Mrz 03, 2020 15:15 CET

Hörerpostsendung am 1.März 2020 Bismillaher rahmaner rahim - Zum neuen Jahr Zweitausendzwanzig kann man auch „Zwanzig Zwanzig“ sagen. Das würde auf Farsi übersetzt „Bist Bist“ heißen. Wenn man hier bei uns, wie zum Beispiel in den Schulen, eine Zwanzig – also „Bist“ vergibt - dann ist das die Bestnote, entsprechend einer Eins plus im deutschen Notensystem. Das neue Jahr wäre also für uns hier in Iran „doppelt sehr gut“, wenn man die Jahreszahl so interpretieren würde.

Die Ereignisse der ersten beiden Monate dieses Jahres waren es bisher jedoch nicht. Mit der Ermordung von General Soleimani, dem Abschuß der ukrainischen Passagiermaschine und dem Coronavirus sieht es alles andere als „sehr gut“ aus.

Auch in der Hörerpost finden sich Äußerungen, wie zum letzten Thema, nämlich dem Coronavirus, und sonstigen eher negativen Ereignissen zum Beginn dieses Jahres.

Diese neue Plage des neuen Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts – nämlich das Coronavirus ist derzeit ja im Begriff die ganze Welt zu erobern, es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Weltgesundheitsorganisation nicht mehr umhin kommt eine Pandemie auszurufen.

Nach ein wenig Musik kommen wir aber gleich zur Hörerpost.

 

Unser Hörerfreund Alfred Albrecht hat wieder mehrere Empfangsberichte geschickt und dem Bericht vom 23. Februar hat er folgende Zeilen beigefügt:

 

„Liebe Redaktion,Sie haben berichtet, dass wohl auch durch die Verbreitung der Nachricht über den Coronavirus in den sozialen Medien versucht worden ist, die Menschen im Iran von der Teilnahme an der Wahl abzuhalten. Ich schliesse das nicht aus, kann dies aber auch nicht beurteilen. Auf der anderenSeite wird immer wieder von Politikern mehrerer Länder, auch hier in Deutschland, die Situation um den Virus regelrecht schöngeredet. Es ist doch keineswegs hilfreich, wenn die Bevölkerung im Ungewissen gelassen oder sogar angelogen wird. Wie sich die Ausweitung des Virus auf dieMenschen und die internationale Wirtschaft noch auswirken wird, wird sich zeigen. Jedenfalls wäre mir meine Gesundheit lieber als ein Gang zur Urne mit möglichen gesundheitlichen Folgen.Viele Grüße Alfred Albrecht“

 

Herr Albrecht hat durchaus recht und auch hier haben sich Menschen vom Gang zur Wahlurne abhalten lassen.

So wie es derzeit aussieht, wird das Coronavirus uns Menschen voraussichtlich noch lange beschäftigen, gleich in welchem Land wir leben.

 

Wir danken Herrn Albrecht für seine Meinungsäußerung und seine Empfangsberichte mit SINPO-Werten von 3 und 4.

Auch Stephan Lipsius aus Kassel hat sich zu aktuellen Ereignissen in Iran geäußert und schrieb am 24. Februar:

 

„Sehr geehrte Redaktion, liebe Freunde, 

mit großer Bestürzung habe ich u.a. auch auf Ihrer aufschlussreichen Website "ParsToday" die Nachrichten über das gestrige Erdbeben in der iranischen Provinz West-Aserbaidschan sowie über die Todesfälle in der Islamischen Republik Iran im Zusammenhang mit dem Coronavirus gelesen. Die Meldungen über die zunehmende Verbreitung des Virus in Europa als auch im Nahen und Mittleren Osten sind wirklich beunruhigend. Die offene Berichterstattung der iranischen Behörden und Medien ist allerdings sehr lobenswert und verdient Anerkennung. Hoffentlich lässt sich die Verbreitung des Erregers international noch eindämmen, wofür allerdings nicht mehr sehr viel Zeit besteht. 

