Jan 28, 2020 07:12 Europe/Berlin
  • Anlässlich der Siegesdekade (1) Stichtag 1.Februar: Rückkehr des politisch-spirituellen Oberhauptes

Stansfield Turner, ehemaliger CIA-Chef hat erklärt: „Wir haben nicht geahnt, dass ein 78-jähriger Mann nach 14 Jahren Verbannung  eine politische Institution gründen und Kräfte versammeln kann.“  Damit meinte er Imam Chomeini und fuhr fort: „Er hat wie ein mächtiger Vulkan eine nationale Revolution in Gang gesetzt.“

 

 

Am 12. Bahman 1357  iranischer Zeitrechnung, dem 1. Februar 1979 hielt die Bevölkerung im Iran den Atem an. Sie blickte hoffnungsvoll und zugleich in Sorge der Heimkehr ihres Revolutionsführers Imam Chomeini entgegen.  Er wollte trotz der Umtriebe des Pahlavieregimes mit dem Flugzeug Paris verlassen und nach Teheran kommen.  Das Schah-Regime hatte den Imam 14 Jahre vorher von seinen Landsleuten getrennt.   Nachdem der fremdabhängige Schah am 16. Januar 1979 das Land fluchtartig verlassen hatte, beschloss Imam Chomeini die Rückkehr in die Heimat.  Der mutige Entschluss zu diesem risikoreichen Schritt versetzte sowohl die Anhänger als auch die Gegner der Revolution in Sorge.  Das iranische Volk konnte es nicht erwarten, sein Revolutionsoberhaupt zu sehen, doch fürchteten alle, dass die Handlanger des Schahs im etwas antun würden.  Das Pahlavie-Regime und seine amerikanischen Unterstützer wussten, dass der revolutionäre Geist der Volksmassen gestärkt  wird, wenn Imam Chomeini das Land betritt und dass  die Wahrscheinlichkeit eines Sieges der Revolution wächst.   Also versuchten sie dieser historischen Rückkehr Hindernisse auf den Weg zu legen. Allerdings blieben auch die revolutionären Kräfte nicht untätig.

Imam Chomeini, der verstorbene Vater der Islamischen Republik Iran (Gott habe ihn selig) 

 

 

Drei Tage nach der Flucht des Schahs traf die Bevölkerung zu einem großen Fußmarsch anlässlich Arbain – des 40. Trauertages um den großen Märtyrer Imam Husain (F) - zusammen. Landesweit nahmen Millionen von Menschen an diesen Trauerzügen teil und sie forderten die Rückkehr ihres politisch-geistigen Anführers.  Dieser große Fußmarsch zu Arbain zeigte wieder, dass die Menschen im Iran sich bei ihrem Kampf gegen das tyrannische Schahregime von der  historischen Revolution Imam  Husains (F) inspirieren ließ. Unterdessen planten die Militärführer der Pahlavie-Monarchie unter Anführung des Sonder-Militärgesandten der USA, Robert Huyser, für die Verhinderung der Rückkehr des Revolutionsführers.  Insbesondere dachten sie daran, das Flugzeug aus Paris zur Landung auf einem anderen Flughafen zu zwingen. Imam Chomeini gab bekannt, dass er am 26. Januar in den Iran zurückkommen werde. Aber die Regierung von Schapur Bachtiar, die dem Schah treu war, erklärte die Flughäfen des Landes seien alle geschlossen und kein Flugzeug dürfe landen.  Dieser Schritt rief Empörung unter der Bevölkerung hervor, die zu großen Demonstrationen, Streiks und Zusammenstößen führten.  Zugleich schlossen sich immer mehr Teile der Armee der Bevölkerung an, sogar Armeemitglieder auf höherer Ebene. Imam Chomeini unterstrich in einer Botschaft an die iranische Nation, er werde einige Tage später kommen und wie ein Soldat an ihrer Seite den Kampf gegen den Imperialismus und die Diktatur bis zum Endsieg fortsetzen.  Am Trauertag in Erinnerung an das Verscheiden des Propheten, kam die Bevölkerung wieder zu Großdemonstrationen in den verschiedenen Städten auf die Straße und gab ihren Willen kund, die Revolution fortzusetzen. Dabei forderte sie erneut die Rückkehr ihres Anführers.  Die Handlanger des Regimes schlugen diese Demonstrationen blutig nieder und es gab viele Todesopfer.

