Mrz 07, 2021 09:13 Europe/Berlin
  • Themen des Gesprächs zwischen Papst und Großayatollah Sistani

Nadschaf (ParsToday) - Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat gestern den Führer der irakischen Schiiten in seiner Privatresidenz in der heiligen irakischen Stadt Nadschaf aufgesucht.

Wie das Büro des irakischen Großayatollah Ali Sistani in einer Erklärung dazu mitteilte, sprachen "Papst Franziskus" und Ayatollah Sistani unter anderem über Themen wie "Ungerechtigkeit, Armut, religiöse und intellektuelle Verfolgung, Unterdrückung der Grundfreiheiten, insbesondere im Irak und im besetzten Palästina", sowie die Rolle großer religiöser und spiritueller Führer bei der Eindämmung dieser Katastrophen.

Ayatollah Sistani wies darauf hin, dass die Großmächte die Interessen der Nationen vor der Sprache des Krieges priorisieren sollten, und betonte die Notwendigkeit konzertierter Anstrengungen zur Festigung des friedlichen Zusammenlebens und der menschlichen Solidarität auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts zwischen Anhängern verschiedener Religionen und intellektueller Tendenzen.

Der irakische Schiitenführer äußerte außerdem die Hoffnung, dass Christen zusammen mit dem Rest des irakischen Volkes in naher Zukunft die aktuelle Krise überwinden und in Sicherheit, Frieden und uneingeschränktem Schutz ihrer Rechte leben können.

Der Vatikan gab auch eine Erklärung zum Treffen von Papst Franziskus mit Ayatollah Sistani ab, in der er die Bedeutung der interreligiösen Freundschaft als eines der wichtigsten Themen des Treffens hervorhob.

Der Erklärung zufolge dankte der Papst Großayatollah Sistani und der irakischen schiitischen Gemeinschaft dafür, dass sie sich mit der Gewalt und den großen Problemen der letzten Jahre auseinandergesetzt und die schwächsten Menschen und diejenigen verteidigt haben, die der größten Unterdrückung ausgesetzt waren.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche betonte auch die Heiligkeit des menschlichen Lebens und die Bedeutung der Einheit des irakischen Volkes und betete für eine Zukunft des Friedens und der Brüderlichkeit im Irak, im Nahen Osten und in der Welt.

Nachdem der Papst und sein Gefolge die Residenz von Ayatollah Sistani verlassen hatten, begaben sie sich in die Stadt Ur in der südirakischen Provinz Dhi Qar.

In einer Rede vor Tausenden Gläubigern in der Stadt Ur erinnerte Papst an den Stammvater, Abraham, auf den sich Juden, Christen und Muslime beziehen und erklärte, von hier aus brach Abraham auf. Er sagte "Wir Brüder und Schwestern verschiedener Religionen haben uns hier - zu Hause - eingefunden, und von hier aus wollen wir uns gemeinsam für die Verwirklichung des Traumes Gottes einsetzen.“

Papst Franziskus traf am Freitagnachmittag zu einem viertägigen Irak-Besuch in Bagdad ein, um hochrangige irakische Beamte zu treffen, darunter Premierminister Mustafa al-Kazemi und den irakischen Präsidenten Barham Salih.

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