Mrz 18, 2020 15:04 CET

Hörerpostsendung am 15. März 2020 Bismillaher rahmaner rahim - Auch heute dürfen wir Sie wieder zu unserer Hörerpostsendung recht herzlich begrüßen liebe Hörerfreunde. Wir danken allen, die sich mit Empfangsberichten und Zuschriften gemeldet haben, damit die Sendung überhaupt aufgenommen und ausgestrahlt werden kann. Das ist ja immer von vielen Faktoren abhängig, nicht nur von der Hörerpost.

Wie wir der aktuell eingetroffenen Hörerpost entnehmen konnten, gibt es neuerdings Versuche die Ausstrahlung unserer Sendung bewußt zu stören.

Es ist nicht das Coranavirus, dass dies versucht, aber es hat auch mit diesem Virus zu tun. Aber der Reihe nach, und zunächst ein wenig Musik. Der Erste, der eine Störung meldete, war unser Hörerfreund Joachim Thiel in Wuppertal, bei dem wir uns für seine Empfangsberichte vom 6. und 11. März bedanken. An beiden Tagen fügte er seinen Empfangsbeobachtungen hinzu, dass ab 18 Uhr UTC heftige Interferenzen durch den italienischen Sender IRRS (Italian Radio Relay Service ) aus Mailand auftreten, der in dieser Zeit Sondersendungen wegen des Coronavirus über die 7290 kHz ausstrahlt, und unsere Sendungen fast unhörbar macht.

Danke Herr Thiel, dass Sie uns Ihre Beobachtungen gemeldet haben. Bevor wir die diesbezüglichen Meldungen anderer Hörer vorlesen, wollen wir Herrn Thiel noch mitteilen, dass unser Geschenk an ihn, für das er verständlicherweise kein Geld (Zollgebühr) bezahlen wollte, wieder bei uns auf dem Hörerpostschreibtisch gelandet ist.

Am 9. März meldete sich ein Hörer aus Schweden, der uns bis dahin noch nicht bekannt war:

„Liebe Funkfreunde!Heute eine unangenehme Überraschung: Um 18:00 Uhr UTC begann Voice of America auf Englisch eine Sendung auf 7295 kHz und damit blockieren die Amerikaner die iranische Sendung auf Deutsch! Diese VOA-Sendung ist nicht registriert und wahrscheinlich ein "Kalter Radiokrieg" von der amerikanischen Seite. Es kann sich natürlich um einen technischen Irrtum handeln, aber das werden wir morgen sehen. Die registrierten Frequenzen von VOA-English sind in dieser Zeit 11 610 (elftausendsechshundertzehn) und 15 580 kHz (fünfzehntausendfünfhundertachzig), jedoch wegen der Verbreitungslage nicht hörbar in Schweden.Mit den besten Grüssen Ullmar Qvick“

 

Durchaus möglich, dass diese Störung bewußt inszeniert ist von amerikanischer Seite. Lesen wir weiter in der Hörerpost.

Auch unser Stammhörer Helmut Matt meldete sich diesbezüglich und schrieb am 12. März:

„Wie Sie meinen Empfangsberichten entnehmen können, höre ich Ihre Sendungen täglich - allerdings derzeit über den Satelliten Eutelsat Hotbird. Dort ist der Empfang ganz ausgezeichnet. Für die Kurzwelle kann man das derzeit leider nicht sagen. Seit ein paar Tagen sendet auf der Frequenz 7295 KHz mit starkem Signal der Sender IRRS (Italian Radio Relay Service ) aus der norditalienischen Metropolregion Milano. Ausgestrahlt werden englischsprachige Sonderprogramme über COVID-19. Ich vermute, da es sich um einen Aktionskanal handelt, dass er in einigen Tagen wieder verschwunden sein wird -  so Gott will - jedenfalls ist es zu hoffen. Dadurch ist jedenfalls die Übertragung Ihrer Programme leider aktuell so stark gestört, dass kaum ein verständlicher Empfang möglich ist und ich bin sehr froh, dass es doch eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt, die Sendungen aus Teheran zu empfangen.“

Das Problem ließ Herrn Matt aber keine Ruhe und er versuchte die Ursache herauszufinden. Am gleichen Tag meldete er sich wieder:

„Liebe Freunde in Teheran,

zu meiner heutigen E-Mail und den Störungen auf 7295 KHz habe ich neue Informationen. Anscheinend ist das eine absichtliche Störung durch Steve Bannon. Ich denke, hier wäre eine Beschwerde bei der ITU angebracht. Hier der Artikel, aus dem ich die Information beziehe:

