Jun 02, 2020 12:49 Europe/Berlin
  • Geheime Gespräche zwischen Saudi-Arabien und Israel über Al-Aqsa-Moschee

Al-Quds (Press TV) - Den Berichten zufolge haben Saudi-Arabien und das israelische Regime in den letzten Monaten durch US-Vermittlung geheime Gespräche über die Aufnahme von Vertretern Saudi-Arabiens in den "Jerusalem Islamic Waqf" geführt - eine religiöse Einrichtung, die das Gelände der Al-Aqsa-Moschee in Al-Quds (Jerusalem) in den besetzten Gebieten überwacht.

Hochrangige anonyme saudische Diplomaten sagten gestern der hebräischsprachigen Tageszeitung "Israel Hayom", dass Riad und Tel Aviv seit letztem Dezember an den Diskussionen beteiligt seien und ein begrenztes Verhandlungsteam aus hochrangigen israelischen, saudischen und amerikanischen Diplomaten und Sicherheitsbeamten daran teilgenommen hätte.

Die Diplomaten stellten ferner fest, dass die Gespräche ein Teil der Kontakte seien, um den kontroversen Plan von US-Präsident Donald Trump den sogenannten "Deal des Jahrhunderts" voranzutreiben.

Der sogenannte Friedensplan von Trump sieht Al-Quds (Jerusalem) als "ungeteilte israelische Hauptstadt" vor und soll es dem Regime von Tel Aviv ermöglichen, Siedlungen im besetzten Westjordanland und im Jordantal zu annektieren. Der Plan verweigert palästinensischen Flüchtlingen unter anderem auch das Recht auf die Rückkehr in ihre Heimat.

Trumps sogenannter "Deal des Jahrhunderts" hat Wellen von Protestkundgebungen rund um den Globus ausgelöst und wurde von allen palästinensischen Gruppen vollständig zurückgewiesen.

Die Palästinenser wollen das Westjordanland als Teil eines künftigen unabhängigen palästinensischen Staates mit dem Osten von Al-Quds als Hauptstadt. Aber die aggressiven israelischen Pläne zur Expansion und Annexion von Siedlungen haben den Aussichten auf Frieden schwer geschadet.

Laut einem hochrangigen saudischen Diplomaten lehnten die Jordanier - die einen besonderen Platz bei der Leitung des Islamischen Waqf haben - zunächst entschieden eine Änderung dieser religiösen Einrichtung ab. Sie milderten jedoch später ihre Position, um die saudische Präsenz zuzulassen.

Ein Tag vor der Veröffentlichung dieses Berichts stürmten Dutzende extremistische israelische Siedler das Gelände der Al-Aqsa-Moschee, nur wenige Stunden nach der Wiedereröffnung der heiligen Stätten, die wegen der Coronavirus-Pandemie mehr als zwei Monate geschlossen waren.

"Rund 105 jüdische Siedler [angeführt von dem fanatischen Rabbiner Yehudah Glick] haben das Gelände seit dem frühen Morgen unter dem Schutz der israelischen Polizei betreten", sagte der Direktor der Al-Aqsa-Moschee Omar Kiswani am Sonntag gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

Er fügte hinzu, dass dieser Schritt gemacht wurde, "um die Betenden zu verärgern", kurz nachdem die Moschee wieder für Gebete geöffnet wurde.

Am 21. Mai 2020 verurteilte die "Yemen Scholars Association" in einer  Erklärung die Bemühungen von einigen arabischen Staaten für die Normalisierung der  Beziehungen zum israelischen Regime und  machte Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) für die negativen Auswirkungen solcher Vorschläge verantwortlich.

Die Gruppe betonte den islamischen Charakter der Al-Aqsa-Moschee und von Al-Quds (Jerusalem) und betonte, dass die Zionisten dort weder willkommen seien noch das Recht hätten, auch nur einen Platz zu besetzen.

Die "Yemen Scholars Association" betonte die Notwendigkeit einer soliden Unterstützung für die Widerstandsbewegungen in Palästina und im Libanon angesichts der zionistischen Bedrohung.

Die Gruppe forderte daraufhin die Erteilung einer Fatwa (religiöses Dekret), welche die Annäherung an die Zionisten, Geschäfte mit ihren kriminellen Führern sowie die Teilnahme an bilateralen Konferenzen verbietet und verurteilt.

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