Jan 17, 2022 10:26 CET
  • Moral – islamisch gesehen (12 -  Menschenliebe)

Es geht in diesem Teil um Freundlichkeit und Menschenliebe und ihren nachhaltigen Segen.

 

 

Wir haben in Bezug auf die Moral  über einige Charakterzüge gesprochen, die eine wichtige Rolle in unserem Leben spielen. Allerdings besteht auch laut der wahren islamischen Kultur, wie Prophet Mohammad (S) sie lehrt, ein unzertrennbarer Zusammenhang zwischen dem Leben auf Erden und dem Leben in der Ewigkeit. Alle unsere geistigen Haltungen und unsere Handlungen finden im Jenseits Widerhall. In diesem Zusammenhang gibt es ein kurzes aber vielsagendes Wort. Es spiegelt diesen grundlegenden und für das Schicksal entscheidenden Punkt wider. Dieses Wort lautet:

„Die Welt ist das Saatfeld und der Acker des Jenseits.“

 Das bedeutet: Genauso wie der Landwirt letztendlich das erntet, was er sät und pflegt, werden die Folgen jeder Denk- und Handlungsweise, die der Mensch in der diesseitigen Welt von sich zeigt, im Leben nach dem Tod hervortreten. Diese Regel gilt auch für die moralischen Prinzipien und Werte.

                                       

 

Sie erinnern sich sicher daran, dass wir die Freundlichkeit  zu den wichtigen Charakterzügen gezählt haben, welche die zwischenmenschlichen Beziehungen festigen. Über die Widerspiegelung dieses moralischen Wertes in der  kommenden ewigen Welt hat der Prophet des Islams (S) gemäß Usul-i Kafi  gesagt:

„Am Jüngsten Tag gibt es auf der Waage zur Beurteilung der Werke des Menschen nichts Besseres und Gewichtigeres (als ein freundliches Wesen)“

 

                          

 

Alle Menschen möchten gerne in der jenseitigen Welt, frei von jeglicher Pein, in dem schönen Paradies Gottes weilen und in den Genuss seiner grenzenlosen Gaben gelangen. Das freundliche Wesen ist einer der Schlüssel für die Einkehr in das ewige Paradies Gottes.  Der edle Prophet des Islams (S), der voll und ganz dieses Attribut besaß, hat gesagt:

„Wer ein freundliches Wesen besitzt, wird zweifelsohne ins Paradies einkehren.“

So steht es in dem Werk Uyun – Achbar Ar-Ridha – Bd. 2, S. 31.

 

In dem Werk Usul-i Kafi finden wir in diesem Zusammenhang ein weiteres Prophetenwort überliefert, das wie folgt lautet:

 

„Die gottesdienstlichen Dinge, die mein Volk ins Paradies einkehren lassen, sind vor allem die Werke der Gottesfürchtigkeit und Freundlichkeit.“

 

Wenn Menschen mit einem freundlichen Wesen ins Paradies einkehren dürfen, hat es in  Wahrheit mit ihrer Verhaltensmoral im diesseitigen Leben zurück. Ayatollah Khamenei, das Oberhaupt der islamischen Revolution Iran sagt hierüber:

„Ein Leben, welches mit einem freundlichen Lächeln einhergeht, ist ein paradiesisches Leben und ein Leben ohne freundliches Lächeln ist höllisch.“

                                   

 

Menschen, die Aussicht auf die Einkehr ins Paradies haben, besitzen außerdem eine große Anziehungskraft. Es war die magnetische Anziehungskraft des Propheten, mit der er die Herzen für sich und den Islam gewann und beliebt wurde. Er zeichnete sich durch eine sehr milde Art  aus. Gott hat darüber im Koran im Vers  159 der Sure 3 (Al-i Imran) gesagt:

                     

 

Durch Erbarmen von Allah bist du mild zu ihnen gewesen; wärst du aber schroff und hartherzig, würden sie dir wahrlich davonlaufen.

                          

Wenn wir paradiesgerecht leben möchten und einmal in die paradiesischen Gärten Gottes einkehren und wie der Prophet der Barmherzigkeit die Herzen gewinnen wollen, müssen wir uns mit einer guten und milden Art schmücken.

Ein aufrichtiger Muslim preist tagtäglich in seinen Pflichtgebeten insgesamt fast 70 Mal Gott  wegen seiner Allbarmherzigkeit und Güte. Wie kann es da sein, dass er selber unbarmherzig und schroff handelt?! Hat nicht  der Prophet laut Kanz-il Amal, Hadith 5969 gesagt:

„Behandelt alle Menschen liebevoll und gütig, damit Gott euch Liebe und Güte erweist.“

 

Ein weiterer wichtiger Punkt der islamischen Ethik ist also der Ansporn, alle Menschen gütig zu behandeln. Der Prophet des Islams (S), den Gott, der Erhabene, im Koran eine Barmherzigkeit für die Menschheit nennt, hat laut Hadith 5986 im Kanz-il Amal gesagt:

„Bei Gott, in dessen mächtigen Hand mein Leben liegt: nur ein freundlicher und gütiger Mensch kehrt ins Paradies ein. Als einige sagten: Wir sind alle freundlich und gütig zueinander, fügte er hinzu:  Wenn ihr nicht zu allen gütig und liebevoll seid, lässt sich noch nicht sagen, dass ihr das Attribut der Freundlichkeit und Güte besitzt.“

 

Dieser menschenfreundliche Gedanke entspringt dem Koran. Dort heißt es im Vers 75 der Sure 4 (Nisa) 

 

Was ist mit euch, dass ihr nicht auf Allahs Weg, und (zwar) für die (die Befreiung der) Unterdrückten unter den Männern, Frauen und Kindern kämpft, die (weil sie die Gewalt der ungläubigen  Herrscher und Götzenanbeter nicht mehr ertragen können) sagen: „Unser Herr, bringe uns aus dieser Stadt heraus, deren Bewohner ungerecht sind, und schaffe uns von Dir aus einen Schutzherrn, und schaffe uns von Dir aus einen Helfer.“

 

Dank dieser Sichtweise schmückt den aufrichtigen Muslim ein gütiges Wesen und streut er die Saat der Freundschaft und Liebe in die Herzen. Im Lichte dieser Haltung hegt er zu allen Liebe und kann nicht gleichgültig gegenüber seinen Mitmenschen bleiben, wenn sie leiden. Vielmehr nimmt er Anteil und empfindet Verantwortung gegenüber ihnen.  In der Hoffnung auf eine Zeit, in der auf der ganzen Welt Liebe und Freundschaft zwischen den Menschen herrschen wird.

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