Jan 20, 2020 10:39 Europe/Berlin
  • Angriff der Haftarkräfte auf Tripolis, Stunden nach der Berliner Konferenz

Tripolis (ParsToday/IRNA) – Die sogenannte Libysch-nationale Armee unter dem Kommando von Khalifa Haftar hat am Montagmorgen, Positionen der Nationalen Einheitsregierung im Süden der Hauptstadt Tripolis angegriffen. Der Angriff erfolgte nur wenige Stunden nach dem Ende der Libyen-Konferenz in Berlin.

Die libysche Regierung der nationalen Einheit gab bekannt, dass es zwischen den Streitkräften von Haftar im Gebiet Salaheddin südlich von Tripolis und den Regierungstruppen zu Ausschreitungen gekommen sei.

Die Regierung der Nationalen Einheit, angeführt von Fayiz as-Sarradsch, nannte den Angriff eine grobe Verletzung des Waffenstillstandsabkommens in Libyen. Laut Nachrichtenquellen ist es den Regierungstruppen der libyschen Nationalen Einheit gelungen, den Angriff abzuwehren und ihre Position zu behaupten.

Libyen-Konferenz: Ausländische Mächte versprechen Einmischung von außen zu beenden

Seit 2014 ist Libyen zwischen zwei rivalisierenden Regierungen aufgeteilt, dem Repräsentantenhaus in der östlichen Stadt Tobruk und der international anerkannten Regierung der Nationalen Einheit (GNA) in Tripolis.

Im vergangenen April startete der rebellische General Haftar, der die östliche Regierung unterstützt, eine Offensive, um die Hauptstadt Tripolis einzunehmen und die Einheitsregierung zu stürzen. Trotz heftiger und tödlicher Auseinandersetzungen hat Haftar sein Ziel bisher nicht erreicht.

Die Krise hat auf internationaler Ebene allmählich an Bedeutung gewonnen, seit die Türkei und Katar begonnen haben die Einheitsregierung zu untersützen und Russland, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate sich an die Seite von Khalifa Haftar gestellt haben.

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