Jun 23, 2021 23:20 Europe/Berlin
  • NATO vergibt die „Hunnen-Rede“ gegen China

Das „Trio infernale“ bestehend aus G7, EU und NATO hatte in Zusammenhang mit der Europa-Reise des amerikanischen Präsidenten Joe Biden gerade die Resolutionen für die Aufnahme des Fehde-Handschuhs mit China verabschiedet, flogen in China die MiG-29 gen Taiwan.

Von:  Willy Wimmer, Staatsekretär a.D.

In den internationalen Medien wurde breit darüber berichtet. Es waren 28 MiG-29, die in die seit einem Jahr wohl aktivierte Luftverteidigungszone Taiwans einflogen. Angeblich war das eine Demonstration, die nicht innerhalb von Stunden nach den Cornwall- und Brüsseler Beschlüssen einfach mal so hätten gestartet werden können. Dafür brauchte es allerdings eine Vorlaufzeit, die deutlich machte, dass die Joe Biden-Beschlüsse für die chinesische Seite keine Überraschung gewesen sind.

Selbst für die sedierten Deutschen dürfte es keine Überraschung gewesen sein, was sich in Richtung China und in Zusammenhang mit dem neuen amerikanischen Präsidenten entwickeln würde. Ein deutliches Zeichen und dies mit Zustimmung der Bundesregierung in Berlin und der Landesregierung in Düsseldorf war die Übernahme einer deutschen Liegenschaft durch das amerikanische Militär außerhalb der bislang bekannten amerikanischen Stationierungszone auf deutschem Staatsgebiet. Die Amerikaner rückten am nördlichen Rand des Ruhrgebietes mit ihrem Militär ein und zwar unweit des Zentralpunktes Duisburg für das chinesische Projekt der „Seidenstraße“.

Diese „Seidenstraße“ ist nicht etwas, das der Welt erst noch vorgegaukelt werden muss. Diese gigantische Eisenbahnverbindung macht deutlich, wie effektiv Deutschland und weite Teile Westeuropas an die heutige und moderne „Werkbank der Welt Shanghai“ angekoppelt sind. Wenn dieses kontinentale Unterfangen durch USA, EU und NATO jetzt auf das Diffamierungsgleis geschoben wird, müsste in Deutschland zumindest die von Helmut Kohl als Bundeskanzler und OB Krings aus Duisburg angeschobene globale Bedeutung des weltgrößten Binnenhafens notleidend werden. Welchen Sinn dann noch gewaltige Infrastrukturmaßnahmen zwischen Rotterdam und Duisburg namens „Betuwe-Linie“ für den Eisenbahn-Güterverkehr machen, mag der Kuckuck wissen. Die Beschlüsse für Präsident Joe Biden können für uns in Deutschland so heruntergebrochen werden, dass uns hören und sehen vergehen wird.

Es geht allerdings nicht nur um unser ökonomisches Rückgrat. Da sind wir einiges gewohnt, wenn man an die Dauersanktionierung unserer wichtigsten Handelspartner zugunsten der amerikanischen Konkurrenz denkt. Schließlich läuft die Eisenbahn-Verbindung Shanghai (Luzon) nach Duisburg durch so sämtliche Gebiete, die zwar unsere geschätzten Nachbarn beheimaten, die aber im Zielvisier der USA und damit der NATO sind.

Bei Frau Amanpour, die bei CNN für die Anbahnung eines jeden Konfliktes seit dem Jugoslawien-Krieg gut ist, ließ sich unmittelbar nach den genannten Beschlüssen ein ehemaliger, amerikanischer NATO-Befehlshaber mit kriegserfahrener Brust bereits frohlockend vernehmen. Ja, jetzt gehe es gegen China und das mit deutscher, französischer und vor allem britischer Hilfe. Die deutsche Marine fällt im Vergleich zur Royal Navy mit der hochmodernen Flugzeugträger-Kampfgruppe um den Träger „Queen Elizabeth II“ nicht ins Gewicht. Die Briten sind mit geballter Kampfkraft und unter Assistenz der US-Marine in den Gewässern des Pazifischen Ozeans und damit vor der Küste Chinas unterwegs. Es wird eine Frage der Zeit sein, wann man unweit der ehemaligen Kronkolonie Hongkong das Recht auf Durchsetzung der freien Schifffahrt gegen chinesische Sicherheitsinteressen durchsetzen will. Die Bundesmarine kann mit diesem Ansatz nicht warten. Das ist das Ziel ihres Einsatzes, den Tiger zu reiten. Was das noch mit dem NATO-Vertrag, der Einbindung dieses Vertrages in die Charta der Vereinten Nationen und der Verpflichtung des Grundgesetzes, den „Frieden auf der Welt“ stets im Auge zu behalten, zu tun haben sollte, vermag keiner zu sehen.

