Sep 25, 2018 06:17 CET
  • Auf den iranischen Inseln im Persischen Golf (23 –Nachilu, Farsi, Tahmadu, Motaff und Sadra) 

Heute stellen wir noch andere fünf Inseln in der iranischen Provinz Buschehr vor, bevor wir uns anschließend in die Gewässer der Provinz Chuzistan begeben. Die Inseln, die wir gleich ansteuern sind Nachilu, Farsi, Tahmadu, Motaff und Sadra.

Die Insel Nachilu zählt zu den unbewohnten iranischen Inseln im Persischen Golf. Nachilu wird von den Ökologen und gemäß dem farsisprachigen Buch: „Ökologische Vielfalt im Naturschutzgebiet Mond" auch „Scheich Karameh“ genannt. Ein anderer Name ist „Scheich Karam“.  Die Insel besteht aus Resten von Muscheln und Korallen. Sie ist etwa ellipsenförmig und nimmt eine Fläche von 60 Hektar ein. Nachilu oder Scheich Karameh liegt nur anderthalb Meter über dem Meeresspiegel und die Vegetationsdecke setzt sich aus salzverträglichen Pflanzen  zusammen. Fast überall auf der Insel sind an der Oberfläche Sedimentschwellen zu sehen, die aus muschel- und kalkhaltigem und weißem Sand entstanden sind. Diese Sedimentschwellen enthalten im zentralen Teil der Insel einen größeren Anteil an Sand, während der Gehalt an Kalkmuscheln an den Küsten größer ist.

Nachilu ist heute vor allen Dingen Lebensort der Schildkröten und einer der weltweit seltenen und regional einmaligen Inseln für die  Reproduktion von Meereszugvögeln. Auf Nachilu leben Weißbart-, Eil- sowie Rüppellseeschwalben ebenso wie eine Art des Reiherläufers und Haubenlerchen. Sie bilden auf  die ganze Insel verteilt eine Population von mehr als 50 Tausend Exemplaren. Sie bieten einen schönen  Anblick, wenn sie in Scharen über der Insel fliegen. 

                 

 

 

Nachilu ist deshalb zu dem wichtigsten Zufluchtsort dieser Vögel geworden, weil die Insel unbewohnbar ist und es genügend Pflanzen gibt und keine Gefahr für sie besteht. Die meisten der Zugvögel wählen Nachilu in der warmen Zeit  als Nistplatz. Sie bauen ihr Nest auf dem sandigen Boden.

An einer Stelle der Insel Nachilu grenzt ein kleiner Teil der Mangrovenwälder von Mal Gonzeh an . Hier gibt es  einmalige Meeresökosysteme. Die  Mangrovenart Avicennia marina, in der Landessprache Hara genannt, überdauert im Meereswasser und bietet  Fischen und Weichtieren im Meer einen günstigen Lebensraum. Die Fische nutzen den Mangrovenwald als Laichplatz.  Eine Besichtigung der Insel Nachilu ist nur nach Absprache mit dem Hauptbüro der  Umweltschutzbehörde möglich. 

                         

 

Die Insel "Farsi"  gehört ebenso zu den iranischen Inseln im Persischen Golf. Sie liegt in der Nähe der Wassergrenze Irans zu Saudi Arabien und im Südosten der Insel  Chark. Farsi ist 1400 m lang und 700 m breit und ist diejenige Insel, die den arabischen Inseln am nächsten liegt.  Zugleich gilt sie als einer der  äußersten geografischen Punkte des iranischen Gebietes. Farsi gehört verwaltungsmäßig zu dem Gouvernement Buschehr. Auf dieser Insel gibt es besondere  Exemplare von Insekten und Gliederfüßern. Doch hat man sie noch nicht vollständig wissenschaftlich klassifizieren können.

Farsi liegt in einem erdölreichen Gebiet und in Umgebung der Insel wird aus zahlreichen Bohrbrunnen Erdöl und Gas gefördert.  Die Insel ist nicht nur wirtschaftlich und politisch und für Meerestourismus von Bedeutung, sondern fällt auch aus militärischer Hinsicht ins Gewicht.  Sie liegt im Zentrum des Persischen Golfes und ist daher als Kontrollpunkt für den Schiffsverkehr in Richtung Westen und Südwesten des Persischen Golfes wichtig.  Während des Öltankerkrieges  stellte Farsi dem Iran eine günstige Position außerhalb der Meeresenge von Hormus  für Vergeltungsmaßnahmen bei Angriffen zur Verfügung. Sie diente während des Krieges, den Saddam dem Iran auferlegte, als geeigneter Ort für die Beobachtung der Verbindungslinien am südlichen Rande des Persischen Golfes. 

                         

 

Die Insel Farsi ist zudem wegen ihrer Wetterstation, welche an alle Schifffahrtsgesellschaften Wetternachrichten weitergibt, von besonderer Wichtigkeit für den Schifffahrtsverkehr in dieser Region.

