Nov 25, 2019 05:36 Europe/Berlin
  • 23.Internationale Konferenz für Islamische Einheit und Treffen mit Ayatollah Khamenei

Unter dem Motto „Einheit der Weltgemeinde und Verteidigung der Al-Aqsa-Moschee“ fand vom 14. bis 16. November in Teheran die 23. Internationale Konferenz für Islamische Einheit statt.


 

Wie jedes Jahr versammelten sich Religionsgelehrte und Denker anlässlich des Jahrestages der Geburt des Propheten (S) und der Woche der Einheit zu dieser Konferenz. Die circa 400 Teilnehmer kamen aus mehr als 90 Ländern. Zu dem Konferenzprogramm gehörten die feierliche Ehrung des Propheten sowie  die Würdigung von Persönlichkeiten, die sich für die Annäherung der muslimischen Rechtsschulen einsetzen, ebenso wie die Vorstellung von Kunstwerken, die zur Erreichung dieses Zieles geschaffen wurden , die Erörterung der wichtigsten Fragen der Islamischen Welt im Rahmen von 20 Kommissionen und Sachverständigensitzungen die Erneuerung des Bündnisses mit dem Begründer der Islamischen Republik Iran und ein Treffen mit dem Revolutionsoberhaupt. 

 

23. Internationale Konferenz für  Islamische Einheit 

 

Der Islam hebt hervor, dass seine Anhänger zusammenhalten müssen. Die Gläubigen werden im  Koran aufgerufen bei der Rechtleitung Halt zu suchen und die Muslime werden angehalten, nicht die Freundschaft untereinander aufzugeben, und sich nicht voneinander zu trennen.

Hudschat-ul Islam Dr. Hasan Rohani, Präsident der Islamischen Republik Iran, betonte in seiner Ansprache anlässlich der Eröffnung der 23. Internationalen Konferenz für die Islamische Einheit, dass es ein Fehler ist, den Feind als Freund zu betrachten. Er erklärte: „Die junge Generation muss erkennen, dass die USA kein Freund der  Völker in der Region und der Muslime sein wird und dass die Fragen der Region durch die Menschen und die Länder dieser Region  gelöst werden müssen. Sie muss erkennen, dass die anderen die Probleme nicht lösen können, sondern (im Gegenteil) immer Probleme hervorgerufen haben.“ 

                                       

Auf der Eröffnungsfeier sprach ebenso der Schriftführer des Weltforums für die Annäherung der Islamischen Rechtsschulen, Ayatollah Araki. Er dankte dem Revolutionsoberhaupt für seinen Einsatz für die Annäherung und die Einheit unter den Muslimen ebenso für die Teilnahme des Präsidenten und sagte,  die Front des Widerstandes in der Region sei massiv erstarkt. Ayatollah Araki   fügte hinzu: Zu den Auswirkungen dieses Erfolges der Front des Widerstandes gehört die Verbreitung der Botschaft der Einheit in der Islamischen Welt und die Isolierung von Takfiri-Gruppen (welche Muslime aus dem Islam exkommunizieren und töten). Er sagte, das Thema Einheit habe heute überall in der Islamischen Welt den Vorrang. Scheich Isa Qasim, Oberhaupt der Schiiten in Bahrain rief in seiner Ansprache zur erneuten Vereinigung auf und versicherte: „ Durch eure Rückkehr zur Einheit wird die ganze Erde belebt werden. Anderenfalls wird sie tot bleiben und das Leben wird einer Wüste ähneln. Die Islamische Weltgemeinschaft steht heute vor  einer harten Prüfung in ihrer Religion und wird andauernd auf die Probe gestellt.  Die Haltung der Islamischen Weltgemeinde gegenüber Palästina und der Al-Aqsa-Moschee ist eine harte Prüfung und diese Gemeinde geht bei dieser Prüfung  entweder auseinander  oder kehrt zu ihrer islamischen Einheit zurück.“

 

14.-16. November 2019 -  23. Internationale Konferenz für Islamische Einheit in Teheran

 

An der Konferenz für  die Islamische Einheit nahmen bekannte Persönlichkeiten aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Irak den Anrainerstaaten des Persischen Golfes, Afrikas und vieler islamischer Länder sowie hohe Mitglieder der regionalen Widerstandsbewegungen darunter der libanesischen Hisbollah, der Hamas , des Islamischen Dschihads und anderer Palästinensergruppen teil.  Der Vorsitzende der Judikative der Islamischen Republik Iran, Sayed Ibrahim Reisi erklärte während der Abschlusszeremonie die Sitzung für erfolgreich und sagte: „Wir hoffen, dass die Debatten auf dieser Sitzung der Islamischen Welt einen großen Segen bescheren und die Einheit unter den Muslimen herbeiführen wird.“