Aber das spielt in Berlin mit seiner geschleuderten Treue zur eigenen Verfassung ohnehin keine Rolle. Man macht, was den US-Präsidenten charmiert und davon kann der nicht genug haben. Was soll man da auch machen, wenn es dem US-Präsidenten vor seinem Genfer Treffen mit Präsident Putin gelingt, die G6-Staaten und die Satrapen in Europa gegen ihre eigenen Interessen unter die Knute gegen Russland zu zwingen, um anschließend mit diesem gewichtigen Pfund bei Präsident Putin auf Zukunft zu machen? Das muss man erst mal können. Die G6 und die anderen legt man an die Kandarre und schmust mit dem angeblichen „Feind“ fröhlich vor sich her. Wo da der dringend notwendige europäische Freiraum zwecks Herstellung besserer Beziehungen zu Russland bleiben sollte, ist schleierhaft. So lässt man sich den Schneid abkaufen und läuft blamiert durch die Gegend.

Mit China ist das nicht anders. Und man sollte sich nicht täuschen. Alleine das Auftauchen ortsfremder Marineschiffe vor Chinas Küste weckt Erinnerungen. Aber vielleicht ist es das gerade, was in den Hirnen derjenigen vorgeht, die sich die Erledigung Chinas auf die Fahnen geschrieben haben. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ging es doch schon einmal gemeinsam gegen China, und die Deutschen sollten mit von der Partie sein, bevor man sich über sie hermachte. In China hat man weder die japanische Invasion, noch das internationale Vorgehen Jahrzehnte zuvor vergessen. Man kann sich ausrechnen, wie das China zusammenschweißen wird, um es den „fremden Teufeln“ zu zeigen?

Vermutlich werden in der Vorbereitung dieser Konfrontation die üblichen Lehrstühle an deutschen und europäischen Hochschulen finanziert, damit vor und während des Konfliktes mit China die durchaus sachkundigen Hetzer und Propagandisten in den gelenkten Medien das gewünschte Bild zeichnen können, um so etwas wie Kriegsbegeisterung im Stil der berühmten „Hunnen-Rede“ erzeugen zu können. Wer allerdings den 22. Juni 1941 und den Krieg des Deutschen Reichs gegen die damalige Sowjetunion mit den Hekatomben von Opfern noch im Kopf haben sollte, der sollte sich eine Steigerung des Elends vorstellen, bevor er unentschuldbare Fehlentscheidungen trifft. Das Ende der Sowjetunion ging ohne Blutvergießen vonstatten. Ein Konflikt mit China bedeutet gerade dieses in den dafür vorgesehenen globalen Zonen.

Das Bild verfestigt sich, wie Singkiang, Tibet, Myanmar und jetzt Taiwan zeigen und man fragt sich, wann es soweit ist? Bei dem amerikanischen Vorgehen gegen Deutschland konnte man das an der Vorherrschaft der „white, anglo-saxon Protestants“ in dem staatlichen Gefüge der USA festmachen. Andere werden ihre Überlegungen haben, warum es ihnen an den Kragen ging. Vielleicht wird es nicht mehr lange dauern, bis es dann wie Schuppen von den Augen fällt. Wenn Frau Vizepräsidenten Harris mit ihren Indischen Wurzeln oder die ex-UN-Botschafterin, Frau Haley, die Nachfolge unter den indisch-stämmigen Nachfolgeaspiranten unter sich ausmachen, dürfte es weitere Anhaltspunkte geben.

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