                                 

Eine weitere Insel im Gouvernement Buschehr ist die Insel Tahmadu, auch Tahmadun oder Dschabrin. Sie ist 12 km lang und 5 Kilometer breit und bildet fast  ein Rechteck. Die Insel erstreckt sich parallel zum Festlandstrand. Sie ist durch Sedimentablagerungen entstanden. Auf der Insel Tahmadu wächst vornehmlich der Tahma-Baum und eine salztolerante Staudenpflanze die von den Einheimischen Kakol genannt wird und in der Fachsprache Suaeda aegyptiaca heißt. Diese gehört zu den Kräutern, welche die Einheimischen traditionell in Speisen verwenden. Wegen ihrem hohen Salzgehalt steigert sie allerdings den Blutdruck. Auf der Insel Tahmadu leben verschiedene Meeresvögel.

                                                    

 

Der Boden in dieser Gegend ist alkalisch und daher können die Pflanzen ihm nicht die notwendigen Stoffe entnehmen, was durch die geringe Bodenfeuchtigkeit, die hohen Lufttemperaturen und den Mangel  an organischen Stoffen ohnehin erschwert wird.  Die Ansammlung von Salz führt auch zu einem hohen Salzgehalt des Oberflächenwassers.  Die Gegend von Tahmadu  gehört zu den flachen Ausläufern des südlichen Zagros-Gebirges. Die  Gebirgsfaltungen sind hier nur noch sehr schwach  und gehen allmählich von Sätteln in Mulden über. 

Pflanzen auf Tahmadu

 

 Motaff ist ebenso eine unbewohnte iranische Insel im Persischen Golf und einige sagen, es läge in der „Kurve des Persischen Golfes“, denn das Festland macht hier eine größere Biegung.  Motaff ist ungefähr 800 m lang und erreicht an seiner breitesten Stelle ungefähr 1600 m. Bei Flut gerät die Insel unter Wasser und ragt nur bei Ebbe aus dem Meer hervor.

Motaff und die naheliegenden Gebiete sind der beste Ort für die natürliche Vermehrung von Lebewesen im Persischen Golf wie die Tigergarnele oder Fische wie Raschgu, der zu den Barschverwandten zählt, und der Halwa Sefid – eine Art Butterfisch - sowie  Schurideh, ein Umberfisch.  Alle die im Persischen Golf und im Golf von Oman auf Fischfang gehen, ob sie aus Indien, Pakistan, Korea oder Griechenland kommen, lieben die Region Motaff wegen ihrer Fischbestände. Allerdings sind bei Sturm oder wegen der Schifffahrtsbedingungen in dieser Region schon viele Fischerboote in diesem Gebiet festgefahren. Die Gegend wird von Seemännern  gefürchtet und erhielt sogar den Namen Bermuda-Dreieck oder Todesfalle.  Unter den Seefahrern ist übrigens ein Sprichwort üblich in dem der Name der Insel vorkommt. Dieses Sprichwort bedeutet wörtlich: Du hast noch nicht die Welle von Motaff abbekommen und gibst der Katze Datteln zu fressen?! Dieses Sprichwort ist eine Anspielung darauf, dass man maßhalten soll und das schätzen sollte, was man durch harte Arbeit erworben hat. 

 

                

 

Ein Matrose, dessen Schiff vor vielen Jahren im so genannten  Bermuda-Dreieck des Persischen Golfes gekentert ist und der auf wunderbare Weise gerettet wurde, sagt: „Wenn ein Boot im Sand dieser Insel stecken bleibt, kann keine Macht es wieder herausholen und nur diejenigen Matrosen bleiben am Leben, die in der Lage sind, mehrere Meilen durch das Meer zu schwimmen und diese Gegend hinter sich zu lassen.“

Es sei noch erwähnt, dass in der Umgebung der Insel Motaff vor einigen  Jahren seitens der iranischen Hafen- und Schifffahrtsbehörde durch Bojen die Untiefen markiert wurden. Die Schiffe hat man mit  modernen Geräten wie Navigatoren  ausgerüstet, so dass  kaum noch ein Seemann einen Fehler begeht und es im Vergleich zu früher seltener vorkommt,  dass ein Schiff  auf Motaff festfährt.

 

auf der Insel Motaff

 

Nun noch zur Insel Sadra: Die Insel Sadra ist eine kleine Industrieinsel und liegt im Osten der Stadt Buschehr. Hier werden Schiffe und Bohrinseln gebaut. 1995 hat man damit begonnen, die Insel im Vergleich zum Meeresspiegel um 2,5 Meter zu erhöhen, um die nötigen Industrieanlagen aufbauen zu können. Das Sadra-Unternehmen ist seit 1969 weitgehend auf dieser Insel im Bereich Schiffsbau, Petrochemie, Hafen- und  infrastrukturelle Projekte tätig.  Vor der Insel ist das Wasser nicht tief und der Meeresboden liegt bei Ebbe fast frei.  Man hat in dem besonders flachen Teil einen künstlichen Wall angelegt, über den eine Straße verläuft, und außerdem eine Brücke gebaut, die über das Wasser führt. Auf diese Weise wurde die Insel Sadra mit der Freien Wirtschaftszone von Buschehr verbunden.

 

 

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