Ihrer stets sehr interessanten Hörerpostsendung habe ich entnommen, dass einige Hörerinnen und Hörer Ihre Weihnachtspost auf dem Postweg bereits erhalten haben. Leider kann ich diesbezüglich noch keinen Eingang Ihrer Post aus Teheran vermelden. Aber vielleicht kommt Ihre Post ja auch bei mir noch an, worüber ich Sie natürlich sofort informieren werde. Für heute verbleibe ich mit allen guten Wünschen sowie  

mit herzlichen Grüßen, Stephan Lipsius“

 

Herzlichen Dank für Ihre Anteilnahme lieber Herr Lipsius. Das Erdbeben, dessen Zentrum in der Osttürkei lag, hat hier in Westaserbaidschan viele Dörfer zerstört, soweit wir informiert sind, gab es aber wohl keine Toten. In der Türkei sind jedoch mindestens 40 Menschen durch dieses Beben gestorben.

Die Zahl 40 ist auch in etwa die aktuelle Zahl der bisherigen Opfer des neuen Coranavirus COVID-19 in Iran. In Deutschland gab es glücklicherweise bisher ja noch keine Todesopfer.

Was wir sehr bedauerlich finden ist, dass unsere Weihnachtspost bisher noch nicht bei Herrn Lipsius angekommen ist. Auf unserer Liste mit der versendeten Post stand sein Name auf jeden Fall.

Kommen wir zur Mail von Hörerfreund Dietmar Wolf, er hat ganz andere Themen, leider aber auch nur negative, zur Sprache gebracht. Bei ihm geht es um Ereignisse in Deutschland.

Am 24. Februar schrieb er:

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe deutsche Redaktion!

In Deutschland tobt der Sturm Yulia, aber dafür ist der Empfang erstaunlich gut! (siehe Video)“

 

Oh, da haben wir eine positive Meldung übersehen gehabt, wenigstens hatte der Sturm eine positive Wirkung und brachte unserem Hörerfreund guten Empfang. Als SINPO gab er an 4-3-4-4-3.

Aber schon geht es bei Herrn Wolf mit einem anderen negativen Ereignis weiter:

 

„Die Informationen über den Anschlag in Hanau sind leider sehr difus. Deutsche Medien schreiben so wie es Frau Merkel wünscht!

Ich lebe quasi direkt neben Hanau und habe Informationen aus erster Hand. Der Täter war psychisch krank und das war auch bekannt, da er mehrere Anzeigen bei der Polizei aufgegeben hatte. Bereits hier hätte man handeln müssen. Und warum hat ein psychisch Kranker einen Waffenschein? Hier hat der Staat komplett versagt oder?

Sicherlich ist das kein Trost, aber das war eiskalter MORD ermöglicht durch Behördenversagen..........da ist es egal ob es Rechts oder Links motiviert war.

Menschen sind Menschen egal welche Religion oder Hautfarbe  !!

 

Ich sende ihnen meine besten Grüße nach Teheran. Bitte um Bestätigung meines Empfangsberichtes.

Ihr Stammhörer Dietmar Wolf“

 

Menschen sind Menschen egal welcher Religion oder Hautfarbe!!

- Ein wichtiger Satz aus der Mail von Herrn Wolff. Dass dieser Satz auch heute noch geschrieben werden muss ist ein trauriges Zeichen in der heutigen Zeit. Es ist noch nicht überwunden, was überwunden zu sein schien.

 

Einer, der bei seinem Lebenswerk weder auf Hautfarbe oder Religion geachtet hat, war Albert Schweitzer, der Ihnen ja sicher allen bekannt ist.

Unser Hörerfreund Volker Willschrey hat im September auf seiner Elsassreise den Geburtsort dieses bedeutenden Menschen besucht. Leider können wir ja nicht immer aktuell auf die ausführlichen Berichte von Herrn Willschrey eingehen, aber heute haben wir Platz in der Hörerpostsendung und wollen aus dem Bericht unseres Dillinger Freundes vorlesen, um in schwierigen Zeiten an einen großen Menschen zu erinnern, der bestimmt unter vielen Entbehrungen seine Ideale umgesetzt hat und somit als Vorbild für die meisten von uns Menschen dienen kann.

 

Der Geburtsort von Albert Schweitzer ist Kayserberg. Herr Willschrey schrieb:

„Es ist einer der malerischsten Orte der „Elsässischen Weinstraße und liegt an der Weiß in den ersten Vogesenvorbergen. Berühmt ist Kaysersberg vor allem als Geburtsort des großen Arztes, Musikers und Friedensnobelpreisträgers Dr. Albert Schweitzer. In dem Haus, in dem Dr. Schweitzer am 14. Januar 1875 geboren wurde, befindet sich ein kleines Museum, das an sein Lebenswerk erinnert.

