Jul 05, 2021 12:28 CET

Wir werden diesmal die Verse 33 bis 35 der Sure 47, Muhammad betrachten: Im Vers 33 lesen wir:

(47: 33- 35)

 

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا أَطِيعُوا اللَّهَ وَأَطِيعُوا الرَّسُولَ وَلَا تُبْطِلُوا أَعْمَالَكُمْ

„O die ihr glaubt, gehorcht Gott und gehorcht dem Gesandten und macht eure Werke nicht (durch Ungehorsam gegenüber Gott und dem Propheten) zunichte.“ (47: 33)

 

Nachdem in den vorhergehenden Versen die Heuchler und Ungläubigen gemahnt wurden,  wendet sich der obige Vers an die Gläubigen und gibt ihnen einen guten Rat. Ihnen wird ans Herz gelegt, nicht wie die Heuchler und Ungläubigen Gottes Gebote und die Anweisungen des Propheten zu missachten. Sie dürfen nicht so sein wie die Scheinheiligen, die behaupten, sich den Geboten Gottes zu beugen, aber in der Praxis sie entweder nicht erfüllen oder sich sogar dagegen stellen. 

Es bedeutet: Ihr wahren Gläubigen, die ihr euch  Gott ergeben habt und auf Seinen Gesandten hört, müsst dies durch eure Taten und Befolgung der Anweisungen Gottes auch unter Beweis stellen. Ihr dürft nicht die Gebote, die euch nicht behagen,  beiseitelassen und euch nur nach den Geboten richten, die euch gefallen.

 

Folgendes können wir uns vergegenwärtigen:

Erstens: Der Glaube setzt voraus, den Befehl Gottes und Seines Gesandten zu befolgen,  denn ohne praktische Beachtung dieser Anweisungen ist der Glaube nicht aufrichtig.

Zweitens: Neben dem Koran ist auch die Vorgehensweise des Propheten Gottes Rechtsgrundlage (Hudschat). Um die Religion zu kennen, müssen wir also beide beachten – den Koran und die Sunna.

Drittens: Es genügt nicht, gute Werke zu vollbringen, sondern wir müssen sie auch von schlechten Dingen, die sie zunichte machen,  wie Götzenverehrung, Heuchelei oder Selbstdünkel freihalten.

 

Wir wenden uns dem Vers  Vers 34 der Sure Muhammad zu:

 

 إِنَّ الَّذِينَ كَفَرُوا وَصَدُّوا عَن سَبِيلِ اللَّهِ ثُمَّ مَاتُوا وَهُمْ كُفَّارٌ فَلَن يَغْفِرَ اللَّهُ لَهُمْ

 „Gewiss, denen, die ungläubig sind und (die Menschen) vom Weg Gottes abhalten und dann als Ungläubige sterben, wird Gott niemals vergeben.“ (47: 34)

 

An vielen  Stellen im Koran steht darüber geschrieben, dass Gott sehr viele Sünden und vielen Sündern verzeiht und sehr großmütig ist. Aber es gibt Leute, die stur an der Leugnung der Wahrheit und der  Götzenverehrung festhalten und die anderen zum Sündigen und zur Abweichung verleiten und sie am rechten Weg hindern. Dieses Verhalten legen sie bis an ihr Lebensende an den Tag. Solche Leute  lassen daher keinen Grund mehr für die Vergebung Gottes übrig und werden keine solche mehr empfangen können.

 

Dazu möchten wir anmerken:

Erstens: Gott lässt den Weg zur reuevollen Umkehr für alle Menschen offen. Aber diejenigen, die bis zum Schluss am Unglauben und an der Götzenverehrung und der Ablehnung des Weges Gottes festhalten und in diesem Zustand die Welt verlassen, sind nicht mehr in die Barmherzigkeit und die Vergebung Gottes mit eingeschlossen.

Zweitens: Es ist für den glücklichen Ausgang des Menschen sehr wichtig, dass er als Gläubiger und nicht aus Ungläubiger die Welt verlässt.

Drittens: Ein Unglaube, der auf widerspenstige Ablehnung von Wahrheit und Recht  zurückgeht, ist gefährlich. Durch ihn bleibt dem Menschen die Barmherzigkeit Gottes verwehrt.

                                  

Abschließend nun noch den Vers 35 der Sure 47. Er lautet:

 

فَلَا تَهِنُوا وَتَدْعُوا إِلَى السَّلْمِ وَأَنتُمُ الْأَعْلَوْنَ وَاللَّهُ مَعَكُمْ وَلَن يَتِرَكُمْ أَعْمَالَكُمْ

 „So erlahmt nicht und ruft nicht (den Feind)  zum Frieden, wo ihr die Oberhand haben werdet. Und Gott ist mit euch, und Er wird euch eure Werke niemals schmälern. (47: 35)

 

In diesem Vers werden weiterhin die Gläubigen angesprochen.  Sie sollen sich nicht von den Wankelmütigen unter ihnen dazu verleiten lassen, ihre Standhaftigkeit gegenüber dem Feind des Islams aufzugeben und nach Versöhnung mit ihm zu streben. Ein Friedensschluss ist erst dann akzeptabel, wenn euer Feind seine böswilligen Maßnahmen einstellt, eure Rechte anerkennt und ein friedliches Leben mit euch führen will. Aber wenn ihr mit einem Feind, der laufend Intrigen ersinnt und die Religion Gottes zu vernichten trachtet, Frieden schließt, so ist es ein  Zeichen dafür, dass euer Glauben schwach ist und ihr ein bequemes Leben begehrt.  

Gott möchte, dass die Gläubigen ehrenhaft leben. Wenn sie standhaft bleiben, wird Er ihnen die Oberhand über die Feinde geben. Wer jedoch aus Angst oder  Bequemlichkeit und Schwäche nach einer Versöhnung mit den eingeschworenen Feinden sucht, handelt sich nur Erniedrigung und Schmach ein.

Natürlich hat der Widerstand gegenüber dem Feind auch seinen Preis. Aber die Erfahrung zeigt, dass langfristig gesehen der Preis, der für die Versöhnung mit dem Feind zu zahlen ist, viel höher ausfällt,  als der Preis für den Widerstand. Außerdem wird Gott jeden,  der nach der Ehre und dem Sieg der Gläubigen strebt, reichlich dafür belohnen und einen dadurch erlittenen Schaden auf würdige Weise ausgleichen.

 

Wir sehen:

Erstens:  Die Gläubigen sollen sich nicht  fürchten, wenn sie zahlenmäßig weniger sind als die Feinde und weniger Waffen und Ausrüstung zur Verfügung stehen haben als diese. Denn Gott ist auf der Seite der Gläubigen und derjenige, auf dessen Seite Gott  ist, wird letztendlich siegen.

Zweitens: Glauben ist unvereinbar mit Schwäche, Trägheit und Sucht nach Bequemlichkeit.

Drittens: Während des Kampfes gegen den Feind schlagen die aufrichtigen Gläubigen keinen Frieden und keine Versöhnung vor, denn das wäre ein Zeichen für Angst und Schwäche und damit verwerflich.  Aber ein Friedensschluss ist dann vertretbar, wenn der Feind selber darum bittet, und es im Interesse der  Gläubigen ist.

Viertens: Gott möchte Ehre und Größe für die Gläubigen und mit Seiner Lenkung schickt er denen Beistand, die fest auf Seinem Weg bleiben. 

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