Jan 14, 2020 12:59 Europe/Berlin
  • Trumps Übertreibung über Terroranschlag auf General Soleimani

Teheran (ParsToday) - Die USA haben am 3. Januar den Kommandanten der Al-Quds Brigade der iranischen Revolutionsgarden, General Qassem Soleimani, und den stellvertretenden Befehlshaber der irakischen Volksmobilmachungskräfte Haschd al-Schaabi, Abu Mahdi al-Muhandis, und ihre acht Begleiter beim Verlassen des Flughafengeländes in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet.

Neue Beweise und Aussagen der hochrangigen US-Funktionäre zeigen jedoch, dass Washington bereits seit Monaten diesbezüglich seine Entscheidung getroffen und nur auf den richtigen Zeitpunkt für die Umsetzung des kriminellen Plans gewartet hatte. Trump behauptete, dass General Soleimani einen Angriff auf die US-Botschaften planen wollte. Wie der Nachrichtensender NBC berichtete, habe Trump bereits im Juni 2019 den Angriff auf General Soleimani angeordnet.

Nachdem die US-Spionage-Drohne vom Typ RQ-4A Global Hawk in der Provinz Hormuzgan in den iranischen Luftraum eingedrungen und von der iranischen Luftwaffe abgeschossen wurde, befahl Trump einen Terroranschlag gegen General Soleimani zu verüben, im Falle das US-Soldaten bei den iranischen Angriffen getötet werden. Dabei hatte Trump zuvor ohne jegliche Beweismittel die Ermordung von Soleimani damit begründet, dass er eine Gefahr für die US-Truppen darstelle und Angriffe auf vier US-Botschaften plane. Zuvor waren Aussagen von Trump und seinem Verteidigungsminister Mark Esper als offener Widerspruch gewertet worden. Trump hatte vergangene Woche gesagt, dass Angriffe "wahrscheinlich" auf vier US-Botschaften geplant gewesen sein könnten, doch Beweise dafür habe er nicht gesehen, sagte Esper am Sonntag.

Zugleich wiederholte Trump gestern seine haltlosen Behauptungen gegen General Soleimani und betonte, er habe dabei, nur getan, "was seit 20 Jahren hätte getan werden müssen". Es stellt sich die Frage, ob bisher Beweise für diese Behauptung vorgelegt hat oder diese Behauptungen im Rahmen des psychologischen Krieges gegen die Islamische Republik Iran gemacht hat, genau wie hunderte falsche Behauptungen zuvor.

Interessant ist, dass die Trump-Administration nun auch gegenüber China und Russland eine ähnliche Haltung eingenommen hat. Der US-Außenminister Mike Pompeo sagte dazu: "Die Ermordung Soleimanis ist ein Teil einer umfassenderen Abschreckungsstrategie gegen die Herausforderungen, die die Feinde der USA erzeugen. Dies gilt auch für China und Russland."

Der Vorsitzende des Komitees des Geheimdienstes des US-Repräsentantenhauses Adam Schiff

 

Gleichzeitig behauptete Trump, die Demokraten würden den iranischen General Soleimani im Rahmen ihrer politischen Ziele verteidigen, was er als einen Skandal für die USA bezeichnete. Damit verwies Trump auf den demokratischen Vorsitzenden im Geheimdienstkomitee des Repräsentantenhauses Adam Schiff, der die falsche Informationen Trumps als Vorwand für die Ermordung von General Soleimani bezeichnete. Mit Hinweis auf das letzte Interview Trumps mit dem Sender Fox News twitterte Schiff am Montag dass die Behauptungen Trumps Lügen seien: "Nun sagt Esper, es waren nicht Geheimdienstinformationen, sondern nur Trumps persönliche Überzeugung. Das ist keine Basis, uns an den Rand eines Kriegs zu führen."

Trump said on Fox that the intelligence showed Iran plotting against four of our embassies.

As a member of the Gang of 8, that was news to me.

Now, Esper says this was not intelligence, only Trump’s personal belief.

That’s no basis to take us to the brink of war. pic.twitter.com/G2VRkoW9QE

— Adam Schiff (@RepAdamSchiff) 12 January 2020

Der Terroranschlag gegen die beiden iranischen und irakischen Kommandanten General Qassem Soleimani und Abu Mahdi al-Muhandis, die eine Hauptrolle bei der Bekämpfung der IS-Terrormiliz hatten und zu den Haupthindernissen der US-Ziele in Westasien gehörten, war aus der Sicht des amerikanischen nationalen Sicherheitsteams, eine Gelegenheit, die man nicht aus der Hand verlieren sollte. Aus diesem Grund übten die Amerikaner dieses große Verbrechen gegen die beiden Helden aus.

Aus Angst vor den gefährlichen Folgen eines solchen Anschlags hatten die damaligen Präsidenten der USA George W. Bush und Barack Obama keinen Mut dafür gefunden. Trump aber, der bewiese hat, dass sein Verhalten keineswegs vorhersehbar ist, unternahm diesen Schritt, ohne dessen folgen zu beachten. Nach dem harten Vergeltungsschlag Irans auf den US-Luftwaffenstützpunkt Ain Al-Asad sah Trump jedoch ein, dass er die Militärkraft Irans ernst nehmen muss.

Die iranischen Revolutionsgarden haben jüngst mit einem Angriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad im Irak auf den verbrecherischen Terroranschlag des amerikanischen Invasionsmilitärs auf General Soleimani, den Kommandanten der Al-Quds Brigade der iranischen Revolutionsgarden geantwortet.

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