Jan 16, 2022 15:08 Europe/Berlin
  • Libyscher Kriegsherr Khalifa Haftar besucht Israel

Tel Aviv (ParsToday/PressTV) - Ein Flugzeug mit dem libyschen abtrünnigen Kommandanten Khalifa Haftar ist Berichten zufolge auf dem Flughafen Ben Gurion in den besetzten palästinensischen Gebieten gelandet. Dies erfolgte inmitten von Berichten, dass Verantwortlichen des nordafrikanischen Landes angeboten wurde, im Gegenzug für eine Unterstützung durch Israel, diplomatische Beziehungen zum Regime in Tel Aviv aufzunehmen.

Der arabische Dienst des russischen arabischen Nachrichtensenders RT berichtete unter Berufung auf israelische hebräischsprachige Medien, dass am Donnerstag ein Dassault Falcon 900-Jet am Flughafen gesichtet wurde, der nach einem kurzen Zwischenstopp in Zypern in Israel anhielt.

RT Arabic fügte hinzu, dass das Flugzeug den Flughafen Ben Gurion nach zwei Stunden verlassen habe.

Diese Entwicklungen ereignen sich vor dem Hintergrund von Medienberichten, dass Abdulhamid Dbeibah, Interims-Premierminister der in Tripolis ansässigen libyschen Regierung der Nationalen Einheit, sich letzte Woche mit israelischen Amtsträgern, darunter dem Chef des Geheimdienstes Mossad, David Barnea, in der jordanischen Hauptstadt Amman getroffen hat, um die Normalisierung der Beziehungen und eine Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich zu erörtern.

Die Jerusalem Post enthüllte unter Berufung auf Berichte aus Saudi-Arabien und Libyen das angebliche geheime Treffen. Dbeibeh jedoch hat bestritten, sich mit Barnea getroffen zu haben.

„Das ist nicht passiert und wird auch in Zukunft nicht passieren, unsere Haltung gegenüber der palästinensischen Sache ist fest und klar“, heißt es in einer Erklärung der libyschen Regierung.

Dbeibah ist nicht die erste libysche Persönlichkeit, von der berichtet wird, dass sie sich mit israelischen Funktionären getroffen hat.

Berichten zufolge besuchte Saddam Haftar, der Sohn von Khalifa Haftar, Israel Ende Dezember letzten Jahres zu einem geheimen Treffen mit israelischen Amtsträgern, bei dem er anbot, diplomatische Beziehungen aufzunehmen.

Laut einem damaligen Bericht der Tageszeitung Haaretz überbrachte Haftar eine Nachricht seines Vaters, in der er um israelische „militärische und diplomatische Hilfe“ bat, als Gegenleistung für die Zusage, einen Normalisierungsprozess zwischen Libyen und Israel einzuleiten, ähnlich dem sogenannten Abraham-Abkommen zwischen dem Tel Aviv-Regime und den Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Marokko.

In einem seltenen Interview mit einer israelischen Zeitung im vergangenen Jahr forderte ein hochrangiger libyscher Amtsträger von Haftars Regierung im Osten Israel zur Unterstützung auf.

„Wir waren nie Feinde und werden es nie sein, und wir hoffen, dass Sie uns unterstützen. Es sind nur die Umstände, die uns bis zu diesem Zeitpunkt getrennt haben“, sagte Abdul Salam al-Badri, stellvertretender Premierminister in der mit Haftar verbundenen Regierung, gegenüber Makor Rishon.

Israel hat keine offiziellen Beziehungen zu Libyen, das ein überzeugter Unterstützer der palästinensischen Sache war, insbesondere unter Muammar Gaddafi.

Israelische Funktionsträger sollen sich ständig in die inneren Angelegenheiten Libyens einmischen. Sie hoffen, dass Haftar, genau wie die sudanesischen Militärherrscher, den Weg für ihre Dominanz über die rohstoffreiche arabische Nation ebnen würde.

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