Sep 17, 2019 05:59 Europe/Berlin
  • Internationaler Tag zur Erhaltung der Ozon-Schicht

1985 fand eine Gruppe von britischen Wissenschaftlern rein zufällig heraus, dass ein beachtliches Loch in der Ozon-Schicht am Südpol entstanden ist und mit einer Ausdehnung dieses Ozonloches das Leben auf der Erde ernsthaft in Gefahr geraten wird. Sie gaben bekannt, dass die Fluorchlorkohlenwasserstoffe, welche einen Treibhauseffekt bewirken, dieses tödliche Ozonloch hervorgerufen haben.


Fluorchlorkohlenwasserstoffe wurden damals in Kühlschränken und anderen Kühlmaschinen aber auch in Spraydosen und in Desinfektionsmitteln verwendet. Die Situation erschien so kritisch, dass einige Wissenschaftler klar voraussagten,  diese Gase würden bei einer Fortdauer des damaligen Prozesses bis 2050 die Ozon-Schicht völlig zerstört haben und es würde eine allgemeine Erkrankung an Hautkrebs drohen.

Diese wissenschaftliche Entdeckung war so bedeutend, dass sich die Staatsoberhäupter zu einer Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen gezwungen sahen und einen Vertrag, zur Eindämmung der Gefahr unterzeichneten.  1985 wurde die Wiener Konvention zum Schutz der Ozon-Schicht von der UNO und den anderen Staaten aufgestellt  und daraufhin am 16. September 1987 das Montrealer Protokoll in Kanada von 197  Staaten verabschiedet.

Das Umweltabkommen über den Schutz der Ozon-Schicht   ließ darauf hoffen, dass bei Beachtung einiger technischer Maßnahmen und richtigem Management, die weitere Zerstörung der Ozon-Schicht verhindert wird und dieses wichtige Schutzschild der  Erde in der Atmosphäre wieder ausgebessert werden kann.

Schließlich  hat die UNO-Vollversammlung zur Koordinierung zwischen den Staaten den 16. September zum Internationalen Tag zur Erhaltung  der Ozon-Schicht ernannt.  Damit soll nicht nur an die Unterzeichnung des Protokolls von Montreal erinnert werden sondern allgemein das Bewusstsein über die rasche Vernichtung der Ozon-Schicht und der Geist zur Zusammenarbeit beim Schutz dieser Schicht in der Atmosphäre gestärkt werden. Anlässlich des 16. Septembers haben wir einen Sonderbeitrag zusammengestellt in dem es auch um die Erfolge der Weltprogramme zum Schutz dieses Verteidigungsschildes der Erde gehen wird.

 

 

Ozon  ist das aus drei Sauerstoffatomen bestehende Molekül (O3), welches in kurzer Zeit wieder zu bioatomarem Sauerstoff (O2) wird. Ozonmoleküle kommen in größeren Mengen in der Stratosphäre, nämlich in einer Höhe zwischen 15 bis 25 km vor. Die dortige  Ozon-Schicht verhindert wie ein Filter, dass die gefährlichen UV-Strahlen der Sonne die Erde erreichen. Treffen die  ultravioletten energiereichen Strahlen, die sich  in kürzeren Wellen als das für den Menschen sichtbare Licht fortsetzen, auf die Ozonmoleküle, verlieren sie viel von ihrer Energie und es entsteht Infrarotstrahlung. Die Ozonmoleküle werden wieder in atomaren Sauerstoff und  einzelne Sauerstoffatome zerlegt, um bei erneuter Sonnenbestrahlung neue Ozonmoleküle zu bilden. 

Die meisten Wissenschaftler bestätigen, dass das Leben auf der Erde ohne die Ozon-Schicht der Vernichtung preisgegeben sein wird. Sie sagen: Durch Löcher in der Ozon-Schicht und ungehemmte ultraviolette Strahlung erwärmt sich die Erdoberfläche. Das Polareis schmilzt ab und viele Festlandteile geraten unter Wasser. Zudem  kann eine geschädigte Ozon-Schicht das Wachstum der Pflanzen verlangsamen und genetische Veränderungen bei den Lebewesen verursachen. Gemäß Untersuchungsergebnissen hat eine 25-prozentige Abnahme der Ozon-Schicht die Vernichtung von 10 Prozent   der Lebewesen in der oberen Meeresschicht und 25 Prozent der Lebewesen an der Wasseroberfläche zur Folge.

Außerdem wird durch Zerstörung der Ozon-Schicht wahrscheinlich Hautkrebs hervorgerufen oder grauer Star verursacht und die Widerstandskräfte des Körpers gegenüber Infektionskrankheiten nehmen ab.