„USA gegen Iran

Stephen Bannon stört IRIB

Seit dem 9. März 2020 gibt es auf der Kurzwellenfrequenz 7295 kHz eine recht ironische Konstellation: Die zweite Hälfte der deutschsprachigen Sendung des iranischen Rundfunks IRIB wird vom Italian Radio Relay Service mit der Ausstrahlung eines Programms von Stephen Bannon gestört. Dazu kommt es durch einen Wechsel von der zunächst genutzten Frequenz 7290 kHz, dem Stammkanal des IRRS für abendliche Sendungen nach Mittel- und Westeuropa. Begründet wird dieser Schritt damit, der gleichzeitig auf der Nachbarfrequenz 7285 kHz laufenden Ausstrahlung von China Radio International aus Xi’an ausweichen zu wollen.

Die jetzt voll gestörte Sendung von IRIB ist in Frequenzunterlagen durchaus verzeichnet. Dem Kurzwellenpublizisten Glenn Hauser schrieb der IRRS dazu lediglich, man wolle „7295 kHz bewerten und dann entscheiden“, ob man auf dieser Frequenz bleibe.

Im für IRIB ungünstigsten Fall wird die Störung bis zum 28. März bestehen. Zwar folgt IRIB der europäischen Sommerzeit nicht, dürfte mit seiner Sendung dann jedoch ohnehin auf eine höhere Frequenz wechseln, um den Bedingungen des längeren Tageslichts Rechnung zu tragen.

Bei den Bannon-Sendungen ist allerdings nur strittig, woher die Ausstrahlung auf [7295] kHz kommt. Die Frequenzen im 31-Meterband betreibt offensichtlich die Sendestation Kostinbrod bei Sofia.“

Die Mitteilungen, die uns Herr Matt schickte hat Kai Ludwig bei radioeins.de veröffentlicht.

Wie das weiter geht, werden wir dann wahrscheinlich nächste Woche besser wissen, vielleicht werden wir der Empfehlung von Herrn Matt, uns an die ITU zu wenden, nachkommen.

Die Tatsache mit der Frequenzstörung ist eine Fortsetzung der schlechten Ereignisse in Iran im Jahr 2020, und steht auch im Zusammenhang mit der Coronaepidemie. Diese betrifft ja bekanntlich nicht nur Iran. Vor 14 Tagen haben wir gesagt, dass es wohl nicht mehr lange dauern wird, bis die Weltgesundheitsorganisation eine Pandemie ausrufen wird. Das ist inzwischen ja nun eingetreten. „Weil sich die Zahl der Länder, in denen sich das Coronavirus in den beiden letzten Wochen verbreitet hat, verdreifacht hat“, könne man nun die Atemwegskrankheit Covid-19 als Pandemie einstufen, so der WHO-Generaldirektor.

Wenn vor Kurzem noch Menschen sagten „Wir lassen uns doch nicht von Corona einschüchtern“, so mussten sie sich inzwischen doch wohl eines besseren belehren lassen.

Wenn auch in China da, wo das Virus ja zuerst aufgetreten ist, wohl der Höhepunkt der Epidemie erreicht ist, so sind wir hier in Iran oder in Italien noch nicht beim Höhepunkt angelangt. In Italien zählt man schon über 1000 Tote, in Iran sind es über 500. Leider gibt es noch zu viele Menschen, die diese Epidemie nicht ganz ernst nehmen.

Bevor wir auf weitere Hörerpost zum Thema Coronavirus eingehen, hören Sie zunächst unser Musikstück. Heute singt Salar Aghili für sie das Lied "Reizvoller Frühling"

 

Weiter geht es mit der Mail von Dieter Feltes:

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Jetzt hat es auch Deutschland erwischt. Das Coronavirus ist auch bei uns angekommen. Seit gestern wurde in der Nachbargemeinde, 4 Kilometer entfernt, das Virus festgestellt. Man kann nur hoffen, das es sich nicht flächenmäßig ausbreitet. Auch in Ihrem Land sind viele Personen die sich mit  diesem Virus angesteckt haben. Leider haben verschiedene Länder den Export von Medikamenten nach Iran eingeschränkt oder auch ganz eingestellt. Ich finde, das dies mit Politik nichts zu tun hat, wenn solche gesundheitlichen Ereignisse eine Rolle spielen.

