Oct 17, 2019 12:51 Europe/Berlin
  • US-Kampfjets zerstören eigenes Munitionslager in Syrien

Washington (IRNA) - Die Vereinigten Staaten haben ihr eigenes Munitionslager in einer Basis in Nordsyrien bombardiert, nachdem amerikanische Truppen das Gelände vor der türkischen Offensive in der Region geräumt hatten.

Oberst Myles Keggins, ein im Irak ansässiger Sprecher der sogenannten US-geführten Anti-IS-Koalition, twitterte am Mittwoch, dass zwei Kampfjets auf eine Zementfabrik abgezielt hätten, die als Koordinierungszentrum für die Allianz und die kurdischen Militanten in Syrien diente. Den vorgeplanten Präzisionsluftangriff führten zwei F-15E-Kampfjets der Koalition erfolgreich in der Lafarge-Zementfabrik durch, um den militärischen Nutzen der Einrichtung zu verringern.

Vor diesem Schritt wurde "das gesamte Personal der Koalition und die notwendige taktische Ausrüstung" vom Militärgelände entfernt, das sich zwischen der syrischen Stadt Ayn al-Arab, auch bekannt als Kobani, und der Stadt Ayn Issa befindet.

Der republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger aus Illinois verurteilte den US-Präsidenten Donald Trump wegen der Bombardierung des Waffenlagers. Unterdessen berichtete CNN, dass der Luftangriff verhindern sollte, dass Munition und andere Ausrüstung in die Hände der von Türken unterstützten bewaffneten Gruppen fallen.

US-Präsident Donald Trump, der seit langem die Rückkehr der im Ausland stationierten US-Truppen versprochen hatte, kündigte letzte Woche an, dass die US-Truppen Nordsyrien verlassen werden. AFP berichtete am Dienstag unter Berufung auf einen US-Regierungsverantwortlichen, der nicht genannt wurde, dass alle US-Soldaten in Nordsyrien (ungefähr 1.000 Soldaten) das Dekret zum Abzug aus dieser Region erhalten hätten. 

US-Soldaten in Syrien


Die türkische Offensive mit dem Namen "Operation Friedensquelle" begann genau nachdem die USA ihre Streitkräfte abrupt aus der Region abgezogen hatten und der Türkei den Weg für eine geplante Militäraktion gegen Washingtons langjährige kurdische Verbündete bereiteten.

Die Türkei behauptete, das Ziel der Offensive in Syrien sei, die Kräfte der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK sowie der Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus dem Nordosten Syriens zu vertreiben. Ankara will entlang der Grenze eine sogenannte Sicherheitszone einrichten und dort auch syrische Flüchtlinge ansiedeln, die derzeit in der Türkei leben. Die türkische Militärinvasion in Syrien wurde jedoch international verurteilt.

Die Entwicklungen veranlassten die Kurden, sich an die Regierung von Damaskus zu wenden, um Unterstützung zu erhalten, und mit syrischen Truppen eine Einigung darüber zu erzielen, in Städten nahe der Grenze zur Türkei einzureisen.

Während die USA selbst grünes Licht für die Angriffe auf Syrien gegeben haben, hat die US-Regierung der Türkei weitere Sanktionen angedroht, sollte Ankara seine Militäroffensive gegen die Kurden in Nordsyrien nicht stoppen. "Zusätzliche Sanktionen werden kommen, wenn sie (die Türken) keine Waffenruhe ausrufen", sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin am Mittwoch in Washington. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Sanktionen die "notwendigen Auswirkungen" haben würden. 

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