Wer war Dr. Albert Schweitzer: Schweitzer stammte aus einer alemannisch-elsässischen Familie. Geboren wurde er als Sohn des Pfarrverwesers Ludwig Schweitzer, der eine kleine evangelische Gemeinde betreute, und dessen Frau Adele, geb. Schillinger, der Tochter eines Mühlbacher Pfarrers. Zu diesem Zeitpunkt gehörte seine Heimat als Reichsland Elsass-Lothringen zu Deutschland. Noch im Jahr seiner Geburt – 1875 - zog die Familie von Kaysersberg nach Günsbach um. Seine Muttersprache war der elsässische Ortsdialekt des Oberdeutschen. Daneben wurde in seiner Familie auch Französisch gesprochen. Das Hochdeutsche erlernte Schweitzer erst in der Schule. Deutsch und Französisch beherrschte er fast gleich gut. Nach dem Abitur 1893 in Mülhausen studierte er an der Universität Straßburg Theologie und Philosophie. Zudem studierte er in Paris Orgel und Klavier. 1902 erfolgte an der Universität Straßburg die Habilitation in Evangelischer Theologie. Von 1905 bis 1913 studierte Albert Schweitzer Medizin in Straßburg mit dem Ziel, in Französisch-Äquatorialafrika als Missionsarzt tätig zu werden. 1913 folgte seine medizinische Doktorarbeit. Somit war er, im Alter von 38 Jahren und bevor er nach Afrika ging, in drei verschiedenen Fächern promoviert, hatte sich habilitiert und war Professor.

1913 setzte Albert Schweitzer sein Vorhaben in die Tat um und gründete in Gabun das Urwaldhospital Lambaréné. Das Gebiet gehörte damals zu Französisch-Äquatorialafrika.

1952 erhielt Dr. Albert Schweitzer den Friedensnobelpreis. Das kleine Museum in Kayserberg besichtigten wir auch, es stand kurz vor seiner Renovierung.

Wir danken Herrn Willschrey für seinen Bericht, durch den wir an einen großen Wissenschaftler, Arzt, Philosophen, Musiker und Pazifisten erinnern konnten.

Damit kommen wir zu unserem heutigen Musikstück. 

 

Herr Willschrey hat uns vor Kurzem auch wieder neue Empfangsberichte geschickt:

„Liebe Freunde von IRIB, 

als ich meinen Empfangsbericht der gestrigen Sendung -9.2.-geschrieben habe, stellte ich fest, dass ich schon fünf weitere Berichte fertig hatte, die ich noch nicht nach Teheran geschickt habe. Das will ich heute schnellstens nachholen, damit Sie sehen, dass ich auch weiterhin als Hörer treu bin.

Es ist sehr wichtig, dass Sie in der heutigen Zeit auf Kurzwelle ausstrahlen, denn in Anbetracht der kritischen Lage braucht man wirklich Informationen aus erster Hand. Ich wünsche Ihrem Land weiterhin, dass Frieden bleiben möge und freue mich auf weitere Sendungen von Ihnen.“

 

Es freut uns, wenn unsere Hörerfreunde uns immer wieder bestätigen, welche Bedeutung sie unseren Sendungen beimessen. Wir hoffen ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Vielen Dank.

Von unserem Breisgauer Hörerfreund treffen auch regelmäßig Empfangsberichte ein, die uns zeigen, dass er uns täglich hört. Mit dem Empfang hat er weniger Probleme als unser Hörer im Saarland.

„Liebe Freunde von IRIB / Pars Today in Teheran,

heute sende ich Ihnen die Empfangsberichte Nr. 2460 bis 2471. Der Empfang auf der Frequenz 7295 KHz war fast durchweg gut. Ich kann mich nicht beklagen. Ich gehe davon aus, dass sich die Empfangssituation in den kommenden Wochen sogar noch weiter verbessern wird.

