Mrz 25, 2020 13:15 Europe/Berlin
  • IS reklamiert Angriff auf erdgasreiche Region in Mosambik für sich

Maputo (PressTV) - Die IS-Terrorgruppe hat am Mittwoch die Verantwortung für einen Angriff im südostafrikanischen Land Mosambik übernommen, bei dem am Montag Dutzende Sicherheitskräfte getötet oder verletzt wurden.

Der Angriff ereignete sich in der nördlichen Stadt Mocimboa da Praia, wo ausländische Unternehmen wie Exxon Mobil und Total Gasprojekte im Wert von 60 Milliarden Dollar durchführen. Offiziellen Angaben zufolge hätten die IS-Milizen einige Bereiche der Stadt sowie eine Kaserne besetzt, bevor sie am Dienstag vertrieben wurden.

Die Angreifer hinterließen eine "Spur der Zerstörung und Leichen", sagte Regierungssprecher Filimao Suaze und fügte hinzu, dass die Sicherheit in der Region wieder unter Kontrolle sei. Die genaue Zahl der Opfer gab er nicht an.

Mocimboa da Praia ist eine Hafenstadt in der mosambikanischen Provinz Cabo Delgado am Indischen Ozean. Nach der vielversprechenden Entdeckung reicher Erdgasressourcen in dieser Provinz, wird davon ausgegangen, dass Cabo Delgado künftig zum Zentrum der Erdgasindustrie wird. Seitdem kommt es in dieser Region immer wieder zu Angriffen auf Sicherheitskräfte und Zivilisten.

2017 kündigte die Regierung Pläne zum Bau eines Handelshafens in der Provinz an, doch die Angriffe haben Sicherheitsbedenken für Investoren in Mosambik - eines der ärmsten Länder der Welt - ausgelöst.

Nichtregierungsoranisationen (NGO) fordern von der Regierung, mehr für den Schutz der meist armen Zivilisten in der Region zu tun. "Diese gewaltsame Eskalation in Mocimboa da Praia ist der Höhepunkt eines tragischen Versagens der mosambikanischen Regierung beim Schutz der Menschen in diesem unbeständigen Gebiet", sagte Amnesty Internationals (AI) stellvertretende Direktorin für Südafrika, Muleya Mwananyanda. "Seit fast drei Jahren greifen bewaffnete Gruppen Dorfbewohner in der Umgebung von Cabo Delgado an und verursachen unermessliches menschliches Leid, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden", fügte sie hinzu. Angaben von Amnesty International zufolge, seien in dieser Region seit 2017 etwa 350 Menschen getötet wurden, aber viele vermuten eine viel höhere Opferzahl.

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