Jul 05, 2021 12:15 CET

Wir grüßen den Propheten des Islams und setzen die Erläuterungen zur Sure 47, die nach ihm benannt ist, fort. In den Versen 7 bis 9 dieser Sure heißt es:

(47: 7 – 14)

 

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِن تَنصُرُوا اللَّهَ يَنصُرْكُمْ وَيُثَبِّتْ أَقْدَامَكُمْ                      

 „O die ihr glaubt, wenn ihr Allah unterstützt, unterstützt  Er euch und festigt eure Füße.“ (47: 7)

 

وَالَّذِينَ كَفَرُوا فَتَعْسًا لَّهُمْ وَأَضَلَّ أَعْمَالَهُمْ

„Diejenigen aber, die ungläubig sind, so wehe ihnen (und der  Tod)! Und Er wird ihre Werke fehlgehen lassen.“ (47: 8)

 

ذَٰلِكَ بِأَنَّهُمْ كَرِهُوا مَا أَنزَلَ اللَّهُ فَأَحْبَطَ أَعْمَالَهُمْ

„Dies, weil ihnen zuwider ist, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, und so lässt Er ihre Werke hinfällig werden.“ (47: 9)

                              

In den vorhergehenden Versen hat Gott geboten, wie gegenüber den aggressorischen Feinden des Islams im Krieg zu handeln ist und im Anschluss daran versichert Er im Vers 7 der Sure Muhammad den Gläubigen Seine Unterstützung, wenn sie die Härten auf dem Kriegsschauplatz ertragen. Er möchte, dass sie bei der Verteidigung der Religion und ihres Gebietes standhaft bleiben und nicht von der Front fliehen. Wenn sie gegenüber den Feinden der Religion Gottes tapfer Widerstand leisten, so wird Gott ihnen Beistand schicken und sie über den Feind siegen lassen. Es ist ja Gottes Wille, die Feinde zu vernichten und ihre Pläne zu vereiteln.

Die Feinde des Islams haben sich nicht den lebensspendenden Lehren Gottes und Seines Propheten gebeugt, sondern stattdessen sind sie in den Krieg gegen den Islam gezogen. Doch letztendlich wird ihnen nur Vernichtung zuteil und Gott verheißt ihnen, dass ihre Werke fehlgehen werden. 

 

Wir möchten auf folgende vier Punkte aufmerksam machen:

Erstens: Wie schon so oft gesagt, genügt der bloße Glauben nicht, sondern die Muslime müssen sich für die Religion Gottes einsetzen; dies  nicht nur bei ihrer Verbreitung sondern auch bei der Verteidigung gegenüber Faktoren und Elementen, welche die Gesellschaft vom Weg der Religion Gottes abbringen.

Zweitens: Die Unterstützung für Gottes Sache und Seine Religion ist je nach den herrschenden Bedingungen unterschiedlich. Manchmal soll sie durch Aufklärung über die Religion Gottes erfolgen und manchmal durch finanzielle Hilfen. Manchmal sind Selbstverzicht und der Einsatz des Lebens erforderlich.

Drittens: Es ist eines der Zeichen für Unglauben, wenn der Mensch innerlich Abneigung gegen die Lehren Gottes empfindet. Diese Abneigung führt dazu, dass seine guten Werke verlustig gehen.

Viertens: Die Anfeindung der Wahrheit hat letztendlich nur Unheil zur Folge und lässt den Menschen in die Abgründe des Lebens stürzen.

 

Die beiden nächsten Versen 10 und 11 der Sure 47 (Muhammad) enthalten eine Mahnung:

 

أَفَلَمْ يَسِيرُوا فِي الْأَرْضِ فَيَنظُرُوا كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الَّذِينَ مِن قَبْلِهِمْ ۚ دَمَّرَ اللَّهُ عَلَيْهِمْ ۖ وَلِلْكَافِرِينَ أَمْثَالُهَا

„Sind sie denn nicht auf der Erde umhergereist, so dass sie schauen (konnten), wie das Ende derjenigen vor ihnen war? Allah hat über sie Zerstörung gebracht. Für die Ungläubigen wird es etwas dergleichen geben.“ (47: 10)

 

ذَٰلِكَ بِأَنَّ اللَّهَ مَوْلَى الَّذِينَ آمَنُوا وَأَنَّ الْكَافِرِينَ لَا مَوْلَىٰ لَهُمْ

„Dies, weil Allah der Schutzherr derjenigen ist, die glauben, und weil die Ungläubigen keinen Schutzherrn haben.“ (47: 11)

 

An dieser Stelle im Koran hat Gott die Ungläubigen und die Götzenverehrer, welche die Muslime anfeinden, gewarnt. Wenn sie auf Reisen sind, sollten sie sich die Spuren und Ruinenfelder früherer Völker in der Umgebung gut anschauen und sich daran erinnern, wie diese vernichtet wurden und in Vergessenheit geraten sind. Sie sollen nicht denken, dass nur diese Völker ein solches Schicksal erlebt haben und ihnen niemals ein solches Schicksal widerfahren wird.  Auch sie erwartet ein solches Schicksal und die Vernichtung, wenn sie den Irrweg gehen, den diese Völker gegangen sind. In Wahrheit gibt es niemanden der sie dann retten wird, denn Gott unterstützt seine Feinde nicht.

 

Wir möchten hierzu sagen:

Erstens: Im Islam gehört es zu den Zielen einer Reise, die Geschichte der früheren Völker zu betrachten, ihre ehemaligen Gebiete aus der Nähe zu sehen und aus dem Schicksal der Vorfahren eine Lehre zu ziehen.

