Nov 17, 2019 14:59 Europe/Berlin
  • Proteste in Bolivien: Zahl der Toten steigt auf 23

Bolivien (Parstoday) - Laut dem Interamerikanische Kommission für Menschenrechte hat es weitere Todesfälle bei den gewalttätigen Ausschreitungen in Bolivien bekanntgegeben.

Die Gesamtzahl der Toten bei den jüngsten Unruhen in dem südamerikanischen Land ist damit auf 23 gestiegen.

Dem Behörden zufolge kamen neun Menschen seit gestern durch die gewalttätigen Handlungen der Polizei und Sicherheitskräfte ums Leben, weitere 122 erlitten Verletzungen.

Die Zahl der Todesopfer der Proteste in Bolivien beträgt somit mindestens 23. Weitere 715 Menschen wurden seit dem Beginn der Ausschreitungen verletzt.

Die UN hat sich mittlerweile besorgt zu Wort gemeldet. Polizei und Militär in Bolivien seien mit unnötiger und unangemessener Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen, kritisierte Michelle Bachelet, UN-Kommissarin für Menschenrechte das Vorgehen. Zugleich warnte sie vor einer Eskalation.

Nach massiven Protesten und unter dem Druck des Militärs hatte der bolivianische Ex-Präsident Evo Morales am letzten Sonntag seinen Rücktritt erklärt. Nun befindet er sich im Exil in Mexiko. Zudem hatte mit dem Präsidenten auch der bolivianische Vizepräsident Alvaro Garcia Linera sein Amt niedergelegt.

Morales wirft seiner selbsternannten Nachfolgerin Añez einen Putsch vor, diese hingegen drohte ihm mit juristischen Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen, sollte Morales in sein Heimatland zurückkehren. Añez will nun Neuwahlen organisieren.

Früheren Medienberichten zufolge kam es zu dem Staatsstreich in Bolivien kurz nach dem Scheitern des großen Lithium-Deals mit dem in Baden-Württemberg beheimateten Unternehmen ACISA. Dank dem Deal sollte Deutschland Zugriff auf die weltweit größten Lithium-Reserven bekommen.

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