Nov 14, 2019 20:17 Europe/Berlin
  • 10.000 Muslime in Myanmar getötet: IStGH nimmt Ermittlungen auf

Den Haag(ParsToday) - Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag(IStGH) hat heute offziell Vorermittlungen über die Verbrechen der Armee und Regierung von Myanmar an der muslimischen Minderheit der Rohingya aufgenommen.

Es gebe "eine glaubwürdige Grundlage" für die Annahme, dass "weit verbreitete und/oder systematische Gewaltakte" begangen worden seien, die als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden könnten, hieß es in einer Erklärung. Damit gaben die Richter  einem Antrag von Chefanklägerin Fatou Bensouda statt.

Bensouda hatte im September 2018 Vorermittlungen zur Vertreibung der Rohingya aus Myanmar eingeleitet.

Die Minderheit der Rohingya wird in Myanmar seit Jahrzehnten unterdrückt und diskriminiert.

Im August 2017 waren mehr als 740.000 Rohingya vor einer Militäroffensive in Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflüchtet. Sie leben nun unter schwierigsten Bedingungen in Flüchtlingslagern im Südosten Bangladeschs.

Eine UN-Kommission warf  dem Militär Myanmars in einem im August letzten Jahres veröffentlichten Bericht  Massentötungen und -vergewaltigungen unter der muslimischen Rohingya-Bevölkerung mit der „Absicht von Völkermord“ vor.

Die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi habe offenbar kein Interesse daran, in ihrem Land eine funktionierende Demokratie zu etablieren, stellte die UN-Untersuchungskommission in ihrem Bericht fest.

 

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