Nov 02, 2019 11:03 Europe/Berlin
  • Russland: al-Baghdadi ist Produkt der USA und sein Tod muss überprüft werden

Moskau (ParsToday) - Russland hat Abu Bakr al-Baghdadi als "Produkt" der USA bezeichnet und erklärt, Moskau könne die Behauptung Washingtons über die Eliminierung des Daesh-Führers immer noch nicht bestätigen.

Außenminister Sergej Lawrow sagte am Freitag, Washington habe zur Gründung der IS-Terrormiliz (Daesh) verholfen, und al-Baghdadi sei ein Produkt der Vereinigten Staaten.

"Al-Bagdadi, Produkt der USA" - Lawrow im Gespräch mit Rossija 24

Bei einem Gespräch mit dem Sender Rossija 24 sagte Lawrow: "Der ISIS als solcher entstand nach dem illegalen Einmarsch in den Irak, dem Zusammenbruch des irakischen Staates und der Freilassung von Extremisten, die dort von den Amerikanern festgehalten und dann entlassen wurden. Daher beseitigten die Amerikaner bis zu einem gewissen Grad denjenigen, den sie erzeugt hatten, falls dies tatsächlich geschehen ist."

Im Januar 2016 sagte US-Präsident Donald Trump in seiner Wahlrede, dass Obama und Hillary Clinton selbst die IS-Terrormiliz geschaffen hätten. In einer Fernsehansprache vergangene Woche teilte Trump mit, al-Baghdadi habe sich in die Luft gesprengt und sei "wie ein Hund" gestorben, nachdem ihn amerikanische Truppen bei einem Überfall am 27. Oktober in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens in einen Tunnel gefolgt waren. Die USA zeigten jedoch keine Überreste von al-Baghdadi und behaupteten, der Leichnam des IS-Anführers sei nach der Identifizierung auf See bestattet worden.

Lawrow betonte, sein Land wolle "mehr Informationen" über die mutmaßliche Ermordung al-Baghdadis durch amerikanische Truppen. "Alles wurde feierlich und triumphierend angekündigt, aber unser Militär untersucht immer noch zusätzliche Fakten und sie können noch nicht viel von dem bestätigen, was die USA gesagt haben", sagte er.

Trump beschreibt Tod von Al-Baghdadi.

Trumps Beschreibungen über die Ermordung von al-Baghdadi stieß sogar in Washington auf Skepsis. General Frank McKenzie, Chef des US-Zentralkommandos, sagte, er könne nicht bestätigen, dass al-Baghdadi in seinen letzten Augenblicken "wimmerte und weinte", wie es der US-Präsident behauptet hatte.

Trump hatte die Operation, die angeblich zu al-Baghdadis Tod führte, beschrieben und erklärt, die amerikanischen Truppen würden in Syrien bleiben, um die Ölreserven zu „sichern“ und sogar einen „Höllenkampf“ gegen alle Streitkräfte führen, die versuchten, sie einzunehmen.

Lawrow warf den USA vor, die Einnahmen aus dem Verkauf syrischen Öls dazu zu verwenden, verbündete bewaffnete Gruppen in Syrien zu unterstützen. "Öl wird aus Syrien transportiert und natürlich unterstützen die Vereinigten Staaten verbündete bewaffnete Gruppen mit den Einnahmen aus dem Verkauf dieses Öls", sagte er.

Der US-Verteidigungsminister Mark Esper hat gedroht, dass amerikanische Streitkräfte, die um die syrischen Ölfelder stationiert sind, "militärische Gewalt" gegen jeden einsetzen würden, der versucht, Washingtons Kontrolle über diese Anlagen in Frage zu stellen, selbst wenn es sich um syrische Regierungstruppen oder ihre russischen Verbündeten handeln würde.

Washington hat einen völlig instrumentalisierten Blick auf die IS-Terrormiliz. Mit anderen Worten, obwohl die Vereinigten Staaten behaupten, den IS zu bekämpfen, war dies immer nur bis zu einem gewissen Grad der Fall und hat nie zu der wahren Zerstörung dieser Terrororganisation geführt.

Von 2011 bis 2014 haben die USA die IS-Terrormiliz mit allen Mitteln unterstütz und finanziert. Nach den Aktionen des IS im Irak und der Besetzung großer Teile des Landes versuchte Washington während der Obama-Ära diese Terroristengruppe unter ihre Kontrolle zu bringen, und 2014 wurde die sogenannte Internationale Koalition gegen den IS gegründet. Das Ziel der Vereinigten Staaten war es, den IS zu jenem Zeitpunkt in einem kontrollierten Zustand zu halten, damit er später gegen die syrische Armee und Regierung und deren Verbündeten eingesetzt werden kann.

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