Jan 13, 2021 11:00 Europe/Berlin

Das Jahr 2020 war fast ganz von dem Kampf der Menschen und Regierungen gegen Covid 19 geprägt Die Medien und Medienmitarbeiter haben aber nicht nur unter den Folgen der Pandemie sondern auch unter Trump und anderen  gelitten.  Jedenfalls hoffen wir  auf eine gute Wende im Jahre 2021.

 

                                    

Wenn wir auf die wichtigsten Ereignisse, denen die Medien im letzten Jahr begegnet sind, hinweisen wollen, ist an erster Stelle der Ausbruch von Corona zu nennen. Die Top-Nachrichten in den Medien konzentrierten sich nicht nur  auf  Covid-19, sondern diese Pandemie wirkte sich erheblich auf die Medien selber und die Berufstätigen in der Medienwelt auf. Alle Kinosäle wurden geschlossen und gemeinsame Kulturereignisse und Sportveranstaltungen wurden abgesagt.

Die Freizeitindustrie hat erheblich unter der Pandemie gelitten. Viele Bereiche der Freizeitindustrie hängen von der tatsächlichen Anwesenheit ihrer Nutzer ab. Aber zum Beispiel bei Konzerten oder bei Filmvorführungen  besteht Ansteckungsgefahr für die Besucher, so dass Konzertsäle und Kinos geschlossen werden mussten. Um solche Bereiche während der Pandemie zu retten muss sich ernsthaft etwas tun, zum Beispiel durch finanzielle Unterstützung der auf diesem Gebiet Tätigen oder durch eine Impfung aller Bevölkerungsteile. Doch heute geht es vor allem um die Nachrichtenmedien.

Entwicklung von Corona-Impfstoffen erweckt neue Hoffnung unter der Weltbevölkerung hinsichtlich Sieg über Covid 19 

 

 

US-Präsident Donald Trump hat 2020 den Medien zugesetzt.  Er hat sie ausgenutzt um Krisen zu schüren.  Auf Twitter verurteilte er einige Medien. Er  bezeichnete sie als illegal und behauptete, sie würden alles  daransetzen, um den Virus Covid 19 so schrecklich wie möglich darzustellen und auf den Märkten Angst auszulösen. Später meinte er in einem Interview er würde gerne Tweets schreiben, aber die meisten Tweets würde er später bereuen.  

 Für Donald Trump sind die Medien aber nicht zur zum Zeitvertreib da. Er hat sie im letzten Jahr als „Feind der Nation“ bezeichnet. Die USA weisen die höchsten Infektions- und Sterbeziffern im Zusammenhang mit der Pandemie auf und dies obwohl dieser Staat sich gerne als das mächtigste Land betitelt. Unterdessen hat Trump anfangs  die Gefahr von Corona geleugnet  und sich sogar darüber lustig gemacht.  Trump musste sich viele Vorwürfe seitens der Medien und der öffentlichen Meinung gefallen lassen und hat dadurch auch Wählerstimmen eingebüßt. Daher sah er einen Ausweg darin, den Spieß umzudrehen und die Medien anzugreifen. 

Wie auch immer. Es ist zu hoffen, dass die Medien seine Angriffe bald loswerden und Corona im Laufe des neuen Jahres aus den Schlagzeilen verschwindet.

 

 

Der Ausbruch von Covid-19 und die Schließung von Arbeits- und Gewerbestätten haben den Grundpfeilern der Weltwirtschaft einen schweren Schaden zugefügt. Am schlimmsten ist es denjenigen Einrichtungen ergangen, die nicht mehr in der Lage waren ein Einkommen zu zielen. Ihre Weiterexistenz  hängt von der Versorgung aus anderen finanziellen Quellen in anderen Bereichen ab. Zu den betroffenen Einrichtungen gehören die Medien.  In einem Land wie Afghanistan sind die meisten Medien nicht in der Lage ihre Aufwendungen aus der Werbung oder  zusätzlichen wirtschaftlichen Betätigungen oder durch staatliche Hilfen zu decken. Daher mussten sie wegen der Pandemie schließen oder ihrem Personal, unter anderem Journalisten die unter normalen Umständen bereits finanziell schlecht gestellt waren, noch größere Probleme zumuten.

Wenn dennoch einige Medien sich über Wasser halten konnten, so zeugt es von ihrer  Überzeugung davon, die erreichten Erfolge bei der Verwirklichung der freien Meinungsäußerung und Medienaktivität wahren zu wollen. Diese Medien verdienen geeignete Unterstützung. Im Jahre 2021 wird hoffentlich die Krise, die sie belastet, abflauen.

Doch nun zu einer Krise im Zusammenhang mit Nachrichtmedien, die speziell in Australien auftrat: Kürzlich  wurde nämlich in diesem Kontinentalstaat eine Klageschrift gegen das Medienimperium des Israelfreundes Rupert Murdoch  abgefasst und im Internet veröffentlicht.  Sie wurde von mehr als eine halbe Million Anwendern unterzeichnet. Die Klageschrift  folgte einer Kampagne, die Kevin Rudd, Ex-Premierminister und Vorsitzender der Australischen Arbeiterpartei zuvor in einem Video angekündigt hatte. Dieses Video  wurde im Oktober vergangenen Jahres auf der Webseite des australischen Parlamentes  vielfach mit anderen geteilt und massiv begrüßt.