Ebenso wird die Photosynthese beeinträchtigt und die Vermehrung des Phytoplanktons geht zurück. Phytoplankton bildet das erste Glied in der Nahrungskette im Meer und lebt vor allen Dingen in den Gewässern am Südpol.  Phytoplankton ist  die Hauptnahrung von großen Fischen. Die Zahl der Fische wird also abnehmen wenn das Phytoplankton abnimmt und somit wird es auch zu einem Ernährungsproblem für die Menschen kommen. Es ist also nicht übertrieben wenn gesagt wird, dass die Ozon-Schicht das Leben auf der Erde schützt oder anders ausgedrückt: Die Erde ist ohne Ozon-Schicht wie ein Haus ohne Dach.

                 

Der wichtigste Grund für die Verdünnung der Ozon-Schicht in den letzten Jahrzehnten ist nach Ansicht der Wissenschaftler die häufige Verwendung von  Fluorchlorkohlenwasserstoffen.

1974 gaben Wissenschaftler bekannt, dass Fluorchlorkohlenwasserstoffe, die in Kühlschränken und Kühlanlagen oder in Schaumstoffen verwendet werden, die Ozon-Schicht zerstören.  Steigen diese Gase   in die höheren Schichten der Atmosphäre auf, werden Chlorradikale unter der Sonnenbestrahlung frei und   lösen eine Kettenreaktion aus, welche die Ozonmoleküle zerstören. Diese Gase tragen zur Verdünnung der Ozon-Schicht bei und haben einen  Treibhauseffekt.  Ihre  Wirkung auf die Erwärmung der  Erde ist 2000-mal stärker als die von Kohlendioxyd.

  

 

 

Die Aufstellung der Wiener Konvention zum Schutz der Ozon-Schicht durch die Vereinten Nationen und in Zusammenarbeit mit den Staaten im Jahre 1985 und danach die Verabschiedung des Montrealer Protokolls im Jahre 1987 haben zu strengen Einschränkungen für die Herstellung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW)  geführt.  Die jüngsten  wissenschaftlichen Einschätzungen hinsichtlich des Schutzes der Ozon-Schicht, welche 2018 ergänzt wurden, zeigen, dass  dank der Maßnahmen zur beschränkten Verwendung von diesen Kohlenwasserstoffen seit  2000 die obere Ozon-Schicht jedes Jahrzehnt um 1 bis 3 Prozent wieder zugenommen hat, nachdem Ende der 90iger Jahre  rund 10 Prozent der Ozon-Schicht abgebaut gewesen  war. Bei Anhalten dieses Aufbauprozesses  dürfte die  obere Ozon-Schicht über der Nordhalbkugel in den 2030er Jahren komplett wiederhergestellt sein. Auf  der südlichen Halbkugel  wird bis circa 2050  und an den Polen bis 2060 mit der Wiederherstellung der oberen Ozon-Schicht gerechnet.

Angesichts dieses Verlaufs nimmt man an,  dass bis 2030 jährlich 2 Millionen Fälle der Erkrankung an Hautkrebs verhindert werden können und die Erde kühler sein wird als in den letzten Jahren. Die Maßnahmen zum Schutz der Ozon-Schicht haben  auch in den Jahren 1990 bis 2010 den  Ausstoß von 135 Milliarden Kohlendioxid verhindert, was einen wichtigen Beitrag für den Kampf gegen die Klimaveränderungen darstellt.

                      

 

 

Obiger Erfolg ist den internationalen Anstrengungen und der weltweiten Zusammenarbeit der letzten 30 Jahre zum Schutz der Ozon-Schicht und zum Klimaschutz zu verdanken.  Erik Solheim, der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms sagt über die erfolgreiche Reduzierung der Emission von Fluorchlorkohlenstoffen, welche eine der größten Herausforderungen für die UN gewesen war: Die internationale Zusammenarbeit  bei der Durchführung des Montrealer Protokolls zeige exemplarisch, dass eine kluge Steuerung möglich und  Neuerungen verwirklichbar sind.  Er sah darin ein Zeichen dafür,  dass eigentlich  die Beseitigung aller anderen Probleme  gar nicht so schwierig sein dürfte.

Angesichts dieser Erfolge lautet das diesjährige Motto für den Welttag des Schutzes der Ozon-Schicht: „32 Jahre Ausbesserung“. Wir sehen an diesem Beispiel, dass durch weltweite Kooperation tatsächlich viele internationale Probleme lösbar sein werden. 

Die strenge Durchführung der Bestimmungen des Montrealer Protokolls und der Erfolg bei der Ausbesserung der Ozon-Schicht haben überall Hoffnung unter den Umweltfreunden hervorgerufen und bewiesen, dass wenn die Regierungen der 197 von insgesamt 234  Ländern sich vereinen und ihre Handelspolitik zugunsten der Fortsetzung des Lebens auf dem Erdball ändern können, sie auch in der Lage sein werden,  andere Krisen zu lösen wie die Klimaänderungen, die weltweite Erderwärmung, den Mangel an Süßwasser, die Wüstenbildung und ebenso  das Problem der Verbreitung atomarer Waffen.

Natürlich wird dies nicht möglich sein, wenn einige politische Mächte auf der Welt solche internationalen Bemühungen zunichte machen.

 

 

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