Aug 09, 2020 16:48 Europe/Berlin
  • ​​​​​​​US-Spionageagenturen identifizieren nicht-angemeldeten Nuklearstandort nahe saudischer Hauptstadt

​​​​​​​Washington/Riadh (PressTV) - Berichten zufolge haben amerikanische Geheimdienste einen scheinbar nicht angemeldeten Nuklearstandort in der Nähe der saudi-arabischen Hauptstadt Riad entdeckt und überprüfen mögliche Versuche des Königreichs, Uran zu verarbeiten und auf die Entwicklung von Atombomben hinzuarbeiten.

Die New York Times berichtete am Mittwoch, dass die Agenturen in den letzten Wochen eine klassifizierte Analyse über saudische Versuche durchgeführt hätten, ihre Fähigkeit zur Herstellung von Kernbrennstoffen auszubauen, die möglicherweise zur Entwicklung von Atomwaffen führen könnten.

Die Studie zeigt, dass "ein neu fertiggestelltes Bauwerk nahe eines Produktionsbereichs für Solarmodule in der Nähe von Riad, der saudischen Hauptstadt, von einigen Regierungsanalysten und externen Experten als einer von mehreren nicht angemeldeten Nuklearstandorten vermutet wird", heißt es in dem Bericht.

Der Standort befindet sich in einer abgelegenen Wüstengegend unweit der saudischen Stadt al-Uyaynah, 30 Kilometer nordwestlich von Riad und ihrem Solardorf.

"Die Analyse alarmiert, dass es geheime saudi-chinesische Bemühungen geben könnte, rohes Uran in eine Form zu bringen, die nach Angaben amerikanischer Verantwortungsträger später zu Waffentreibstoff angereichert werden könnte", fügte der Bericht hinzu.

Einen Tag zuvor hieß es in einem Artikel im Wall Street Journal, westliche Funktionäre seien besorgt über einen Wüstenstandort im Nordwesten Saudi-Arabiens südlich der Stadt al-Ula. Es sei Teil eines Programms mit den Chinesen, Gelbkuchen aus Uranerz zu extrahieren, so der Artikel.

Frank Pabian, ein ehemaliger Satellitenbildanalyst am Los Alamos National Laboratory in New Mexico, sagte, der Wüstenstandort sei eine kleines Werk, um Uranerz in Gelbkuchen umzuwandeln, da er auf einer Seite einen Kontrollpunkt, Hochsicherheitszäune und ein großes Gebäude von etwa 150 Fuß hat und Teiche für die Sammlung von Uranabfällen.

Das Königreich suchte nach Uranvorkommen auf mehr als 10.000 Quadratmeilen seines Territoriums und hatte sich laut dem Bericht mit Jordanien zusammengetan, um Gelbkuchen herzustellen.

"Die IAEA ist mit Saudi-Arabien unzufrieden, weil sie sich weigert, über ihr bestehendes Programm und dessen Verlauf zu kommunizieren", sagte Robert Kelley, ehemaliger Inspektor des UN-Atomwächters.

Die Versuche Saudi-Arabiens, seine Atom- und Raketenprojekte zu beschleunigen, haben die Befürchtung geweckt, dass das Land Atomwaffen erwerben will. Beobachter glauben, dass ein nukleares Saudi-Arabien - in dem derzeit Kriegstreiber an der Spitze stehen - eine ernsthafte Sicherheitsbedrohung für Westasien darstellen könnte.

Bislang hat Riad den Forderungen der IAEA nach angemessenen Schutzmaßnahmen und einem Inspektionssystem, das eine mögliche Abweichung in Richtung Atomwaffen verhindern würde, keine Beachtung geschenkt.

Im März 2018 sagte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, Riad werde sich schnell für eine Atombombe entscheiden, wenn Iran es tue. Iran hat sein Atomprogramm wiederholt als ausschließlich zivil bezeichnet, und der intensivsten UN-Aufsicht aller Zeiten unterstellt.

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