Apr 24, 2019 11:24 CET
  • Lotsen zum göttlichen Hafen (und ihre Politik)  (37) 

Wir haben bereits auf die Hintergründe für den Aufstand Imam Husains (F)  gegen das zerstörerische Regime des Yazid gesprochen und setzen das Thema fort.                                    

 

Wie Sie wissen,  geht es im Moment darum wie Imam Husain ibn Ali (F) Fürst der Märtyrer, vorging nachdem Muawiya seinen Sohn Yazid an die Macht gebracht hatte. Der Edle hat nach Verlassen seiner Heimatstadt Medina darum gekämpft die Allgemeinheit aufzuklären: durch Treffen, Briefe und  Ansprachen. Mal verwies er auf das hohe Wissen und die herausragende  ethische und spirituelle Stellung des Prophetenhauses, mal enthüllte er  das wahre Wesen der Umayyaden, insbesondere des Muawiya und Yazid um zu erklären, weshalb er Yazid nicht die Treue geschworen hat, nämlich weil es grundsätzliche Unterschiede gibt.  Husain (F) wollte das Recht herstellen und Yazid die Front des Unrechts festigen. Husain (F) dachte an den Erhalt und Yazid an die Vernichtung des Islams.  Husain (F) wollte die Unterdrückten retten und göttliche Gerechtigkeit zur Geltung bringen, während Yazid sein Regime auf Ungerechtigkeit und Unrecht aufbaute.  Es kamen also keine Versöhnung und kein Treueid für Imam Husain in Frage. Der Imam wollte die Menschen rechtleiten, damit sie für ihr Wohl im Jenseits sorgen, während Yazids Bestrebungen darauf hinausgingen, das zukünftige ewige Leben der Menschen zu zerstören und sie in Richtung des Höllenbrandes zu drängen.

 

Gemäß Scheich Saduq, dem großen schiitischen Hadithkenner ( 10. Jahrhundert nach Christus) und Chatib Chwarazmi (13. Jahrhundert nach Christus) bat jemand Imam Husain (F), ihm zu erklären, was das  Wort „Imame“ im  Vers 71 der Sure 17 (Isra) bedeutet, nämlich wo es heißt:

: یَوْمَ نَدْعُوا کُلَّ أُناسٍ بِإِمامِهِمْ

„Gedenke des Tages, da Wir alle Menschen mit ihrem (jeweiligen) Anführer rufen werden.“

Der Imam antwortete:

 

„Ein Imam und Vorsteher ist jemand, der die Menschen auf den rechten Weg und den Weg der Gottesdienstbarkeit einlädt. Eine Gruppe nimmt die Einladung an  und folgt ihm. Es gibt aber auch andere Führer, die die Gesellschaft  auf Abwege bringen und in die Vernichtung führen und eine andere Gruppe, die ihnen folgt“. Dann fuhr er fort „Die erste Gruppe wird ins  Paradies und die zweite in die  Hölle einkehren“ und stützte sich dabei  auf den Vers 7 der Sure 42 (Schura), nämlich

"فریق فی الجنه و فریق فی السعیر"

 

Eine Gruppe wird im (Paradies)garten sein und eine Gruppe in der Feuerglut.“

 

 

 

Die Wahl des Imams und Oberhauptes ist in der authentischen Islamischen Kultur des Propheten (S) nicht nur eine Sache des mit sozialen und politischen Aspekten verknüpften Glaubens, sondern diese Entscheidung ist eng verknüpft mit dem Schicksal des Menschen im Ewigen  Leben.