In der Regel wird Kevin Rudd von den Zeitungen der Mediengruppe „News Corporation“  welche im Besitz von Rupert Murdoch ist, angegriffen.  Rudd attackierte seinerseits in einem Video heftig das Medienimperium von Rupert Murdoch und sagte, dass es zu einem Krebsgeschwulst für die Innenpolitik Australiens geworden sei. Kevin Rudd erinnerte daran, dass in dem Bundesstaat Queensland, wo er lebt und der ein Staat mit großem Einfluss auf  das Wahlergebnis in Australien ist, alle Zeitungen im Besitz des Medienmagnats Murdoch sind und dieser mithilfe seiner Medienmacht die Richtung der australischen Innenpolitik beeinflusst.  

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Kampagne von Kevin Rudd gegen Rupert Murdoch

 

RSF – Die Organisation Reporter ohne Grenzen haben in ihrem Jahresbericht über die Gewalt gegenüber Reportern geschrieben und bekannt gegeben, dass 2020 insgesamt 50 Reporter auf der Welt getötet wurden. Laut diesem Bericht  ist die Zahl der Reporter, die  in Kriegsgebieten ums Leben gekommen sind, zurückgegangen, und die Zahl der Reporter die in Ländern ohne Krieg starben,  angestiegen. Insgesamt sind laut Bericht der RSF in den letzten 10 Jahren 937 Reporter ermordet worden.  Außerdem hieß es, dass eine größere Anzahl von Reportern in Ländern getötet wurde, die als Länder im Zustand des Friedens gelten, wie Mexiko, Honduras und die Philippinen.  84 Prozent aller Morde an  Reportern im Zusammenhang mit ihrer Berufstätigkeit erfolgten gezielt und absichtlich. Im Jahre 2019 waren es 63 Prozent gewesen. Das gefährlichste Land für Reporter war 2020 Mexiko. Dort fanden 8 Reporter einen gewaltsamen Tod. Nach Mexiko folgte Irak mit 6 Opfern und Afghanistan mit fünf Opfern unter den Reportern. In Indien und Pakistan wurden jeweils vier Reporter umgebracht. Außerdem bringen zur Zeit 387 Reporter auf der Welt im Gefängnis zu; viele von ihnen wegen ihrer Berichterstattung und Recherchen im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Mehr als 130 Zeitungsreporter sind seit dem Frühjahr 2020 willkürlich wegen Berichte über die Pandemie festgenommen worden. Sie wurden mehrere Stunden bis zu mehreren Tagen festgehalten und in einigen Fällen für mehrere Wochen hinter Gitter gebracht. Als Beispiel führt die Organisation für Reporter ohne Grenzen, den Reporter Hopehul Chinonu aus Zimbabwe an. Er recherchierte  über den Verkauf von Corona-Medikamenten zu hohen Preisen seitens der Regierung und wurde auf brutale Weise in seiner Wohnung festgenommen. 

Hopehul Chinonu wird vor Gericht geführt

 

Die RSF hat in ihrem Bericht auch auf die Feindseligkeit des US-Präsidenten Donald Trump gegenüber Reportern und Medien hingewiesen und geschrieben: „Der Begriff „fake news“ (Falschnachricht)  den Trump oft wiederholt, wird heute von den Anführern anderer Länder instrumentalisiert, um die Medien zu unterdrücken.“

In dem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenze heißt es weiter, die Aggressivität gegenüber Reportern und Medien habe sich in den USA verschlimmert und zuvor habe selten jemand wie Trump so heftig die Medien angegriffen.  Die Missbräuche gegenüber der Presse während der Corona-Krise seien ebenso schlimmer geworden.  Außerdem seien Reporter, die von der Trump-Regierung  eine Stellungnahme zur Corona-Krise erfahren wollten, während der Pressekonferenz von ihm verbal angegriffen worden.

Schließlich kommen wir noch zu dem Jahresbericht des Europarates, bestehend aus 47 europäischen Staaten, der in Zusammenarbeit mit den Zivilorganisationen zur Verteidigung der Medienfreiheit veröffentlicht wurde und darauf schließen lässt, dass die Medienfreiheit auf dem europäischen Kontinent zunehmend gefährdet ist. 

 

 

Soeben genannter Bericht zeigt, dass es im Jahre 2020 zunehmend  mehr Fälle gegeben hat,  bei denen Reporter eingeschüchtert und ihnen sogar  mit Gefängnisstrafe oder dem Tod gedroht wurde.  Genannt wurden neben Russland und Türkei auch einige Länder wie Ungarn, Polen, Malta und Bulgarien als Länder, in denen Reporter besonders Schikanen und Drohungen und einer Behandlung begegnet sind, die gegen die Grundsätze der Pressefreiheit verstößt.

Der Bericht verweist darauf, dass in diesem Jahr mehr als 30 Reporter verprügelt wurden und mehr als 100 Reporter hinter Gefängnisgittern zubringen. Es werden Dutzende Fälle angeführt, die hinsichtlich des Verstoßes gegen die Medienfreiheit in Europa im vergangenen Jahr registriert wurden: zum Beispiel 33 Fälle einer handgreiflichen Attacke, 17 Fälle neuer Festnahmen und Gefangenhaltung, 43 Fälle der Misshandlung, des Schikanierens und Einschüchterns und 2 Fälle der versuchten Ermordung eines Reporters.

 

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