Sep 18, 2018 10:05 CET
  • Auf den iranischen Inseln im Persischen Golf (22 –Charku, Chan und Gorm)

Während der mehrwöchigen Fahrt über den Persischen Golf haben wir schon eine größere Zahl von Inseln im iranischen Teil dieses Gewässers  vorgestellt und beim letzten Mal erfuhren Sie über die Insel Chark in der Provinz Buschehr. Heute begeben wir uns auf drei weitere Insel in dieser Provinz.

Charku ist eine kleine Insel mit einer Länge von 8 km und einer Breite von circa 400 m. Sie liegt 5 km entfernt von der Insel Chark, zu der es vom Festlandshafen Genaveh aus 38 km weit ist. Auf Charku zeugen noch einige Anlagen  wie Schiffskais und Lagerhallen  von einer militärischen Präsenz in dem  8-jährigen Krieg, den der Irak unter Saddam der Islamischen Republik  Iran auferlegte. Die Lagerhallen dienen heute vielen Vögeln als Nistplatz und Brutstätte. Charku wurde schon zuvor in der Geschichte zu militärischen Zwecken genutzt. Zum Beispiel stationierten sich dort die britischen Militärs, als sie die Insel Chark besetzen wollten,   und zuvor hat zur Zeit der Zandisten (zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts)  Mir Mahanna Bandar Rigi , von Charku aus seine Kräfte in Richtung der Insel Chark geschickt, um sie aus der Hand holländischer Besatzer zu befreien.   

                       

Lage von Charku im Persischen Golf

 

Auf Charku wachsen Ziziphusbäume, Pappelfeigen  und die Bengalische Feige und der Mesquitebaum.  Weitere Pflanzen sind krautige Pflanzen wie Gladiolen, Steppenkerzen, Wolfsmilchgewächse, Salzhornklee, ägyptischer Salbei  und  Zistrosen.  Das wichtigste Tier auf der Insel ist die Gazelle. Vor fast 150 Jahren wurden sie auf die Insel gebracht  und hat sich gut an die Umweltbedingungen auf Charku angepasst. 

                         

Wildleben auf Charku 

 

Sowohl die Insel Chark als auch die Insel Charku sind ökologisch sehr wichtig. Denn zu diesen Inseln gehören einmalige Korallenkolonien  und Meerestiere und die Zahl der  See- und Strandvögel, die auf diesen Inseln ihre Eier ablegen, ist groß.  Am Strand bzw.  an der Küste  dieser Inseln leben Zugvögel, Delphine und Meeresschildkröten. Daher ist Charku auch ein interessantes Reiseziel für Umweltfreunde und Naturtouristen. Die Insel ragt wie ein flacher Rücken aus dem Wasser heraus. Charku ist nämlich ein  geologischer Sattel  des Zagrosgebirges im Süden Irans. Der höchste Punkt  in der Inselmitte liegt gerade 8 m über dem Meeresspiegel. 

Korallenbänke  der Insel Charku 

 

In seinem Buch "Dschazireh Chark " (die Insel Chark) beschreibt Ahmad Faramarzi auch das benachbarte  Charku, und zwar heißt es dort: „Auf Charku gibt es keine Hügel. An allen vier Seiten der Insel kann man absteigen. Aber nirgendwo ist das Wasser an der Küste so tief, dass ein größeres Schiff an die Insel herankäme und man muss mit einem kleinen Boot zu der Insel fahren. Wenn das Boot strandet, muss man noch ein Stück barfuß durchs Wasser waten.  Natürlich sollte man wissen, dass die Insel  völlig unbebaut ist und es keinerlei touristischen Möglichkeiten gibt. Charku wurde wegen seiner Bedeutung für die Umwelt und seiner natürlichen Erscheinungen von der iranischen Umweltschutzbehörde als ein nationales Naturerbe registriert."

                   

am Strand von Charku

 

Die Provinz Buschehr  weist eine größere  Vielfalt an  Lebensräumen und Arten auf. Zu den Schutzgebieten in dieser Provinz gehören - die  Nationalen Seeparke Nayband und Dir-Nachilu ,  das Wildtierschutzgebiet von Chark, die Schutzgebiete Haleh und Mond, das Nationale Naturerbe Chakur und das Nationale Naturerbe Kuh-e Namak. Das Naturschutzgebiet Mond liegt auf der Insel   Chan (Khan). Diese Insel  ist einer der besten Nistplätze für die Feenseeschwalbe Gygis alba.  Auf Chan leben, ebenso wie auf der Insel  Nachilu, auch noch andere Schwalbenarten, wie die  See-,  Eilsee- und Rüppellseeschwalbe. Die Zugvögel treffen im Winter auf der Insel Chan und im Naturschutzgebiet Haleh ein und verlassen diesen Lebensraum wieder, wenn ihre Küken flügge geworden sind.

 

                   Schutzgebiet Mond auf der Insel Chan 

Die Insel Chan wird auch Om e Sile genannt.  Sie ist klein und unbewohnt mit einer Fläche von circa 4 Quadratkilometern. Die Entfernung von der Festlandküste beträgt ungefähr 4 Kilometer. Chan besteht aus Sedimentablagerungen, wobei die Reste von Meeresmuscheln ebenso eine Rolle bei der Zusammensetzung  spielen. Die Insel ist völlig flach und große Teile von ihr geraten bei Flut unter Wasser. 

             

Lage der Insel Chan

 

  

Der Sandstrand der unbewohnten Insel Chan ist ein guter Platz für das Gelege der Meeresschildkröten  und für das Gelege, die Brut  und das Aufwachsen von Seeschwalben, Rüppellseeschwalben, Seeregenpfeifern und weiteren Vögeln.  Die Vegetationsdecke in den  zentralgelegenen Teilen der Insel besteht aus  salzverträglichen Pflanzen, die eine Höhe von  maximal 80 cm erreichen. 

       

Die Insel Chan (auch: Om e Sileh) 

 

 

Die Insel Ommolkorm, auch Ommolgorm ist ebenso eine unbewohnte iranische Insel im Persischen Golf, die vor der Küste von Buschehr liegt. Die Einwohner nennen sie einfach Gorm und zwar wegen der von ihnen „Gorm“ genannten Mangrovenart Avicennia marina  (auf Farsi: deracht-e Harra) an der gegenüberliegenden Küste.

  

  

Die Insel Gorm

 

Gorm liegt 140 km südöstlich vom Festlandhafen Buschehr. Für die Fischer ist Gorm so etwas wie eine Zwischenstation. Die Insel ist sichelförmig wobei die äußere Wölbung in Richtung Süden weist.  Die Oberfläche bildet feinkörniger Sand vermischt mit Muschelresten.  Die Insel ist 2 km lang und weniger als 200 m breit.

  

 

Gorm liegt nur 1 bis 2 m über dem Meeresspiegel. Auf dieser Insel ist es warm und feucht. An der gegenüberliegenden Küste liegen 25 Hektar Mangrovenwald.  Auf der Insel mit ihren flachen Sandhügeln wachsen salzverträgliche Pflanzen und es leben verschiedene Vögel auf ihr wie eine Art der Möwengattung Larus, namens Kakai Ghar, Fischreiher, Kormorane und Reiherläufer. Im Winter gesellen sich Zugvögel dazu.  Die Insel Ommolgorm ist ökologisch gesehen vor allen Dingen wichtig für die Eiablage der Schildkröten im Persischen Golf.

 

Tags

Kommentar