Ja, was ich noch fragen wollte: Ich habe den Namen der Kollegin nicht richtig verstanden, die ab sofort die Sendung „Wir und unsere Hörer“ moderiert. Sie hat jedenfalls eine sehr sympathische Stimme und spricht ganz ausgezeichnet Deutsch. Auch ihre freundliche Art der Moderation sowie die Entscheidung, das traditionelle Lied wieder in der Mitte der Sendung zu spielen, gefallen mir sehr. Durch das musikalische Intermezzo wirkt die Sendung wieder entspannter und noch kurzweiliger, als zuvor.“

 

Weiter geht es in der Mail von Herrn Matt mit einem politischen Thema:   

„Mit großer Aufmerksamkeit verfolge ich derzeit Ihre aktuelle Berichterstattung über Syrien - insbesondere über das Geschehen im Raum Idlib. Die Situation scheint dort immer weiter zu eskalieren. Während hier in unseren Medien so getan wird, als ob die türkische Regierung und ihre Allianz immer nur Gutes tun und in Bezug auf Syrien die lautersten Absichten hegen, wird die legitime Regierung des Landes als „verbrecherisch“ diffamiert.

Wo aber stehen die wirklichen Verbrecher? Seit Jahren versucht die Anti-Assad-Allianz, das Land zu destabilisieren, um daraus strategische Vorteile zu erlangen. Dass man dabei ISIS gezüchtet und mit Al-Qaida-Terroristen eng zusammenarbeitet und dadurch Tod und Flucht von Millionen zumindest billigend in Kauf genommen hat, ist unseren Medien nicht einmal eine Erwähnung wert. Mit welchem Recht bewegen sich türkische Truppen denn auf syrischem Territorium? Das wird alles als „legitim“ weggewischt. Ich würde gern mal hören, wie diese „Befreier“ sich verhalten würden, wenn ein fremdes Heer damit begänne, die Türkei zu besetzen. Jetzt, da die syrischen Truppen mit Erfolg damit begonnen haben, ihr eigenes Territorium zurückzugewinnen, verstärkt die Erdogan-Allianz natürlich ihre Propaganda massiv und geht dabei sogar so weit, die radikalen Terroristen von Al-Qaida als Befreier zu definieren. Das ist unfassbar.

Wie die syrische Bevölkerung tatsächlich denkt und empfindet, das zeigte sich beispielsweise jetzt gerade an dem begeisterten Empfang der eigenen Soldaten in Aleppo. Gut, dass es die Berichterstattung und die hintergründigen Interviews von ParsToday gibt. Wir leben hier bei uns in Deutschland ohnehin in einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, sich ohne ausländische Medien einen klaren Blick zu bewahren – nicht nur in Bezug auf das Thema Syrien.“

 

Danke lieber Herr Matt, Sie haben auf ein Thema aufmerksam gemacht, dass unserem Sender sehr am Herzen liegt. Die Beurteilung von Terroristen klafft in unseren Ländern doch sehr auseinander. Und dadurch leiden, sterben und flüchten Millionen Menschen in der Welt, insbesondere in unserer Region.

Heute haben wir es nur mit traurigen und negativen Informationen zu tun. Da ist es gut, dass Herr Matt abschließend in seiner Mail noch ein fröhlicheres Thema anspricht. Er schreibt:

„Und noch ein letztes, bevor ich zu den Empfangsberichten übergehe: 

Im Iran steht ja das Nowruz-Fest bevor. Ich bin schon gespannt und freue mich auf Sondersendungen und Beiträge, z.B. in der Rubrik „Sitten und Bräuche im Iran“, in der man mehr darüber erfährt, wie die Menschen im Iran Nowruz feiern. Ich habe in früheren Sendungen von IRIB erfahren, dass das Fest auch auf zoroastrischen Wurzeln basiert und, dass alle im Iran vertretenen Religionen, also Muslime wie auch Christen, sich an den Feiern beteiligen. Ich finde, das ist das Erstaunlichste an dem Fest. Gibt es eigentlich auch besondere Nowruz-Lieder, die in den verschiedenen Regionen des Landes gesungen werden?“

Ja, solche Lieder gibt es. Danke für Ihren Hinweis und die Frage. Gerne gehen wir dann ein anderes Mal darauf ein.

Mit den besten Wünschen für eine gesunde und corona-freie Woche verabschieden wir uns heute von Ihnen.

Choda hafez  - Gott schütze Sie !

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