Wer den von Gott bestimmten Anführern folgt, wird in das Paradies einkehren und die Befolger der verdorbenen unterdrückerischen Herrscher werden im ewigen Höllenbrand hausen müssen. Imam Husain (F) hat den Menschen zur Rettung  vor dem Absturz in die ewige Verdammnis ihre Verantwortung gegenüber den tyrannischen  verbrecherischen Herrschern vor Augen gehalten und gesagt: „Ihr Menschen, der Prophet Gottes (S) hat gesagt:  `Wenn jemand  einem unterdrückerischen Herrscher, der das von Gott Erlaubte  für verboten erklärt,  das Bündnis mit Gott gebrochen, sich gegen die Vorgehensweise des Propheten gestellt und unter den Dienern Gottes günstige Bedingungen  für die Sünde geschaffen hat, begegnet, ohne sich diesem  gewaltsamen Herrscher durch Taten oder durch Worte zu widersetzen, bleibt  es Gott überlassen einen solchen gleichgültigen Menschen in die dieselbe Bleibe wie die des Widersachers zu schicken, nämlich das Feuer der Hölle.`“

Falls es in jeder Gesellschaft Menschen gegeben hätte, die furchtlos gegenüber Willkürherrschern Widerstand leisteten, dann gäbe es heute kein Unrecht und keine Unterdrückung und keine reaktionären Regimes mehr und es wäre kein Spur mehr von Krieg, Blutvergießen und Plünderung der Reichtümer der Völker zu spüren.

 

 

 

Aufgrund dieser Sichtweise hat Imam Husain (F) versucht, das Pflichtgefühl in seiner Zeit wachzuhalten und die Menschen  vor dem Absturz in die ewige Verdammnis zu retten, welcher das Endschicksal der Unterdrücker und ebenso der Menschen ist, die gegenüber Unterdrückung schweigen. Aber Leute, die Sicherheit und Bequemlichkeit wollten, hörten nicht auf die Mahnungen des Imams und sie wirkten bei der erschütternden Tragödie von Aschura mit. In einer anderen Ansprache hat Imam Husain, Fürst der Märtyrer  über das wahre Wesen der Umayyaden und ihre Politik gesagt:

 

„Ihr Menschen! Wisset! Sie haben sich von Gott abgewandt und folgen Satan. Sie haben Unheil verbreitet,  die Strafen der Religion eingestellt und die Gebote und die Verbote und göttlichen Befehle abgeändert.  Und ich bin besser als diese  religionsfeindlichen Machtgierigen, welche die Religion meines Großvaters und seine Grundsätze und Grundlagen verändert haben,  geeignet, die Muslime zu lenken und zu verwalten.“

 

Imam Husain (F) hat mit diesen Worten nicht nur die öffentliche Meinung aufgeklärt, sondern auch die Legitimierung der Umayyaden abgelehnt und seine Eignung für das Imamat und die Führung begründet und damit ein weiteres Argument dafür vorgelegt, weshalb er dem Umayyaden Yazid nicht die Treue schwört.

Imam Husain (F) war bestrebt, die Religion Gottes und die Sunna (die Vorgehensweise) des Propheten Gottes wiederzubeleben und deshalb war es unmöglich, dass er Yazid die Hand zum Treueeid reicht.  Und aus dem gleichen Grund hat Imam Husain (F), als der Gouverneur von Medina ihn aufforderte, Yazid die Treue zu schwören klargemacht, dass der Islam sterben wird, wenn er dem Yazid den Treueeid leistet.

 

War es jedoch nur Aufgabe Husains und seiner treuen Helfer den Aufstand zu verüben um den Islam unter Einsatz ihres Lebens  zu schützen?

Eine derartige Einstellung hat Imam Husain (F) getadelt.  Dabei richtete er sich vor allen Dingen auch an die Religionsgelehrten um zu zeigen, dass sie noch mehr als die Masse des Volkes sich gegen die abtrünnigen Herrscher stellen müssen.  Dies tat er in einer relativ langen Ansprache, die als Chutba Amr be Maruf wa Nai as Munkar bekannt wurde. Diese Ansprache über das Gebieten des Guten und Verwehren des Schlechten begann er mit den Worten:

ایها الناس

„Ihr Menschen!“  womit er sagen wollte, dass diese Botschaft nicht nur an die Menschen seiner Zeit gerichtet ist sondern alle Menschen die Mahnung ernstnehmen sollen. In seiner Ansprache mahnte er indirekt besonders die Religionsgelehrten.  Und zwar stellte Imam Husain (F) in dieser Rede folgende wichtige Frage: „Wisst ihr warum die Gelehrten der Juden und Christen im Koran getadelt werden?  Sie werden getadelt weil Gott (in dem Vers 63 der Sure 5 (Maida) spricht:

„Warum verbieten ihnen nicht die Rabbiner und die Schriftgelehrten  die sündhaften Worte und das Verschlingen von unrechtmäßig Erworbenem? Fürwahr, wie schlimm ist, was sie machen!?“

 

Diese Versäumnisse und Achtlosigkeit hinsichtlich ihrer bedeutenden Mission, hat die Israeliten so sehr auf Abwege geführt, dass Gott Seinen Fluch über sie geschickt hat und es im Koran ( in den Versen 78 und 79 der Sure 5, Maida) heißt: 

„Sie (viele der Kinder Israels)  pflegten nicht einander das Verwerfliche, das sie taten, zu verbieten. Schlimm ist, was sie zu tun pflegten. .... Schlimm ist das, was sie sich selbst vorausgeschickt haben, so dass Gott ihnen grollt; und sie werden in der Pein ewig weilen.“

Das heißt Gott rügt also diejenigen, die aus Angst oder geblendet von der scheinbaren Größe weltlicher Mächte,  tatenlos zusehen, wenn Unterdrücker Unheil anrichten, und gegen die Gebote Gottes und die   Prinzipien der  Menschlichkeit verstoßen.  Gott hat jedoch im Vers 44 der Sure 5 gesagt: „... So fürchtet nicht die Menschen (und die scheinbaren Mächte), sondern fürchtet Mich.“ 

 

An der Ruhestätte Imam Husains (F) in Karbala

 

 

Nachdem Imam Husain (F) das falsche Verhalten von Religionsgelehrten und einer Bevölkerung, die  gegenüber dem Unrecht tatenlos bleibt, gerügt hat, lobt er diejenigen, die sich für die Wahrung der Werte einsetzen und die Anti-Werte zu verhindern versuchen.  Sie werden ja auch im Koran in dem Vers 71 der Sure 9 (Tauba) ermuntert, wo es heißt:

„Die gläubigen Männer und Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche, ...“

Imam Husain  sagt, dass er  mit seiner Protesterhebung die Wiederbelebung des Gebotes, das Gute zu gebieten und das Verwerfliche zu verbieten , beabsichtigt und betont dieses Gebot als eine Pflicht und als Tradition des Propheten Gottes (S) und Imam Alis (F). Er spricht über die Früchte der Verwirklichung dieser doppelten Pflicht und  sagt: „Falls das Gebot , das Gute zu gebieten und das Verwerfliche zu verbieten voll und ganz im privaten Bereich und in der Gesellschaft praktiziert wird, werden alle religiösen Pflichten, ob leicht oder schwierig, erfüllt werden, und es werden die geeigneten Grundlagen für den Aufruf zum Islam und für seinen Einfluss und seine Verbreitung geschaffen.“  Auf diese Weise wird der Geist der Verteidigung der Rechte der Unterdrückten gegenüber dem Unrecht der Unterdrücker und Aggressoren  erwachen.  Das Volksvermögen wird gerecht verteilt werden.  Die islamischen und sonstigen notwendigen Steuern der Islamischen Regierung werden auf gesunde Weise eingesammelt und die Einkommen gemäß den weisen Gesetzen Gottes verteilt und genutzt werden.  Gemäß den Weisungen Imam Husains (F) werden alle Missverhältnisse und Missstände in der Islamischen Welt zu Ende gehen, wenn jeder, insbesondere die Gelehrten und Reformer und Autoren verantwortungsbewusst der Pflicht, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren, nachkommen und sich  gegenüber den gewaltsamen Mächten auf der Welt und den Herrschern, die sich diesen Mächten unterworfen haben, erheben und laut protestieren. Dann wird zweifelsohne nicht nur die Islamische sondern die ganze Welt eine bessere Zukunft erwarten. 

 

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