Oct 20, 2021 11:37 Europe/Berlin
  • UNICEF: Seit 2015 wurden 10.000 jemenitische Kinder getötet oder verletzt

Genf (Press TV/ISNA/UNICEF) - Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen - UNICEF teilte am Dienstag mit, dass im Zuge der Angriffe der von Saudi-Arabien angeführten Koalition seit März 2015 mindestens Zehntausend jemenitische Kinder getötet oder verletzt wurden.

Bei einem Mediengespräch in Genf am Dienstag sagte UNICEF-Sprecher James Elder, diese Zahl umfasse nur die von der UNICEF registrierten Fälle, während die tatsächliche Zahl viel höher sein könnte. Elder, der kürzlich von seinem Besuch im Jemen zurückgekehrt war, sagte, er habe Dutzende Menschen getroffen, die vom sechsjährigen Krieg betroffen waren, und warnte, dass das Land „am Rande des totalen Zusammenbruchs“ stehe. Er sagte, die Krise im Jemen sei derzeit die schwerste humanitäre Katastrophe der Welt. Vier Krisen kämen dabei zusammen, wie der brutale und anhaltende Konflikt, die wirtschaftliche Not, die zerstörte Grundversorgung im Bereich Gesundheit, Ernährung, Wasser und Hygiene, Kinderschutz und Bildung sowie fehlende finanzielle Mittel. 

Vier von fünf Kindern im Jemen seien auf humanitäre Hilfe angewiesen – 11 Millionen Kinder insgesamt; 400.000 Kinder seien schwer mangelernährt; Mehr als 2 Millionen Kinder besuchten keine Schule. Weitere 4 Millionen Kinder seien gefährdet, die Schule abbrechen zu müssen;

Der Jemen, der an der südwestlichen Ecke der Arabischen Halbinsel liegt, wird seit 2015 von Gewalt und Chaos heimgesucht, als Saudi-Arabien und seine Verbündeten den verheerenden Krieg zur Wiedereinsetzung des ehemaligen Regimes von Abd Rabbo Mansur Hadi begannen.

Der anhaltende Krieg hat Hunderttausende jemenitischer Zivilisten getötet und verletzt und die schlimmste humanitäre Katastrophe in der modernen Weltgeschichte ausgelöst.

Der UNICEF-Sprecher sagte, die Organisation brauche dringend mehr als 235 Millionen US-Dollar, um ihre lebensrettende Arbeit im Land bis Mitte 2022 fortsetzen zu können; andernfalls werde sie gezwungen sein, ihren Betrieb einzustellen.

„Die Finanzierung ist entscheidend. Wir können eine klare Grenze zwischen Spenderunterstützung und geretteten Leben ziehen. Aber auch mit verstärkter Unterstützung muss der Krieg ein Ende haben“, sagte der UN-Sprecher. „Mit dem derzeitigen Finanzierungsniveau und ohne ein Ende der Kämpfe kann UNICEF nicht alle diese Kinder erreichen. Anders kann man es nicht sagen - ohne mehr internationale Unterstützung werden mehr Kinder – diejenigen, die keine Verantwortung für diese Krise und den Krieg tragen – sterben“, warnte er.

Tags