausbruchs des Coronavirus stehen.

Laut der UN-Agentur dürfte die finanzielle Situation der Palästinensischen Autonomiebehörde aufgrund von Einkommensverlusten und erhöhten Ausgaben für das Gesundheitswesen und andere Bereiche zunehmend schwieriger werden.

Es wird erwartet, dass die Zahl der Haushalte im Westjordanland, die unter der Armutsgrenze leben, in diesem Jahr von 14 auf 30 Prozent steigen wird, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass die Palästinenser nicht in der Lage sind, an ihre Arbeitsplätze in Israel zu gelangen.

Die Weltbank schätzt auch, dass die palästinensische Wirtschaft 2020 zwischen 7,6 und 11 Prozent schrumpfen wird.

Die Palästinensische Autonomiebehörde kündigte letzte Woche ein Ende der Sperren im Westjordanland an, die sie Anfang März nach dem Ausbruch der COVID-19-Krankheit in Bethlehem verhängt hatte.

Nach Angaben der israelische Militärabteilung, die sich mit zivilen Angelegenheiten in den besetzten palästinensischen Gebieten befasst, ermöglichte die Lockerung es mehr als 63.000 Palästinensern, am Sonntag Kontrollpunkte zu passieren, um zu ihren Arbeitsstellen zu gelangen.  

Die Grenzen des Gazastreifens, der seit 2007 unter einer lähmenden israelischen Blockade steht, bleiben für alle bis auf einige wenige Gaza-Bewohner, die bei ihrer Ankunft unter Quarantäne gestellt werden, geschlossen.

Die Armutsrate im Gazastreifen lag bereits vor der Pandemie bei 53 Prozent, und die Weltbank prognostizierte, dass sie in diesem Jahr auf 64 Prozent steigen würde.

"Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht abzusehen, wie lange es dauern wird, bis sich die Wirtschaft von den derzeitigen Eindämmungsmaßnahmen erholt", erklärte die Weltbank.

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