May 13, 2021 13:04 Europe/Berlin
  • Erdogan:

Ankara (ParsToday/PressTV) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat über die Ausbreitung der Islamophobie in ganz Europa Alarm geschlagen. Das „Virus“ anti-muslimischer Gefühle macht den Kontinent zu einem „Freiluftgefängnis“ für die Millionen Muslime, die dort leben.

Erdogan sprach am Mittwoch in der türkischen Hauptstadt Ankara über die zunehmende Gewalt und Diskriminierung von Muslimen in Europa und zog eine Analogie zwischen Islamophobie und dem Ausbruch des Coronavirus auf dem Kontinent.

"Das Virus der Islamophobie, das genauso gefährlich ist wie das Coronavirus, verbreitet sich schnell, insbesondere in europäischen Ländern", sagte Erdogan und fügte hinzu, dass die Situation in Bezug auf Sicherheitsrisiken für Muslime in Europa alarmierend sei.

Der türkische Präsident bezeichnete Rassismus, Diskriminierung und religiöse Intoleranz als nur einige der in ganz Europa wütenden „sozialen Krankheiten“ und betonte, dass der Kontinent „zunehmend zu einem Freiluftgefängnis für unsere Brüder und Schwestern wird“.

Auch in seiner Rede am Mittwoch äußerte Erdogan seine Besorgnis über den Schritt der französischen Regierung im vergangenen Monat, trotz Gegenreaktionen der Religionsgemeinschaft ein anti-muslimisches Gesetz zu verabschieden.

"Die Verabschiedung eines solchen Gesetzes, das offen gegen Menschenrechte, Glaubensfreiheit und europäische Werte verstößt, wird als Guillotine für die französische Demokratie fungieren", sagte er.

"Wir fordern die französischen Behörden und vor allem Präsident Emmanuel Macron auf, vernünftig zu handeln", fügte Erdogan hinzu. "Wir erwarten eine rasche Rücknahme dieses Gesetzesentwurfs."

Am 12. April verabschiedete die französische Regierung ein neues Gesetz, um den sogenannten "islamistischen Separatismus" auszumerzen, der dem Staat mehr Macht geben würde, religiöse Gruppen wegen angeblicher Bedrohungen der Nation zu überwachen und aufzulösen.

Macron hat zuvor Kontroversen ausgelöst, nachdem er beleidigende Bemerkungen gegen den Islam gemacht und die Veröffentlichung von beleidigenden Karikaturen des Propheten Mohammad (F) im Namen der „Meinungsfreiheit“ verteidigt hatte. 

Seine Äußerungen lösten weltweit Proteste aus und forderten den Boykott französischer Waren.    

Die anti-muslimischen Gefühle haben in den letzten Jahren in ganz Europa infolge der Terroranschläge auf dem Kontinent zugenommen. Die Angriffe wurden von den Sympathisanten der IS-Terrormiliz oder den Mitgliedern der Terrorgruppe durchgeführt, die nach ihrer Niederlage im Irak und in Syrien nach Hause zurückgekehrt waren.

Muslimische Führer in Europa und auf der ganzen Welt haben die Terroranschläge verurteilt.

Darüber hinaus haben der Aufstieg der rechtsextremen Ideologie und die Verbreitung der Einwanderungspolitik die Lage religiöser Minderheiten in Europa verschlimmert.

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