Jun 03, 2020 10:03 Europe/Berlin
  • UN-Hilfsprogrammen im Jemen droht das Aus

New York (ParsToday-dpa) - Wegen ausbleibender Spendengelder droht 30 der 41 wichtigsten UN-Hilfsprogramme im Jemen in 2021 das Aus.

"Wir hatten noch nie so wenig Geld für Hilfseinsätze im Jemen zu diesem Zeitpunkt im Jahr", sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Dienstag zum Auftakt einer virtuellen Geberkonferenz für den Jemen. Bis Ende des laufenden Jahres benötigten die Hilfsprogramme insgesamt 2,41 Milliarden Dollar an Spenden, auch für Programme zur Eindämmung des Coronavirus in der notleidenden Bevölkerung.

24 Millionen Jemeniten seien auf humanitäre Hilfen angewiesen und mehr als 4 Millionen seien Inlandsflüchtlinge, so der UN-Generalsekretär.

Guterres rief zu einer landesweiten Waffenruhe im Jemen und zur Solidarität mit den Menschen in dem arabischen Land auf. "Wir dürfen keine Zeit verlieren", sagte er. Die humanitäre Lage sei katastrophal, allein seit Januar seien 500 Menschen getötet worden. 

Die Hälfte der jemenitischen Bevölkerung habe keinen Zugang zu sauberem Wasser, und es gäbe Mangel an Atemschutzmasken und Krankenwagen inmitten der Coronavirus-Pandemie, erklärte Guterres weiter.

Im Jemen haben sich nach offiziellen Angaben bisher etwa 350 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, etwa 80 Menschen starben dadurch. 

An dem Treffen per Videokonferenz am Dienstag sollten Vertreter von mehr als 130 Regierungen teilnehmen. Bei einer ähnlichen Geberkonferenz in Genf waren für den Jemen vergangenes Jahr 2,6 Milliarden Dollar an Spenden zusammengekommen. Auch weil die Länder mit den Auswirkungen des Coronavirus auf ihre Wirtschaft und ihre Gesundheitssysteme ringen, fiel die Spendenbereitschaft dieses Jahr bisher geringer aus. 

Saudi-Arabien hat am 26. März 2015 seine Luftangriffe auf den Jemen begonnen. Dadurch sind bisher Hunderttausende Jemeniten getötet oder verletzt worden. Seit dem 9. April hat die von Saudi-Arabien geführte Kriegskoalition 120 Militäroperationen und 1586 Luftangriffe auf verschiedene Gebiete im Jemen verübt.

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