Er sagte auch,   es wären heute in der Islamischen Welt Zeichen für die Verwirklichung der Ziele des Islams zu sehen, und fuhr fort: „Wenn der verstorbene Imam Chomeini gestern erklärt hat, Palästina müsse das Thema Nr. Eins der Islamischen Welt sein,  so haben heute die Denker in der Islamischen Welt dieses Thema als ihr Thema Nr. Eins gewählt. Erfreulicherweise wachsen immer mehr junge bewusste Menschen und Intellektuelle auf dem Schauplatz der Einheit und des Widerstandes  heran und sind wir Zeuge neuer Ideen. Die islamischen Denker müssen nun mit einem neuen Blick in Richtung einer hellen Zukunft gehen, die denen gehört, die sich auf dem Wege Gottes einsetzen und gottesfürchtig sind.“ 

Während der Abschlusszeremonie hat der Schriftführer des Weltforums für die Annäherung der islamischen Rechtsschulen, Ayatollah Araki, mit Hinweis auf die verschiedenen Programme der diesjährigen Konferenz für Islamische Einheit gesagt, diese  Versammlung  zeige, dass die Muslime in aller Welt  großen Wert auf die Islamische Einheit und die Bildung des vereinigten Volkes der Muslime legen. 

                   

Einer der Konferenzredner war Adnan Mansur, ehemaliger Außenminister Libanons. Er sagte, für die Herstellung von Einheit zwischen den Islamischen Ländern müssten sich zuerst die Verantwortungsträger der Länder  miteinander austauschen, und fügte hinzu: „Die muslimischen Regierungen müssen  eine Beziehung zwischen den Gelehrten der Islamischen Weltgemeinde herstellen.“ Mansur erklärte darüber hinaus: „Die Islamische Republik ist ein aufrichtiger Freund, welcher den muslimischen Ländern seine besondere Unterstützung gewährt.“

 

Auf der Endzeremonie der 23. Internationalen Konferenz für die Islamische Einheit wurde ein handgeknüpfter Bildteppich mit dem Vers 250 der Sure 2 vorgestellt. Dies ist ein Vers, der auf die Standhaftigkeit der Gläubigen gegenüber dem  Heer des Goliath verweist, nämlich:

Und als sie gegen Goliath und seine Heerscharen auf dem Plan erschienen, sagten sie: „Unser Herr, überschütte uns mit Standhaftigkeit, festige unsere Füße und verhilf uns zum Sieg über das ungläubige Volk!“

 

Ebenso wurde ein handgeknüpfter Teppich vorgestellt, in den die Porträts von bekannten Gesichtern der Front des Widerstandes eingeknüpft sind– von Imam Chomeini bis zu Imad Mughniyeh. Die Reihenfolge der Gesichter auf diesem Teppich deutet auf die Übertragung  des Gedankens des Widerstandes  von  dem verstorbenen Begründer der Islamischen Republik auf die nachfolgenden Generationen hin.

                     

Abschlusszeremonie der 23. Internationalen Konferenz der Islamischen Einheit

 

Auch dieses Jahr haben die Teilnehmer an der Konferenz für die Islamische Einheit  sich mit dem Oberhaupt der islamischen Revolution getroffen. Ayatollah Khamenei beglückwünschte als erstes die Gäste anlässlich des Jahrestages der gesegneten Geburt des Propheten des Islams (S) und Imam Dschafar Sadiqs (F). Er nannte den Propheten die Verkörperung des  Korans, das beste Geschöpf Gottes und ein Mittel zur Belebung und Erhellung der menschlichen Gesellschaften.  Er sagte: Im wahrsten Sinne des Wortes ist die heilige Existenz des Propheten die Krone der Daseinswelt...Der Koran bezeichnet sich selber als „Nur“ – als Licht.  ...: قَد جٰاءَکُم مِنَ اللهِ نورٌ وَکِتٰبٌ مُبین

 

Der Koran ist Licht. Ayatollah Khamenei verwies darauf, dass die geehrte Gemahlin des Propheten diesen als خُلقه القرآن  - als  Verkörperung des Korans bezeichnet hat. Der Revolutionsführer  sagte: „Der Prophet ist also auch Licht. Licht dient der Erhellung und dem  Leben der Menschen. Der Prophet dient (also auch)  der  Erhellung und dem Leben der menschlichen Gesellschaften.“

                         

