Sep 27, 2020 04:09 CET

Anhand von Ahadith, sprich überlieferte Aussprüche des Propheten und der Edlen aus seinem Hause,  möchten wir in dieser Sendung einen Einblick in deren Standpunkten zu verschiedenen Fragen geben, nicht nur zu Glaubensfragen sondern auch zu politischen und sozialen Angelegenheiten.

 

  Die Denkschule des Propheten und seiner Ahl-ul-Bait ist wie ein schöner Rosengarten. Ein angenehmer Duft weht aus diesem Rosengarten der Lebensweisheiten zu uns herüber.  Ein Besuch in diesem Garten wirkt in jedem Falle erfrischend auf das Herz und vermittelt Gedanken mit hohem Inhalt. Besonnene Wegführer haben hier sinnvolle Wegzeichen  gelegt.

                                     

Überzeugungen spielen im Leben des Menschen eine besondere Rolle. Sein Denken ist ja das Fundament der menschlichen Persönlichkeit und alles, was er tut, nimmt aufgrund seiner Überzeugungen Gestalt an. Das Denken des Menschen beeinflusst alle Seiten seines Lebens.  In vielen Fällen gehen mangelhafte Moral und zweifelhaftes Verhalten des Menschen auf seine falschen Überzeugungen und auf seine Unkenntnis von den Grundsätzen der Menschlichkeit zurück. Daher ist es ein bedeutendes Ziel der Religionen himmlischer Herkunft, darunter des Islams, einen Wandel in den Überzeugungen und im Denken der Menschen hervorzurufen. Der Prophet des Islams (S) hat den folgenden Satz seiner  Verkündigung vorangestellt nämlich:

Sagt: Es gibt keinen Gott außer Gott damit ihr Rettung findet!

 Mit anderen Worten rief er die Menschen auf: verbannt falsche mit Götzenverehrung vermischte Gedanken aus eurem Geist, damit ihr die klaren Aussichten auf  Rettung und Seligkeit  erkennt. 

Gott der Höchsterhabene hat den Propheten des Islams zum letzten – dem Siegel -  aller seiner Propheten bestimmt und er hat den  Koran zum Licht der Rechtleitung und ewigem Konzept zur Erreichung von Wohl und Glück des Menschen gemacht. Der Islam ist das letzte und das höchste Geschenk Gottes und wurde der Menschheit von Prophet Mohammad (S) überbracht. Der jüngste und Letzte Botschafter Gottes konnte gestützt auf das edle höhere Wissen und die ewigen Wahrheiten des Islams in kurzer Zeit eine dekadente Gesellschaft aus dem Sumpf der Unwissenheit und des blinden Eifers herausführen und in ein einflussreiches Volk verwandeln, welches den anderen in Sitten und Moral vorauseilte. Die hervorragendsten Schritte, die der Prophet des Islams tat, war die Stabilisierung der Regeln für Denken und Handeln im Lichte der göttlichen Lehren.  Die Lehren, derer die Menschheit bedurfte, wurden in Form der Koranverse im Laufe von 23 Jahren auf den Propheten herabgesandt und er hat sie, ohne irgendetwas darin zu ändern, den Menschen mitgeteilt. Neben diesen Lehren und Grundsätzen, bilden seine eigenen Worte und seine Verhaltensweise anschauliche Beispiel für die Verwirklichung dieser Religion.

Der iranische Denker Märtyrer Ostad Mottahari schreibt hierzu:

 „Den ersten Einfluss, den die heiligen Lehren des Islams hatten, war der Einfluss auf das Denken seiner Anhänger und sie lehrten nicht nur Neues in Bezug auf die Welt, den Menschen und die Gemeinschaft, sondern änderten auch die Denkweise und die Art der Gedanken. Jeder Lehrer vermittelt seinen Schülern neue Kenntnisse und jede Denkschule stellt ihren Anhängern neue Informationen zur Verfügung. Aber es gibt nur einige Lehrer und nur einige Denkschulen, die ihren Schülern und Anhängern eine neue Lehre übermitteln und ihre Denkweise verändern.“

 

Aus der Sicht Ostad Mottaharis zählt der Prophet des Islams zu jenen Lehrern, der mit seinen Grundsätzen das Denken der Menschen beeinflusst hat.

                         

Trotz der Anfeindungen und Quertreibereien durch unwissende Leute fand die Denkschule des Islams Verbreitung und würdige, aufrichtige Anhänger.  Eine Gruppe von Leuten hat allerdings, weil sie sich davon einen Vorteil versprach, nur nach außen hin den Islam angenommen. In ihrem Inneren waren diese Leute gegen den Islam und warteten nur auf eine Gelegenheit ihm einen Schaden zuzufügen.  Von ihnen ging eine Gefahr für den jungen Islam aus. Doch der Prophet schützte die Religion Gottes für die Zeit nach seinem Ableben. Er hat zu seinen Lebzeiten, während der Verkündung des Islams  die Religion Gottes behütet, obwohl es mit vielen Härten und Problemen verbunden war und er hat verhütet, dass die Muslime geistig oder durch ihre Taten von seiner Lehre abweichen, und es nie versäumt ihnen den nötigen Ratschlag zu geben.  Zudem hat er wohlweislich zu seinen Lebzeiten die Tugenden seiner Ahl-ul-Bait, hervorgehoben.

