Jan 20, 2020 09:51 Europe/Berlin
  • Bundesaußenminister Maas wirft Trump im Iran-Konflikt Versagen vor

Berlin (ParsToday) - Der deutsche Bundesaußenminister Heiko Maas hat die US-Politik des maximalen Drucks gegen Iran als nutzlos kritisiert.

In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" übte Außenminister Maas deutliche Kritik an der Iran-Politik der USA und sagte, dass Drohgebärden und Militäraktionen nichts am Verhalten der IR Iran geändert hätten. Er warnte zudem vor einem Flächenbrand  im Nahen und Mittleren Osten.

In diesem Interview verteidigte der deutsche Außenminister erneut das Nuklearabkommen und erklärte: "Während die USA im Alleingang aus dem Atomabkommen ausgestiegen sind und auf maximalen Druck setzen, wollen die europäischen Unterzeichnerstaaten gemeinsam Fortschritte durch Verhandlungen erreichen und das Abkommen erhalten."

Ungeachtet dessen, dass die drei europäischen Vertragspartner Großbritannien, Frankreich und Deutschland ihre Verpflichtungen aus dem Atomabkommen nicht eingehalten haben, forderte Maas Teheran auf, sich an das Abkommen zu halten.

Die USA hatten das Atomabkommen mit Iran im Mai 2018 einseitig aufgekündigt und wieder Sanktionen gegen Teheran verhängt. Im Rahmen seiner Politik des maximalen Drucks gegen Iran hob Trump im Mai 2019 eine Ausnahmeregelung, die acht Ländern die Einfuhr iranischen Öls ohne Strafandrohung ermöglichte, auf. Dadurch wollte die US-Regierung erreichen, dass Irans Ölexporte "auf null" sinken und die Regierung in Teheran ihre wichtigste Einnahmequelle verliert. 

Trotz seiner Drohungen ist es dem Weißen Haus aber bisher noch nicht gelungen, den iranischen Ölexport zu stoppen. Viele Länder, darunter China, Indien, der Irak, die Türkei und Russland haben erklärt, dass sie die einseitigen US-Sanktionen gegen Iran nicht akzeptieren und ihre Handelsbeziehungen mit diesem Land fortsetzen.  

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