Übrigens, hat mir es gut gefallen, das Sie ein schönes Lied während der einzelnen Programmteile eingespielt haben. Das Lied selber hat mir ebenfalls gut gefallen.

Ich wünsche Ihnen nun alles Gute, ich hoffe, das bei Ihnen im Sender keine Auffälligkeiten hinsichtlich des Coronavirus aufgetreten sind.

Ihr Hörer Dieter Feltes“

 

Der Empfangsbericht von Herrn Feltes ist vom 5. März da gab es die Störungen durch den italienischen Sender noch nicht.

Wir freuen uns, dass Herrn Feltes die zwischen unseren Programmen eingespielten Lieder gefallen, und bedanken uns bei ihm, dass er sich um die Gesundheit von uns hier im Team Gedanken macht.

Bisher gab es Gott-sei-Dank noch keine Auffälligkeiten. Unser Leiter hat sich in den letzten Wochen dafür stark gemacht, dass wir die Arbeit so weit wie möglich von zuhause aus erledigen, um zu vermeiden, dass wir uns unnötig einem Risiko aussetzen. Außerdem werden von IRIB aus Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt, wie auch bei anderen Ämtern und Behörden in Iran.

Dass die Arbeit von zuhause aus jetzt wohl verstärkt auch anderswo propagiert wird, zeigt die Mail von unserem Hörerfreund Helmut Matt:

„Auf mich selbst hat das Thema die persönliche Auswirkung, dass meine Firma festgelegt hat, dass Mitarbeiter mit wichtigen Aufgaben, die nicht oder nur schwer zu ersetzen sind, in den kommenden Wochen ausschließlich von zuhause aus arbeiten sollen. Eigentlich finde ich das nicht weiter schlimm. Mit den Kollegen kann man auch online und telefonisch kommunizieren und zudem erspart es mir täglich vier Stunden Reisezeit zur Arbeit nach Karlsruhe und wieder zurück. Es gibt also auch positive Nebeneffekte. Trotzdem hoffe ich, dass dieses böse Thema bald abgehakt werden kann und dass die Menschen bald wieder alle gesund zu ihren normalen Tagesabläufen zurückkehren können.“

Ja das wäre schön und nichts wird sehnlicher erwartet. Aber noch ist es wohl nicht soweit. Die Schulen sind bei uns hier jetzt schon 3 Wochen geschlossen, morgen ist es in 9 von 16 Bundesländern bei Ihnen in Deutschland soweit. Neben Italien haben auch schon einige andere europäische Länder wie Frankreich und Dänemark die Schulen geschlossen. Der digitale Unterricht wird demnächst dann wahrscheinlich immer stärker ausgebaut.

Wenn dieses System funktioniert – in der nahen Zukunft, wird es möglicherweise dann auch stärker eingesetzt, vielleicht um mehr und mehr die Umwelt zu entlasten.

Das Coronavirus hat das Potential, ganz entscheidende Änderungen in unserm Leben zu bewirken. Wir werden uns in der Hörerpostsendung ja in der nächsten Zeit immer wieder noch mit diesem Thema beschäftigen müssen.

Auch in den Mails von zwei unserer Thüringer Hörerfreunde ist das Virus Thema.

Dieter Leupold aus Leipzig machte mit seinem Sohn Markus eine Woche Urlaub im Süden von Baden-Württemberg. Der Besuch des Genfer Autosalons musste gestrichen werden, da diese Automesse, zu der 600 000 Besucher erwartet wurden, wegen der Coronaepidemie abgesagt wurde.

Die Leupolds machten als Ausgleich einen Besuch in Basel und in Stuttgart. Unser Hörerfreund hat uns anstatt Postkarten Bilder der besichtigten Sehenswürdigkeiten wie dem Stuttgarter Fernsehturm, von dem aus sie eine Fernsicht bis 50 Kilometer hatten, usw. an seine Mail angehängt.

Bei der Ausstellung der „Motorwelt in Stuttgart-Böblingen“ konnte der Sohn unseres Hörerfreundes dann doch noch einige der Fahrzeuge sehen, die er eigentlich in Genf anschauen wollte.

In Basel konnte Herr Leupold feststellen, dass die Preise in der Schweiz durchaus 3 bis 5 mal teurer sein können als in Deutschland. Da die gesamte Innenstadt von Basel für den Autoverkehr gesperrt ist, sind die Leupolds mit der Straßenbahn gefahren. Danke für alle schönen Bilder lieber Hörerfreund.

