Apr 09, 2020 11:34 Europe/Berlin
  • WHO weist Trumps Vorwürfe zurück

Genf (ParsToday/IRNA/Reuters) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Vorwürfe und Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen diese internationale Organisation kritisiert und zurückgewiesen.

Das Coronavirus für politische Zwecke zu missbrauchen sei das Schädlichste, was jetzt passieren könne, sagte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. "Das Schlimmste steht uns noch bevor, wenn wir uns nicht beeilen, Einigkeit sicherzustellen", warnte er. 

Tedros lehnte die Behauptung Trumps ab, dass die WHO "China-zentriert" sei, und sagte: "Wir sind nah an jeder Nation, wir sind farbenblind." Er forderte außerdem Einheit auf internationaler Ebene, und dass COVID-19 nicht für politische Zwecke ausgenutzt wird.

Tedros sagte außerdem, die WHO habe die Welt über die neuesten Daten und Informationen auf dem Laufenden gehalten und stellte fest, dass am Donnerstag 100 Tage vergangen seien, seit China am 31. Dezember erstmals der Organisation Fälle von Lungenentzündung gemeldet hatte.

Der WHO-Generaldirektor sprach sich zudem für den Stopp der Politisierung der globale Gesundheitskrise aus und forderte insbesondere China und die Vereinigten Staaten auf, eine aufrichtige Führung zu zeigen.

Trump greift WHO an

Auch die UNO unterstützt die Maßnahmen der WHO in der Corona-Krise. Der UN-Generalsekretär António Guterres stellte eine Untersuchung zu späterer Zeit in Aussicht. "Es ist meine Überzeugung, dass die WHO unterstützt werden muss, denn sie ist absolut notwendig für die Anstrengungen der Welt, den Kampf gegen Covid-19 zu gewinnen", sagte Guterres am Mittwoch in New York.

Der UN-Generalsekretär sprach sich außerdem für Einheit unter der Weltgemeinschaft aus, um gemeinsam gegen die Ausbreitung des Coronavirus kämpfen zu können.

"Wenn wir diese Epidemie endlich hinter uns haben, muss es eine Zeit geben, ausführlich zurückzuschauen, um zu verstehen, wie so eine Krankheit entstehen und sich so schnell verheerend um die Welt verbreiten konnte, und wie alle Beteiligten auf die Krise reagiert haben", fügte Guterres hinzu.

Ferner hat auch Frankreich die WHO gegenüber den US-Vorwürfen verteidigt. Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach bei einem Telefonat mit dem WHO-Generaldirektor seine Unterstützung für diese Organisation aus. 

Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Umgang mit dem Coronavirus Versagen und übermäßige China-Hörigkeit vorgeworfen. Er drohte zudem mit dem Einfrieren der Gelder für diese Organisation.

In den USA sind inzwischen rund 430.000 Menschen positiv auf das Virus getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Toten in diesem Land auf 14.817.

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