Mrz 17, 2018 15:55 Europe/Berlin

Die diplomatische Auseinandersetzung zwischen London und Moskau zieht andere Länder an. Wegen des Giftanschlags auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal wollen nun auch die USA und 14 EU-Staaten dem britischen Vorgehen folgen und russische Diplomaten ausweisen.

ParsToday: Herr Wimmer, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Wimmer: Guten Tag Herr Shahrokny, guten Tag nach Teheran!

 

ParsToday: Der diplomatische Streit zwischen London und Moskau nach dem Giftgasangriff  auf den russischen Ex-Spion, Sergej Skripal, und seine Tochter spitzt sich zu. England und Russland haben jeweils Dutzende Diplomaten bereits ausgewiesen. Dazu höre ich gerne, Herr Wimmer, Ihre Analyse!

 

Wimmer: ja, das ist natürlich - Herr Shahrokny - eine ziemlich komplexe Angelegenheit, wobei man zunächst sagen muss, es gehört zu legitimen und natürlichen Aufgaben eines Staates, Verbrechen, die auf seinem Staatsgebiet begangen worden sind, oder hätten begangen werden können, aufzuklären und das mit den Standards, die nun einmal in diesem Fall in Westeuropa Gang und Gebe sind. Das ist das erste. Das zweite ist, von der ersten Sekunde an hat die britische Regierung den Eindruck erweckt, als ginge es hier um etwas ganz anderes, und nicht um die Aufklärung einer Straftat, sondern die britische Premierministerin, Theresa May, hat ja ihre erste Stellungnahme schon gleich dazu benutzt,  einen Sündenregister der Russischen Föderation vorzuhalten und deswegen kann man ja, wenn man die Entwicklungen in GB sieht, sich eigentlich nur schämen, dass man mit GB in einer Bündnisorganisation wie die Nato und die  nordeuropäische Union verbunden ist. Denn das entspricht  überhaupt nicht den internationalen Gepflogenheiten und dem Ansehen GB sowieso nicht. 

 

ParsToday: Herr Wimmer, London machte den russischen Präsidenten direkt dafür verantwortlich. Gibt es dafür Beweise?

 

Wimmer: Also, wir sehen schon seit dem verbrecherischen Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, dass es in den Vereinigten Staaten, in GB, in Frankreich - das sehen wir auch bei den kriegerischen Auseinandersetzungen auf syrischem Staatsgebiet, nur darum geht, mit Lügen Kriegsgründe zu fabrizieren und deswegen ist auch das, was in GB derzeit geschieht, nicht mit normalen rechtsstaatlichen Mitteln zu messen, wie man eine Straftat aufklärt, sondern das ist der offensichtliche Versuch, einen Konflikt oder Kriegsgrund gegen die Russische Föderation in Europa oder anderswo zu etablieren und dazu ist den Britten in der Person der Premierministerin Theresa May offensichtlich jedes Mittel recht. das haben wir im Irak gesehen, das haben wir in Libyen gesehen, das haben wir in Syrien gesehen, das sehen wir in Afghanistan. Das heißt, Lüge ist Mittel zum Krieg und im Westen wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu dieser Lüge gegriffen. 

 

ParsToday: Herr Wimmer, Nervengas ist dort bei dieser Attacke eingesetzt worden. es wird behauptet, dass alles darauf hindeute, dass das Nervengas aus Russland stamme. 

Wie ist man zu dieser Schlussfolgerung gekommen?

 

Wimmer: Herr Shahrokny, unter seriösen Gesprächspartnern oder zwischen seriösen Regierungen wäre es überhaupt kein Problem, diese Probleme sachgerecht aufzuklären. Man muss sich fragen, ob man sich mit einem britischen Argument - wenn es eins ist - überhaupt auseinandersetzen soll, weil das ja offensichtlich nur der Überlegung dient, in der Öffentlichkeit einen Grund gegen die Russische Föderation zu schaffen, oder ihn festzuklopfen oder in jedem Fall mit Angriffen zu kommen. Das ist alles nicht seriös, was alles in GB abläuft. Man sollte sich auch wirklich vorsehen, den britischen Argumenten irgendeinen Grund der Seniorität zu unterstellen. Das ist, wie bisher abgelaufen ist, von vorne bis hinten der Versuch, mit vorgefertigten Argumenten Gründe gegen einen anderen Staat für militärisches oder konfliktreiches Vorgehen zu finden.

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Anmerkung: Das Interview in Voller Länge im Audio.

Das Interview wurde geführt, von: Seyyed-Hedayatolah Shahrokny

 

 

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