Als Gott ihm den Vers 33 der Sure 33 (Ahzab) offenbarte, in dem es heißt:

  

Allah will gewiss nur den Makel von euch entfernen, ihr Angehörigen des Hauses, und euch völlig rein machen.

Hat er dazu erläutert:

„Ich und meine Familie sind von Sünden rein“ (Sahib ul Scharia, Bd. 1, S. 170)

Gleich von Beginn seiner Berufung zum Propheten sah der Prophet voraus, dass es nach seinem Ableben unter seinem Glaubensvolke Streit geben könnte. Um Vorkehrungen für diesen Fall zu treffen, hat er öfters von der Vortrefflichkeit seiner Ahl-ul-Bait – den Makellosen aus seiner Familie - und der hohen Stellung, die sie unter den Muslimen verdienen, gesprochen. Es gibt zahlreiche Ahadith - überlieferte Aussprüche - von ihm, die von diesen Edlen handeln. Zum Beispiel das Hadith-e Thaqalain, (das Hadith der  beiden Gewichtigen) welches lautet

Wahrlich! Ich hinterlasse euch zwei Gewichtige [thaqalain]. Das Eine ist das Buch Allahs, und  das Andere ist meine Ahl-ul-Bait. Diese beiden trennen sich nicht voneinander bis sie am Kauthar-Brunnen (im Jenseits) bei mir eintreffen.“

Ibn  Hadschar Asqalani kommentiert diesen Hadith, diese Überlieferung, wie folgt (Sawaiq al Muhriqah, S. 128)

„Wisse, dass dieser Hadith  auf vielen Wegen überliefert wurde und mehr als 20 Prophetengefährten es auf verschiedene Weise wiedergegeben haben. Die Wiederholung dieser Mitteilung in verschiedenen Schriften zeigt die besondere Aufmerksamkeit des Propheten für den Koran und seine makellose Familie und die Hervorhebung ihres Ranges durch ihn.“

 

Der Inhalt des  kostbaren Thaqalain-Hadith ist tiefgreifend.  Wenn der Prophet in diesem Ausspruch gesagt hat, dass seine Ahl-ul-Bait und der Koran sich nicht voneinander trennen werden, so bedeutet dies, dass diese Edlen aus seiner Familie große Kenntnis über den Inhalt und die Gebote des Korans besitzen und diese genau praktizieren.  Deshalb kann die Haltesuche beim Koran und gleichzeitige Befolgung der Ahl-ul-Bait ein Abirren vom rechten Weg verhindern.  Denn die Makellosen aus dem Hause des Propheten handeln nach dem Koran und sind seine aufrichtigen Ausleger. Ebenso wichtig ist, dass die Unzertrennlichkeit von  Koran und Prophetenhaus ein Zeichen dafür ist,  dass der wahre Islam und die Sunna – die Tradition  des Propheten - dank der  Verhaltensweise der Makellosen aus seiner Familie – seiner Ahl-ul-Bait - erhalten bleibt.

Der Prophet des Islams hat laut einer anderen wertvollen Überlieferung,  welche als Hadith-e Safina bekannt ist, wie folgt über seine Ahl-ul-Bait gesprochen:

Wahrlich, meine Ahl-ul-Bait sind wie die Arche Noahs. Wer sie besteigt, ist gerettet, und wer sie verlässt, wird umkommen.

(Mustadrak al-Hakim, Bd. 3, S. 150)     minus 6

Der Prophet hat also die Edlen aus seinem Hause mit einem Rettungsschiff verglichen. Wenn jemand ratlos ist, kann er sich an sie wenden. Der Prophet hat zugleich davor gemahnt, dass jemand der diese Arche nicht besteigt, im Sturm der Verwirrung umkommen wird.

Der Prophet empfand große Barmherzigkeit für seine Gemeinschaft und war besorgt um sie, als hätte er die Abgründe, die vor seinen Anhängern liegen, vor Augen.  Die Geschichte bezeugt, dass es nach dem Propheten in der Tat die Edlen aus seinem Hause – die Makellosen Imame - waren, die wie ein festes großes Schiff auf das Ziel der Religion zusteuerten und unbeirrt ihren langen schwierigen Weg fortsetzten.  Auf diesem Wege mussten sie manchmal rasch weiterkommen und manchmal  langsam und besonnen. Diese Arche setzte ihren Weg fort, und nur der Kapitän wechselte nach einer Zeit und alle 12 Kapitäne  waren klug und haben entsprechend der Situation die Arche gelenkt, ohne dass sich  der Reiseplan geändert hätte. Sie alle haben an das gleiche Endziel gedacht – nämlich Gott zufrieden zu stellen und das jenseitige Glück der Menschen zu bewirken. Sie haben die Arche der Islamischen Weltgemeinde in diese Richtung gesteuert.

                     

Die Ahl-ul-Bait waren die Lenker der muslimischen Gemeinde in Richtung des Guten auf dem breiten Weg der Rechtleitung. So Gott will werden wir in den kommenden Teilen mehr über ihre weise Lenkung und die sinnvollen Wegzeichen,  die sie liebevoll gelegt haben, sagen.    

 

 

 

 

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