Bei Betrachtung der  Veränderungen, die bislang in den muslimischen Gemeinschaften verursacht wurden, wird klar, dass sich die Muslime mit zunehmender Entfernung von ihren religiösen Grundlagen, immer mehr verstreuen und schweren Schaden erleiden. Andererseits wird aber auch deutlich  dass sie bei  wachsender Vereinigung zu einer festen Front im Lichte ihrer gemeinsamen Überzeugungen entsprechend erstarken.  Diese Tatsachen zeigen, wie wichtig und notwendig die Einheit ist.  Minus 114

Ayatollah Khamenei hat auf dem Treffen mit den Teilnehmern der Konferenz der Einheit  gesagt, dass die heutigen Leiden der Islamischen Welt, insbesondere die bedauerliche Lage Palästinas an der schwachen Islamischen Einheit liegt. Er erklärte dass mit der Beseitigung Israels die Beseitigung des illegalen zionistischen Regimes und die Herrschaft einer Regierung, welche von den ursprünglichen Inhabern Palästinas, bestehend aus Muslimen, Christen und Juden,  gewählt wurde, gemeint ist. Er sagte: Die Feinde des Islams mit der USA an der Spitze, sind gegen den Islam selber und gegen alle islamischen Länder und ihre bedeutendste Waffe in unserer Region besteht in der Einflussnahme auf die wichtigen Entscheidungszentren, Schüren von Zwietracht unter den Völkern, und Suggerieren, dass die Kapitulation gegenüber den USA der einzige Weg zur Lösung von Problemen sei. Ayatollah Khamenei sagte: „Das heilsame Rezept gegenüber diesen Plänen ist die   Aufklärung über die Wahrheit und die Standhaftigkeit auf dem Wege Gottes.“

Treffen der Teilnehmer der 23.  Internationalen Konferenz für Islamische Einheit mit Revolutionsoberhaupt Ayatollah Khamenei (16.11.2019)

 

Jedes Mitglied der Islamischen Weltgemeinde hat die Pflicht, unterdrückten Muslimen wie den unterdrückten Palästinensern zu helfen. Alle muslimischen Staaten und Nationen müssen aktiv an der Bekämpfung des zionistischen Regimes teilnehmen. Ayatollah Khamenei führte die Leiden in der Islamischen Welt, darunter die Palästinafrage und die blutigen Kriege im Jemen und in Westasien und Nordafrika darauf zurück, dass das Prinzip der Vermeidung von Spaltung und der Grundsatz des Zusammenschlusses gegenüber dem gemeinsamen Feinden missachtet wurden. Er sagte: Zurzeit ist die Palästinafrage das größte Leid in der Islamischen Welt, denn man hat ein Volk aus seinem Haus und seiner Heimat vertrieben.“  

 

 

Das Revolutionsoberhaupt sagte mit Hinweis auf die Warnungen seines verstorbenen Vorgängers Imam Chomeinis   vor dem Einfluss und dem Unrecht des Zionismus, die Islamischen Republik Iran vertrete einen festen Standpunkt bezüglich der Palästinafrage. Ayatollah Khamenei sagte: Seit Beginn der Islamischen Revolution haben wir an diesem Standpunkt festgehalten, das heißt wir haben offen Palästina und den Palästinensern geholfen. Er fuhr fort: „Wir werden ihnen auch in Zukunft helfen und betrachten dies als eine Pflicht  der gesamten Islamischen Welt.“ Er sagte weiter: Die  Palästinenser, ob Muslime, Christen oder Juden, welche die ursprünglichen Besitzer dieses Landes bilden, müssen selber ihre Regierung wählen, sie müssen Fremde und Halunken wie Netanyahu aus ihrem Land ausweisen und selber ihr Land verwalten. Und das wird geschehen!“ 

 

Ayatollah Khamenei erklärte die Präsenz der USA in der Region führe zu Unheil, gefährde die Sicherheit und habe die Bildung von Gruppen wie die IS-Terrorbande zur Folge. Er erklärte es sei erforderlich, dass die muslimischen Völker das wahre Gesicht der USA kennenlernen und fuhr fort: Die wichtigste Waffe der USA in der Region ist heute „der Machteinfluss auf wichtige Entscheidungszentralen, das Schüren von Zwietracht und die Erschütterung des Willens der Völker, das Hervorrufen von Misstrauen zwischen den Völkern und Regierungen, die   Manipulierung der Kalkulationen von Entscheidungsträgern und die Suggestion, dass bei  Kapitulation und Unterwerfung unter die US-Flagge alle Probleme gelöst werden. Diese Waffen sind gefährlicher als die militärischen“, erklärte das Revolutionsoberhaupt.

 

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