Nov 25, 2020 11:22 Europe/Berlin

Bamiyan/Genf (IRINN/ParsToday) - Bei mehreren Bombenexplosionen auf einem belebten Markt in der afghanischen Provinz Bamiyan sind am Dienstagnachmittag 17 Menschen ums Leben gekommen und 50 weitere verletzt worden.

Der Leiter des Gesundheitszentrums in Bamiyan, Seyyed Ali Naseri, teilte mit, die Verletzen seien in Krankenhäuser gebracht worden.

Alle Opfer sind laut afghanischen Medien Zivilisten. Bisher hat niemand die Verantwortung für den Anschlag übernommen, die Taliban streiten eine Beteiligung ab. Welche Sprengstoffe eingesetzt wurden, ist noch nicht klar.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums hat den Terroranschlag in Bamiyan verurteilt und dem Volk und der Regierung Afghanistans seine Anteilnahme ausgesprochen.

Bamiyan gilt als eine der friedlichsten Provinzen Afghanistans, in den vergangenen Jahren war es dort relativ ruhig. Aufgrund ihrer natürlichen und historischen Attraktionen reisen jährlich tausende afghanische und ausländische Touristen in diese Provinz.

Afghanistan: Mindestens 22 Tote bei Anschlag auf Universität in Kabul am 2. November

Der Anschlag erfolgte, während die virtuelle UN-Geberkonferenz für Afghanistan in Genf stattfand. Auf der Konferenz, die alle vier Jahre stattfindet, wird Geld für die Unterstützung des Friedensprozesses in Afghanistan gesammelt. Gestern sagten die EU-Länder und mehrere weitere Staaten Millionenbeträge für Afghanistan zu. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell, forderte auf der Konferenz einen sofortigen Waffenstillstand in Afghanistan. Er warnte, jegliche Bemühungen, in dem Land ein Kalifat aufzubauen, würden die EU-Unterstützung beeinträchtigen.

Großbritannien, die Niederlande und Kanada sagten Hilfen im Wert von Hunderten Millionen Dollar zu. Deutschland will im kommenden Jahr, laut dem deutschen Außenminister Heiko Maas, zivile Projekte in Afghanistan mit bis zu 430 Millionen Euro unterstützen. 

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani versprach auf dieser Konferenz weitere Anstrengungen seiner Regierung, um Frieden im Land herzustellen.

Tags