Aug 08, 2020 12:22 Europe/Berlin
  • Erdogan verurteilt das See-Abkommen zwischen Griechenland und Ägypten als wertlos

Istanbul (Press TV) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Freitag ein See-Abkommen , das Griechenland und Ägypten nur einen Tag zuvor unterzeichnet hatten, als "wertlos" bezeichnet.

Die Türkei wolle die umstrittene Suche nach Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer fortsetzen, versprach Erdogan nach einem Gebet in der seit Kurzem wieder als Moschee genutzten Hagia Sophia in Istanbul.

Der türkische Präsident sagte, das Abkommen sei eine angebliche Antwort auf das türkische Seeverkehrsabkommen mit Libyens international anerkannter Regierung, das letztes Jahr unterzeichnet wurde. Das See-Abkommen verärgerte Griechenland zu dieser Zeit, was es als "Verstoß gegen seine Souveränität" bezeichnete, das die jahrzehntelangen Streitigkeiten Athens mit Ankara über Zypern und die Seerechte in der Ägäis erschweren könnte.

Erdogan sagte, die Türkei habe auf Ersuchen von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Forschung in mit Griechenland umstrittenen Gewässern unterbrochen, nun habe sie  die Forschungsaktivitäten wieder aufgenommen.

Er habe Merkel gesagt, drei bis vier Wochen lang werde die Türkei damit aufhören, "wenn Sie Griechenland und den anderen vertrauen ... aber ich vertraue ihnen nicht und Sie werden sehen." Mit dem See-Abkommen zwischen den Regierungen in Athen und Kairo habe die griechische Regierung "ihr Versprechen nicht gehalten".  

Erdoğan zufolge wurde bereits das Schiff Barbaros Hayrettin in das umstrittene Gebiet geschickt.

Am Donnerstag haben Ägypten und Griechenland ein bilaterales Abkommen unterzeichnet, das die Seegrenze zwischen den beiden Ländern festlegt und eine ausschließliche Wirtschaftszone für Öl- und Gasbohrrechte abgrenzt. Das Abkommen kommt zu der Zeit, in der die Türkei erklärt hat, dass sie in dieser Region nach Öl- und Gas bohren will. Dies hatte  auf scharfe Kritik aus Athen und Brüssel gestoßen.

Das türkische Außenministerium beschrieb das Abkommen in einer Erklärung am späten Donnerstag als "null und nichtig" und betonte, dass Griechenland und Ägypten keine gegenseitige Seegrenze hätten. 

 

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