Zweitens: Wenn Ungläubige in unserer Zeit Sicherheit und Wohlstand genießen, sollten wir uns nicht davon täuschen lassen. Denn sie werden keinen guten Ausgang nehmen.

Drittens: Durch den Glauben an Gott kommt der Mensch im Diesseits und im Jenseits in den Genuss der Gnade Gottes und Seines Beistandes. Der Unglauben jedoch führt zu dem Verlust der göttlichen Hilfen und Gaben.

               

Es folgt der Vers 12 der Sure 47, Muhammad:

 

إِنَّ اللَّهَ يُدْخِلُ الَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ جَنَّاتٍ تَجْرِي مِن تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ ۖ وَالَّذِينَ كَفَرُوا يَتَمَتَّعُونَ وَيَأْكُلُونَ كَمَا تَأْكُلُ الْأَنْعَامُ وَالنَّارُ مَثْوًى لَّهُمْ

„Allah lässt diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, in (Paradies-)Gärten eingehen, durcheilt von Bächen. Diejenigen aber, die ungläubig sind, genießen und essen (im Diesseits), wie das Vieh frisst; das (Höllen)feuer wird (schließlich) ihre Bleibe sein.“ (47: 12)

                            

Dieser Vers stellt die Lage der Gläubigen und Ungläubigen im Jenseits zum Vergleich nebeneinander. Gläubige, die ihre Pflichten im Diesseits richtig erfüllt haben und danach strebten rechtschaffen zu handeln, werden im Jenseits im Paradies mit dessen vielen Gaben und Freuden leben dürfen. Aber diejenigen, die sich gegen die Wahrheit und Gott auflehnten, erwartet die schlimme Wohnstätte des Feuers in der Hölle. Denn sie strebten im Leben nach flüchtigen Genüssen und wie das Vieh ging es ihnen darum, den Bauch zu füllen und ihre Triebe zu befriedigen, während sie nichts für das Jenseits vorbereitet hatten.

 

Wir können uns vergegenwärtigen:

Erstens: Alle Genüsse und Freuden im diesseitigen Leben, ob klein oder groß, sind vergänglich. Lasst uns daran denken, ein Bündel  für das ewige Jenseits zu füllen.

Zweitens: Der Koran erlaubt dem Mensch, die diesseitigen Gaben Gottes zu nutzen, aber er verwirft eine tierische Lebensweise.

Drittens: Wir sollten im Leben immer  das Endziel im Auge behalten und uns nicht von den absolut vergänglichen, wenn auch schönen Dingen rechts und links von uns vom richtigen Weg abbringen lassen.

 

Wir möchten nun noch die Verse 13 und 14 der Sure 47 (Muhammad) vorstellen. In diesen Versen heißt es:

                                                    

وَكَأَيِّن مِّن قَرْيَةٍ هِيَ أَشَدُّ قُوَّةً مِّن قَرْيَتِكَ الَّتِي أَخْرَجَتْكَ أَهْلَكْنَاهُمْ فَلَا نَاصِرَ لَهُمْ

„Und wie viele Städte, die eine stärkere Kraft hatten als deine Stadt, die dich vertrieben hat, haben Wir vernichtet; und da hatten sie keine Helfer.“ (47: 13)

 

أَفَمَن كَانَ عَلَىٰ بَيِّنَةٍ مِّن رَّبِّهِ كَمَن زُيِّنَ لَهُ سُوءُ عَمَلِهِ وَاتَّبَعُوا أَهْوَاءَهُم 

„Ist denn einer, der sich auf einen klaren Beweis von seinem Herrn stützt, wie jemand, dem sein böses Tun ausgeschmückt wird (,) und (wie diejenigen,) die ihren Neigungen folgen?“ (47: 14)

 

An dieser Stelle in der Sure 47 wird indirekt auf einige hässliche Eigenschaften der Ungläubigen hingewiesen, nämlich zum einen, dass sie sich etwas auf ihre Macht und ihren Reichtum einbilden und denken sie seien unbesiegbar. Aber das Schicksal früherer Völker zeigt, dass sie vernichtet wurden, wenn Gott es wollte, und dass niemand sie vor der Vernichtung rettet konnte.

Eine weitere hässliche Eigenschaft der Gottesleugner und Gottesverleumder besteht darin, dass ihre Neigungen und ihre Vergnügungssucht und Gewinnsucht sie dermaßen beherrschen, dass ihnen ihr schlechtes Tun als schön und gut erscheint. Unterdessen missfällt ihnen die Wahrheit, welche Gott ihnen über seine Propheten kundgibt und sie sind nicht bereit sie einzusehen und sich zu Recht und Wahrheit zu bekennen.

 

Folgende Punkte möchten wir noch kurz anführen:

Erstens: Ein gläubiger Mensch darf sich nicht vor der äußerlichen Macht der Feinde fürchten, denn die Macht Gottes steht über jeglicher menschlicher Macht.

Zweitens:  Die Feinde versuchen mit verschiedenen Methoden die Gläubigen zu schikanieren, aber aufrichtige Gläubigen lassen dennoch nicht von ihrer Überzeugung ab, sondern setzen ihren Bemühungen und ihren Kampf fort.

Drittens: Dem Glauben liegen feste Beweise zugrunde. Der Unglauben jedoch stützt sich auf falsches Denken und auf Neigungen des Egos.

Viertens:  Dank seiner Gott gegebenen guten Natur spürt der Mensch, der etwas Hässliches tut, dass dieses Tun schlecht ist. Aber um sein schlechtes Tun, das der Befriedigung seines Begehrens dient, zu rechtfertigen und fortzusetzen, schmückt er es aus und rückt es ins schöne Licht.

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