Anti-Schah-Demonstrationen

 

Unterdessen versammelten sich einige bekannte Geistliche aus Protest gegen Schließung der Flughäfen in der Moschee der Teheraner Universität zu einem Sitzstreik.  Die revolutionären Kräfte begrüßten diesen Streik und auch in anderen Städten des Landes veranstalteten Religionsgelehrte Sitzstreike. Letztendlich sah sich die Regierung von Bachtiar gezwungen bekanntzugeben, dass Imam Chomeini in den Iran kommen dürfe. Sofort teilte das bereits vorher gebildete  Empfangskomitee für Imam Chomeini mit, der Revolutionsführer werde am 12. Bahman, dem 1. Februar, in die Arme der iranischen Bevölkerung zurückkehren.  Am Vortag trafen zahlreiche  Menschen aus verschiedenen Teilen Irans in Teheran ein um ihr mächtiges Revolutionsoberhaupt zu begrüßen. Er sollte vom Teheraner Flughafen Mehrabad aus zum Teheraner Großfriedhof Behescht -e Zahra fahren. Die ganze Strecke vom Flughafen bis zu dem Friedhofsabschnitt, wo die vielen Märtyrer der Islamischen Revolution ruhten,  streuten die Menschen ihrem Anführer Blumen auf den Weg. Unterdessen bedankte sich Imam Chomeini in Paris bei  den Franzosen für ihre Gastfreundlichkeit  und bestieg in Begleitung einiger seiner Helfer das Flugzeug nach Teheran.  Während die anderen immer noch die Gefahren, die unterwegs lauern konnten, befürchteten,  trat der Imam, gestützt von  seinem Gottvertrauen, die Ruhe in Person, nach 14 Jahren die Reise in sein Vaterland an. Nach Verrichtung des  Nachmitternachtgebet und des Morgengebetes im Flugzeug wartete er auf die Ankunft in Teheran.  

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Sitzstreik  von Geistlichen in der Moschee der Teheraner Universität aus Protest gegen das Verbot der Rückkehr Imam Chomeinis 

 

Am Flughafen Mehrabad wogte eine Menschenmenge und erwartete zusammen mit bekannten Persönlichkeiten ihren Revolutionsführer. Schließlich war das Flugzeug mit Imam Chomeini um 9 Uhr 30 am Vormittag des 1. Februar 1379, 12. Bahman 1357, sicher gelandet und explosionsartig verbreitete sich die Freude über sein Eintreffen unter den Wartenden. Es war als wie wenn die Seele des Volkes in ihren Leib zurückgekehrt wäre.  Die Menschen säumten in dichten Reihen die lange Strecke vom Flughafen bis Behescht-e Zahra. Alle  wollten ihren geliebten Revolutionsführer sehen. Bereits am Flughafen hatte er kurz eine Ansprache gehalten und den Bürgern und Persönlichkeiten gedankt und sie zur Einheit aufgerufen. Dabei unterstrich er, die Vertreibung des Schahs aus dem Land sei die erste Phase des Sieges  und die nächste Phase sei die Verbannung der  Fremden und die vollständige Entwurzelung des Schah-Regimes.  Nachdem er das Auto bestiegen hatte, dass ihn zur Friedhofanlage der Märtyrer der Revolution bringen sollte, war die Begeisterung der Bevölkerung so groß dass die Fahrt sich mehrere Stunden in die Länge zog. Es hätte gut sein können, dass die Flugzeuge oder die Hubschrauber der Schah-treuen Militärs auf dieser Strecke das Fahrzeug in dem er saß,  angreifen.  