Da wir schon länger keine Post von unserem lieben Hörerfreund Michael Lindner vorgelesen haben, weil seine Briefpost noch nicht bei uns eingetroffen ist, kommt nun seine Mail an die Reihe, die vor wenigen Tagen bei uns eintraf.

 

„Liebe Freunde in der deutschen Redaktion von IRIB-Worldservice!

Nach knapp vier Wochen Schreibpause möchte ich mich wieder mit einer Mail bei Ihnen im Studio der deutschen Redaktion von IRIB-Teheran melden. Auf meine letzten postalischen Zuschriften an IRIB habe ich bis jetzt noch kein Feedback erhalten, aber das wird schon noch kommen. Bestimmt leiden auch die Laufzeiten der internationalen Postzustellung in Bezug auf das Coronavirus, da ja viele Flüge weltweit gestrichen werden. Naja, wird schon noch alles ankommen.

Nun ganz kurz einige Bemerkungen zu meinen Hörgewohnheiten. Den deutschsprachigen Sendungen von IRIB bin ich nach wie vor treu, allerdings nicht mehr so intensiv, wie ich das noch vor einiger Zeit praktizierte. In der Woche kann ich die IRIB-Sendungen nur an den Tagen hören, die ich frei habe. Dagegen ist der Sonntagabend „heilig“, da ich keine der wundervollen Sendungen „Wir und unsere Hörer“ verpassen möchte. Ab und zu nutze ich auch das Podcast Angebot, aber nur um gezielt bestimmte Sendungen zu hören. Auch wenn die Hörhäufigkeit abgenommen hat, sind mir die Sendungen aus Teheran absolut wichtig, da ich mich auf die Meldungen über den Iran in den deutschen Medien nicht verlassen kann. Da wird einseitig und nicht immer objektiv berichtet. Aber das leidige Problem ist ja nicht neu.

Momentan beherrscht uns ja alle das Thema Coronavirus, welches ein globales Problem geworden ist. Einige Hörerfreunde haben sich ja in der Hörerpostsendung dazu schon geäußert, so dass ich trotz brennender Aktualität nicht auch noch darauf eingehen möchte. Vielmehr möchte ich Ihnen über ein viel angenehmeres Ereignis berichten, welches ich zusammen mit meiner Ehefrau Ute begehen konnte.“

 

So liebe Hörerfreunde, jetzt können Sie noch eine Woche gespannt sein, was die Lindners denn unternommen haben. Vielen Dank sagen wir Michael Lindner für seine Mail.

Da unsere Sendezeit sich ihrem Ende nähert, wollen wir noch die Mail von OM Bernd Seiser erwähnen, um seinem Anliegen, das nächste Hörerclubtreffen in Ottenau anzukündigen, nachzukommen.

Er schrieb am 10. März:

 

„Auch in Deutschland gibt es grosse Sorgen und Probleme wegen des Coronavirus. Veranstaltungen mit grosser Beteiligung wie Fussballspiele, Konzerte oder Ausstellungen und Messen wurden abgesagt.

Kleinere Zusammenkünfte wie unser Hörertreffen am 9. Mai in Ottenau werden bestimmt nicht verboten werden.

Zumal ich davon ausgehe, dass Radio Taiwan International das zeitgleiche Treffen in der Bundeshauptstadt vorziehen würde und deshalb in Ottenau nur mit geringerer Beteiligung als in den Vorjahren zu rechnen ist.“

 

Natürlich wissen wir heute nicht, wie die Situation in zwei Monaten sein wird, da sich derzeit die Anweisungen der Verantwortlichen auch in Deutschland ständig ändern.

Seien wir optimistisch und hoffen, dass das Coronavirus in zwei Monaten überall auf der Welt kein Schreckgespenst mehr ist und durch die Fortschritte bei der Entwicklung von Medikamenten sein furchterregendes Antlitz verliert.

Bis dahin treffen wir uns ja noch einige Male am Sonntagabend und werden uns gegenseitig sozusagen auf dem Laufenden halten.

Nicht nur die Erlebnisse von den Lindners, sondern auch die Mails von  Siegbert Gerhard und Lutz Winkler werden wir dann hoffentlich am nächsten Sonntag vorlesen und bedanken uns heute schon mal für ihre Empfangsberichte und ihre Zeilen.

Entkommen Sie bitte dem Coronavirus und schalten Sie unsere Sendungen wieder ein.

Wir freuen uns auf nächsten Sonntag.

Bis dahin Choda hafez – Gott schütze Sie!

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