Imam Chomeini verlässt das Flugzeug, gestützt von dem französischen Piloten

 

Unvergesslich bleibt erst recht die historische Ansprache Imam Chomeinis am 1. Februar 1379 in Behescht-e Zahra , bei den Gräbern der Märtyrer der Revolution und in Anwesenheit von mehreren Millionen begeisterten Anhängern. In dieser Ansprache erklärte er das Pahlavieregime und die Regierung, welche diese ernannt hatte, als illegal und verkündete, er werde mit Unterstützung der Nation eine neue Regierung vorstellen.  In seiner Rede verurteilte der Vater der Islamischen Revolution Iran die Ausplünderung der Ressourcen des Landes durch die Ausländer insbesondere durch die USA und versprach, dass deren Einmischungen im Land beendet würden.  Der unglaubliche Empfang, den die muslimische Bevölkerung von Iran ihrem Revolutionsführer bereitete, fand ein breites Echo auf der Welt. Die westlichen Nachrichtenagenturen bezeichneten ihn als einmalig und schätzten die Zahl der Teilnehmer auf 6 Millionen ein.

 

 

Imam Chomeini im Behescht-e Zahra

 

Mit der  Ansprache im Behescht-e Zahra endeten die Empfangszeremonien für Imam Chomeini. Aber die Wirkung seiner Anwesenheit im Iran unter der revolutionären Bevölkerung verflog deshalb nicht sondern nahm ein erstaunliches Ausmaß an.  Die wenigen in der Armee, die noch dem Schah treu geblieben waren, hofften immer noch auf ihre Gewalt und die US-Hilfe.  Unterdessen hätten die Bürger und selbst nicht die Anführer der Revolution gedacht, dass die Revolution nur 10 Tage nach der segensreichen Ankunft des Revolutionsführers im Iran siegen würde.

Drei Tage nach seiner Rückkehr ernannte der Imam den alten Freiheitskämpfer Mehdi Barzagan zum Ministerpräsidenten der Interimsregierung der Islamischen Revolution. Die vorläufige Regierung sollte alle Angelegenheiten des Landes in die Hand nehmen und dann sollten auch ein Referendum zur Bestimmung der politischen Ordnung im Iran nach dem Sturz des Schah-Regimes sowie Wahlen des Expertenrates für die Aufstellung einer neuen Verfassung stattfinden.  US-General Heyser, der die Hoffnung auf die Reste des Regimes und auf einen Militärputsch aufgegeben hat, kehrte in die USA zurück. In seinen Memoiren hat er seine Verwunderung über den schnellen Fortschritt der Revolution wie folgt geäußert. „Die Aktivitäten und Schritte des Flügels von Ayatollah Chomeini  wurden so  klug unternommen, dass ich mich wunderte, wer diese Pläne entworfen hat. Bis jetzt habe ich noch keine Antwort auf diese Frage gefunden.“

feurige Rede des Revolutionsführers im Benescht-e Zahra nach Rückkehr in die Heimat

 

In den Tagen, kurz vor dem Sieg, demonstrierten die Volksmassen jeden Tag. Die Angehörigen der Luftwaffe erschienen vor Imam Chomeini und schworen ihm die Treue und dies bedeutete, dass das Pahlavie-Regime keine starke Armee mehr besaß. Das vom Schah bestellte Regierungskabinett von Bachtiar  hatte die  Kontrolle über das Land aus der Hand verloren und die meisten Städte lagen inzwischen in den Händen der Bürger.   Ein kleiner  Stoß genügte, um die hohle Macht des Pahlavie-Regimes endgültig zum Zusammenbruch zu bringen und der Monarchie  im Iran für immer ein  Ende zu bereiten.   Der letzten Funke ging vom zunehmenden Anschluss der Militärs, die einmal dem Schah-Regime gedient hatten, aus und so nützte auch der letzte Widerstand der verbliebenen Regimeanhänger nichts mehr und  am 22. Bahman 1357, sprich 11. Februar 1979, siegte  die Islamische Revolution. Die Veränderungen erfolgten dank der historischen Heimkehr Imam Chomeinis dermaßen  rasch und wohlüberlegt,  und für Außenstehende so unerwartet, dass der damalige  Chef der US-Spionageagentur CIA, Stansfild Turner  zugab, dass er nicht mit einer solchen Macht der Schah-Gegner gerechnet hatte.  Er sagte:

„Wir haben nicht geahnt, dass ein 78-jähriger Mann nach 14 Jahren Verbannung  eine politische Institution gründen und Kräfte versammeln kann.“  Damit meinte er Imam Chomeini und fuhr fort: „Er hat wie ein mächtiger Vulkan eine nationale Revolution in Gang gesetzt.“

 

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